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Zum 22. Mal vergibt Reader’s Digest 2017 die Auszeichnung „Europäer des Jahres“
© The Ocean Cleanup
Aus der
aktuellen
Ausgabe

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Zum 22. Mal vergibt Reader’s Digest 2017 die Auszeichnung „Europäer des Jahres“

Unsere bisherigen Preisträger haben das Leben vieler Menschen positiv beeinflusst.

Autor: Jürgen Schinker

Seit 1996 verleiht Reader's Digest die Auszeichnung Europäerin oder Europäer des Jahres. Damit werden Menschen gewürdigt, die durch ihre außergewöhnlichen Leistungen auffallen. In diesem Jahr wählten die Chefredakteure der europäischen Ausgaben des Magazins Boyan Slat zum Europäer des Jahres. Er ist Gründer der gemeinnützigen Organisation The Ocean Cleanup, die Plastikmüll aus den Ozeanen der Welt fischt. Boyan Slat ist der 22. Preisträger der jährlich von Reader's Digest verliehenen Auszeichnung.

Hier den Artikel über Boyan Slat und sein Engagement für die Ozeane lesen...

Die Preisträger der früheren Jahre:

 

2016 Laura Kövesi, Rumänien 

Die Leiterin der Nationalen Direktion für Korruptionsbekämpfung (DNA) hat die einst zahnlose Behörde umgekrempelt und geht energisch gegen Wirtschaftsbosse und Politiker vor. Tatsächlich ergab eine Umfrage, dass 60 Prozent der Rumänen nach eigenen Angaben der DNA unter Kövesi vertrauten, aber nur 11 Prozent dem Parlament (Foto: Reader's Digest).
Hier den Artikel über Preisträgerin Laura Kövesi lesen...

 

Felix Finkbeiner

2015 Felix Finkbeiner, Deutschland

Der Zukunfts-Aktivist gründete die Kinder- und Jugendinitiative „Plant-for-the-Planet“ (plant-for-the-planet.org), die zur Rettung des Weltklimas beitragen will. Bis 2015 hat sie weltweit bereits mehr als 13 Milliarden Bäume gepflanzt, eine Billion Bäume sollen es 2020 sein. Finkbeiner war mit damals 17 Jahren der jüngste unserer bisherigen Preisträger (Foto: Heinz Heiss).

 

2014 Thomas Minder, Schweiz

Der Zahnpastafabrikant wurde zum Schreckgespenst überbezahlter Topmanager, als er in der Schweiz 100.000 Unterschriften für eine Petition zur Eindämmung von Gehaltsexzessen bei Führungskräften sammelte. Damit forcierte Minder die sogenannte Volksinitiative „gegen die Abzockerei“, die zu einer gesetzlichen Übergangsregelung führte.

 

2013 Agnieszka Romaszewska, Polen

Die Journalistin kämpft gegen die Regierung von Weißrussland, die auch als letzte Diktatur Europas bezeichnet wird. Dabei bedient sie sich einer ungewöhnlichen Waffe: des Fernsehens. Romaszewska gründete den in Polen stationierten unabhängigen Sender Belsat TV, um Weißrussen zu informieren und ihnen ein Diskussionsforum zu bieten.

 

2012 Isabel Jonet, Portugal

Isabel Jonet trägt durch ihr Netz aus 13 sogenannten Tafeln in Portugal zur Versorgung Bedürftiger mit Nahrungsmitteln bei. Die Ökonomin und fünffache Mutter ist Präsidentin der „European Federation of Food Banks“, die unter ihrem Dach Tafeln in 21 Ländern vereint, die Nahrungsmittel an rund 5,7 Millionen Menschen ausgeben.

