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Wie gefährlich sind Zecken?
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Wie gefährlich sind Zecken?

Im Frühjahr ist Hochsaison für die Zecken. Was Sie über die kleinen Tiere und über Borreliose wissen sollten.

Ausgabe: April 2016 Autor: Ute Guth

Sobald die Temperaturen nach oben klettern, zieht es Jung und Alt ins Freie. Jeder sehnt sich nach einem Spaziergang über grüne Wiesen. Dabei vergisst man leicht, dass im Gras der Gemeine Holzbock, die bei uns am häufigsten vorkommende Zeckenart, lauert. Wenn Sie sich im Freien aufhalten, sollten Sie Folgendes wissen:

Wann sind Zecken aktiv?

Die nur wenige Millimeter großen Tiere können fast das ganze Jahr über herumkrabbeln. In einer feuchten, sechs bis acht Grad warmen Umgebung fühlen sich die Spinnentiere besonders wohl. Das reicht aus, um ihre Ruheplätze zu verlassen. Extreme Trockenheit, Hitze oder auch Kälte dagegen mag der Gemeine Holzbock nicht.


Sitzen Zecken auf den Bäumen?

Nein, ihr bevorzugter Lebensraum sind das lose Laub im Wald, Gräser und Farne. Sobald ein Mensch den Grashalm streift, auf dem das Tier sitzt, lässt es sich fallen und krallt sich beispielsweise an Hosen, Strümpfen oder Schuhen fest.


Beißen Zecken ihre Opfer?

Nein, sobald das Spinnentier auf seinem Opfer gelandet ist, sucht es nach einer gut durchbluteten Stelle wie beispielsweise Arm- oder Kniebeuge. Dann ritzt es mit seinem Schneidewerkzeug die Haut an, um mit seinem mit Widerhaken besetzten Rüssel zuzustechen. Anschließend spritzt das Tier seinen Speichel in die Wunde.

Saugen alle Zecken blut?

Zecken durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien, bis sie ausgewachsen sind. Für jedes neue Stadium benötigen sie eine Blutmahlzeit. Besonders häufig wird der Mensch übrigens von Larven und Nymphen gestochen.

Was ist die Zecken-Impfung?

Die sogenannte Zecken-Impfung schützt nur vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer Hirnhautentzündung. Gegen die anderen Krankheiten, die die Zecke ebenfalls übertragen kann, gibt es keine Impfung. Da der FSME-Impfschutz nur für eine begrenzte Zeit wirksam ist, raten Experten, die Impfung alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen.

Welche Krankheiten überträgt die Zecke?

Neben der FSME ist die Lyme-Borreliose die häufigste Infektionskrankheit. Sie wird über den Speichel der Zecke übertragen. 5 bis 35 Prozent aller Gemeinen Holzböcke sind mit der ansteckenden Bakterienart der Borrelien befallen, so das Robert-Koch-Institut in Berlin.

Woran erkennt man eine Infektion?

Das typischste Anzeichen der Borrelieninfektion ist die Wanderröte. Bei 80 bis 90 Prozent der Infizierten bildet sich an der Einstichstelle ein kleiner roter Fleck. Wenn dieser verschwindet und nach drei bis vier Tagen um die Stelle erneut ein roter ringförmiger Fleck entsteht, ist das ein Anzeichen für die Wanderröte. Der Ring kann sich vergrößern und nach außen wandern – daher die Bezeichnung.

So schützen sie sich

Bei einem Ausflug in die Natur sollte die Kleidung Ihre Haut möglichst vollständig bedecken. Falls möglich, stecken Sie die Hosenbeine daher in Ihre Socken. Ziehen Sie möglichst helle Kleidung an – darauf erkennen Sie Zecken leichter. Glatte Stoffe sind ideal, denn darauf können sich die Tiere schlechter festhalten. Tragen Sie auf die Hautpartien, die nicht bedeckt sind, großzügig Insektenabwehrmittel auf. Suchen Sie sich nach jedem Ausflug ins Freie sorgfältig ab. Sollten Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese möglichst schnell.

 

 

 

 


RD Abbinder
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