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Waldemar Meisner vor der Tankstelle, die überfallen wurde.
© Jens Nieth
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Helden des Alltags

Verfolgungsjagd mit dem Auto

Überfall auf eine Tankstelle: Waldemar Meisner verfolgt und stoppt die Täter.

Ausgabe: Dezember 2019 Autor: Annette Lübbers

In der Nacht zum 22. August 2019 will Waldemar Meisner eigentlich nur Kaffee für sich und seine Freunde holen. Gemeinsam basteln sie in der Garage eines Bekannten im Paderborner Stadtteil Sande an alten Autos. Gegen 22.30 Uhr macht der 37-jährige Logistiker sich auf den Weg zur Tankstelle an der Bielefelder Straße. Er nimmt mit seinem Auto die Abkürzung über einen Feldweg, den er auf dem Heimweg von der Arbeit häufiger benutzt. In dieser Nacht steht ein Kleinwagen am Wegrand, hinter dem Lenkrad sitzt ein junger Mann. Im Licht der Innenbeleuchtung kann Meisner ihn deutlich sehen. „Was macht der denn hier?“, fragt der Logistiker sich verwundert. Instinktiv merkt er sich das Kennzeichen des Wagens.

Überfall auf die Tankstelle

Ein paar Minuten später ist er wieder auf der Straße, kurz darauf an der Tankstelle. Langsam rollt er auf den Eingang des Verkaufsraums zu, als zwei junge Männer aus der Tür stürmen. Alles an ihnen ist schwarz – Kleidung, Gesichter, Hände. Einer der beiden hält eine Plastiktüte in der Hand. Der andere rennt sofort davon. Der Mann mit der Tüte aber bleibt wenige Meter vor Meisners Auto stehen. Plötzlich reißt er die rechte Hand hoch. Entsetzt blickt Meisner in den Lauf einer Pistole. Jetzt erkennt er auch, dass der Mann nicht schwarzer Hautfarbe ist, sondern eine Sturmhaube und Handschuhe trägt. „Wo bin ich da bloß reingeraten“, schießt es dem Vater eines 18-jährigen Sohnes und einer dreijährigen Tochter durch den Kopf. Dann drückt er die Kupplung durch und lässt den Motor aufheulen. Seinen Wagen empfindet er in diesem Moment als Waffe – die einzige, die ihm zur Verfügung steht. „Wenn du schießt, dann gebe ich Gas!“, soll das Motorheulen sagen.

Die Drohung wirkt!

Die Hand des Angreifers beginnt zu zittern, dann lässt er den Arm sinken, dreht sich um und sprintet hinter seinem Kumpan her. Die beiden laufen in Richtung des Feldwegs. Meisner wird klar: Der Kleinwagen, den er vorhin dort gesehen hat, ist das Fluchtfahrzeug der Männer. Dem Logistiker ist auch bewusst: Zu Fuß kann er die Flüchtenden nicht einholen. Noch während er wendet, greift er zum Handy. In der Aufregung wählt er 112 statt 110. „An der Bielefelder Straße wurde gerade die Tankstelle überfallen. Ich verfolge die Täter“, ­erklärt er und gibt das Kennzeichen des Kleinwagens durch. „Passen Sie bloß auf sich auf“, erklärt der Mann am anderen Ende der Leitung. „Ich stelle Sie jetzt zur Polizei durch!“ Dann bricht die Verbindung ab.

Meisner biegt eben von der Straße in den Feldweg ein, als sein Handy klingelt. Er hat gerade noch Zeit, dem Polizisten seine Angaben zu wiederholen, bevor seine Scheinwerfer den Kleinwagen erfassen – just in dem Moment, in dem einer der Täter die Beifahrertür aufreißt. Deutlich sieht Meisner die Pistole, die der Mann noch immer in der Hand hält. Der zweite Täter kommt angehetzt. Zu spät, Meisner schneidet ihm mit seinem Auto den Weg ab. Das Fluchtfahrzeug schießt vorwärts. Der Räuber, der es nicht mehr hineingeschafft hat, bleibt zurück. Meisner folgt dem Wagen, den Feldweg entlang bis in ein Wohngebiet. Dort biegt der Kleinwagen nach links ab. Meisner gibt die Information an die Polizei weiter. „Welche Straße ist das?“ Meisner weiß es nicht. Aber dass es sich um eine Sackgasse handelt, das weiß er.

Der Fluchtwagen bleibt stehen. Meisner auch. Er hupt. Mehrmals. Vielleicht lockt der Krach die Anwohner aus den Häusern? Aber es öffnet sich nur die Beifahrertür des Wagens vor ihm. Der Mann mit der Pistole springt heraus. Als er an Meisners Auto vorbeistürmt, reißt der die Tür auf, um den Flüchtenden zu Fall zu bringen, verfehlt ihn aber.
Meisner schnappt sein Handy und steigt aus. Gerade verlässt auch der Fahrer des Kleinwagens sein Fahrzeug. „Hast du gesehen? Der hat eine Pistole“, ruft er Meisner zu. Ganz so, als habe ein Unbekannter ihn gezwungen, ihn in seinem Auto mitzunehmen. Meisner herrscht ihn an: „Du steigst jetzt sofort wieder in dein Auto, gibst mir den Schlüssel und legst brav die Hände aufs Lenkrad.“ Der Fahrer gehorcht.

Alle am Überfall Beteiligten werden gefasst

Die Sackgasse ist noch immer menschenleer. Meisner geht zum nächsten Hauseingang und klingelt Sturm. Ein alter Mann öffnet. „Hier an meinem Handy ist die Polizei dran. Sagen Sie dem Beamten, wo genau wir uns befinden“, fordert Meisner den Mann auf und drückt ihm das Handy in die Hand. Dann geht er zurück zum Fluchtfahrzeug. Wenige Minuten später biegt der erste Streifenwagen in die Sackgasse. Ein Beamter durchsucht das Fluchtfahrzeug, beschlagnahmt ein Messer und einen Ausweis. Der Fahrer wird in Handschellen abgeführt. Gleich darauf wimmelt es von ausschwärmenden Beamten. Zu Fuß können die Flüchtigen ja nicht weit gekommen sein. Tatsächlich werden die beiden Männer noch in derselben Nacht gefasst.

„Ich bin als Wolgadeutscher mit meinen Eltern aus dem damals chaotischen Kasachstan geflohen“, erzählt Meisner, dem dieser rasche Fahndungserfolg zu verdanken ist. „Dort war man auf den Straßen seines Lebens nicht sicher, und deshalb mag ich die geordneten Verhältnisse in meiner neuen Heimat. Aus diesem Grund fühle ich mich auch mitverantwortlich für das, was auf unseren Straßen passiert.“


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RD Abbinder
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