 

Monika Hauser

2011 Monika Hauser, Schweiz/Italien

Hauser wurde für die Unterstützung von Opfern sexueller Gewalt in Konfliktzonen ausgezeichnet. Den Anstoß gaben Anfang der 1990er-Jahre TV-Berichte über Massenvergewaltigungen von Frauen in Bosnien. Hauser baute dort ein Therapiezentrum auf. Später gab sie ihre Tätigkeit als Gynäkologin in Deutschland auf und gründete die Hilfsorganisation „Medica Mondiale“ (Foto: www.medicamondiale.org).

 

2010 Iana Matei, Rumänien

Matei hilft Sexsklaven in ihrer Heimat, die erste Aufnahmestelle für Opfer der internationalen Prostitution in Rumänien eröffnete sie 1998. Seither bot Matei Hunderten junger Frauen Zuflucht, die der Zwangsprostitution entrinnen konnten. Sie brachte sie außer Gefahr und half ihnen, ein normales Leben in sicherer Umgebung beginnen zu können.

 

Joachim Franz

2009 Joachim Franz, Deutschland

Franz ist ein Extremsportler, der seinen Körper bis an den Rand seiner Leistungsfähigkeit belastet. Er fuhr Rad, um die Aufmerksamkeit für Aids zu erhöhen. Entschlossen durchquerte er auf dem Fahrrad die Sahara, fuhr von Kapstadt nach Johannesburg und radelte von Paris nach Dakar. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls nahm er die 9000 Kilometer des Eisernen Vorhangs in Angriff (Foto: Abenteurhaus GmbH).

 

2008 Maria Nowak, Polen/Frankreich

Die Wirtschaftsexpertin vermittelt Mikrokredite an Kleinunternehmer, die keinen herkömmlichen Bankkredit bekommen. Sie startete ihr Programm in Afrika. Der erster Kunde war in den 1980er-Jahren ein Schuhputzer aus Burkina Faso. Die „Association for the Right to Economic Initiative“ verfügt inzwischen über mehr als 100 Außenstellen in Frankreich und beschäftigt Hunderte Ehrenamtliche.

 

2007 Dr. Ruedi Lüthy, Schweiz

Der Arzt wurde für seinen Einsatz für HIV-Infizierte und AidsKranke in Simbabwe ausgezeichnet. Er richtete 2004 in der Hauptstadt Harare eine Ambulanz und ein Schulungszentrum ein, um sich einiger der 1,4 Millionen HIV-positiven Menschen in Simbabwe anzunehmen. Seine Ambulanz betreut 5000 Patienten und schult 300 Gesundheitsfachkräfte im Umgang mit Aidskranken.

 

2006 Ayaan Hirsi Ali, Somalia/Niederlande/USA

Ayaan Hirsi Ali wurde für ihren Kampf für die Rechte muslimischer Frauen gewürdigt. Die Tochter eines somalischen Politikers beantragte 1992 Asyl in den Niederlanden, als ihr wegen ihrer Islamkritik Repressionen drohten. 2003 wurde sie Mitglied des niederländischen Parlaments und siedelte später in die USA um. 2007 gründete sie eine Frauenrechtsbewegung.

 

2005 Lleonid Roshal, Russland

Dr. Roshal bekam den Preis für seinen Einsatz beim Massaker von Beslan 2004, als Terroristen 1100 Geiseln nahmen, darunter 777 Kinder. Während der dreitägigen Geiselnahme sorgte der Kinderarzt dafür, dass die Festgehaltenen Nahrung und Wasser bekamen. Als Experte der „World Association for Disaster and Emergency Medicine“ setzt sich Dr. Roshal für den Schutz von Kindern ein.

 

Peter Eigen

2004 Peter Eigen, Deutschland

1993 gründete Eigen „Transparency International“, um Korruption in Unternehmen und Politik sowie in Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit aufzudecken. Die Organisation mit Hauptsitz in Berlin hat inzwischen Vertretungen in 100 Ländern und führt beharrlich den Kampf gegen Bestechung und Korruption in der Wirtschaft (Foto: © Transparency International).

 

2003 Šimon Pánek, Tschechien

Pánek war 1992 Mitgründer der Organisation „People in Need“, die in Krisenzeiten weltweit Leid lindern hilft. Zu Páneks ersten Projekten gehörte „SOS Sarajevo“, eine Hilfsaktion für die Menschen in der damals belagerten bosnischen Stadt. Seither hat er an Projekten in Weißrussland, Kuba, Tschetschenien und Burma mitgewirkt, aber auch die Roma in Tschechien unterstützt.

 

2002 Eva Joly, Norwegen/Frankreich

Trotz Morddrohungen kämpfte die in Norwegen geborene französische Richterin furchtlos gegen Korruption in Frankreichs führender Ölgesellschaft Elf Aquitaine. Mehr als ein Dutzend Beteiligte wurden verurteilt. Seitdem berät sie die norwegische Regierung in Fragen der Korruptionsbekämpfung. 2009 wurde sie für die Grünen ins Europaparlament gewählt.

 

2001 Linus Torvalds, Finnland/USA

Torvalds wurde für die Revolutionierung der Computerbranche 2001 zum damals jüngsten „Europäer des Jahres“ gekürt. Er entwickelte das erste kostenlose und quelloffene Betriebssystem namens Linux, das 1991 erschien. Heute wird das Betriebssystem von Millionen Menschen verwendet und gilt als einer der Meilensteine in der Computergeschichte.

 

2000 Paul van Buitenen, Niederlande

Paul van Buitenens Enthüllungen über Korruption und Machtmissbrauch bei der Europäischen Kommission hatten 1999 den Rücktritt aller 20 Kommissare zur Folge. Er selbst wurde versetzt – bei gekürzten Bezügen. Drei Jahre später gab van Buitenen resigniert auf und erklärte, es habe sich nichts verändert. Später trat er wieder in die Kommission ein und war von 2004 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments.

 

1999 Dr. Inge Genefke, Dänemark

Dr. Genefke wurde für ihre Leistung bei der Rehabilitation von Folteropfern gewürdigt, die 1982 mit der Einrichtung ihres Rehabilitations- und Forschungszentrums in Kopenhagen begann. Mit seinen internationalen Ablegern verfügt das Zentrum heute über mehr als 140 Mitgliedsorganisationen in 70 Ländern, die jedes Jahr rund 100.000 Folteropfer behandeln.

 

1998 Pete Goss, Großbritannien

Der Solo-Skipper rettete während eines Weltumseglungs-Wettkampfs selbstlos einen Konkurrenten. Er wendete im Pazifik in schwerer See, um den Franzosen Raphaël Dinelli aus dem Wasser zu ziehen. Goss setzte seine Seglerkarriere erfolgreich fort. Er steht in enger Verbindung mit Dinelli und war Trauzeuge bei seiner Hochzeit.

 

1997 Frederic Hauge, Norwegen

Der Umweltaktivist wurde für seinen unermüdlichen Einsatz gegen die Verseuchung des Nordpolarmeers ausgezeichnet. Die von ihm gegründete Umweltschutzgruppe „Bellona“ beschäftigt in fünf Niederlassungen weltweit Umweltforscher und Techniker. Er selbst hat verschiedene Projekte angestoßen, um Schäden durch Aquakulturen zu minimieren.

 

1996 Pater Imre Kozma, Ungarn

Pater Imre Kozma erhielt unseren Preis für seine Arbeit mit Obdachlosen und alten Menschen. Als er 1989 den ungarischen Malteser Hilfsdienst ins Leben rief, wollte er den während der letzten Tage des Kommunismus in Ungarn gestrandeten DDR-Flüchtlingen helfen. Seither hat sich der Dienst schon 50.000 Hilfsbedürftiger angenommen.

 

Felix Finkbeiner bei der Preisverleihung 2015.

Felix Finkbeiner (links) bei seiner Ehrung zum Europäer des Jahres 2015 mit Reader's Digest Chefredakteur Michael Kallinger (Foto: Reader's Digest).

 


RD Abbinder
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