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YouTube - wie ein Video-Portal die Welt verändert
© Focus Pocus LTD / Fotolia.com
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Familie & Leben

YouTube - wie ein Video-Portal die Welt verändert

Auf Youtube kann jeder Videos ins Netz stellen und teilen. Das hat den Nachrichten-Konsum der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, aber auch das Showbusiness nachhaltig verändert.

Ausgabe: Februar 2016 Autor: Simon Hemelryk

Im Zoo von San Diego, USA, steht ein unauffälliger junger Mann vor dem Elefantengehege. „Tja, äh, das Wichtige an diesen Tieren ist, dass sie echt sehr, sehr lange Rüssel haben“, plappert er in die Kamera. „Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.“ Kaum zu glauben, aber als dieser Clip am 23. April 2005 auf die neue Website www.youtube.com hochgeladen wurde, löste er ein Phänomen aus, das die Welt veränderte (Auf dieser Seite ganz unten können Sie das Video ansehen). Der junge Mann war Jawed Karim, einer der Gründer von YouTube. Karim, Steve Chen und Chad Hurley hatten eine Lücke im Internetangebot ausgemacht: Es gab keine Möglichkeit, selbst gedrehte Videos einfach hoch­zuladen und mit anderen zu teilen.

YouTube entwickelte sich rasch zu einem Erfolg. Nach nur einem Jahr wurden dort schon 25 Millionen Videos angeschaut – pro Tag.

Zehn Jahre später registriert die Website mehr als eine Milliarde Besucher pro Monat, die sich sechs Milliarden Stunden Film ansehen. Jede Minute wächst das Angebot um 100 Stunden Material. Hochgeladen werden die Videos sowohl von Amateuren, die im Schlafzimmer vor dem PC sitzen, als auch von multinationalen Konzernen oder Regierungen. YouTube hat die Art, wie wir arbeiten, Spaß haben und spielen, grundlegend verändert.

Zahllose selbst ernannte Musikkritiker, Animateure, Filmemacher, Lifestyle-Berater für Teenager und andere Amateure nutzen die Plattform, um über ihre Filme ein breites Publikum anzusprechen.

„Die Angebote von Fernsehen und Film wurden früher einem passiven Publikum einfach vorgesetzt“, sagt der kanadische Autor Don Tapscott. „Jetzt kann sich jeder an der Entstehung von einem Stück Kultur beteiligen.“ Gleichzeitig hat YouTube aber auch eine lukrative alternative Unter­haltungsindustrie entstehen lassen. Im Rahmen des sogenannten Partnerprogramms bekommen die Video­schaffenden – abhängig von den Zuschauerzahlen – einen Anteil an den vier Milliarden Euro, die YouTube im Jahr mit Anzeigen erwirtschaftet. Tausende Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt inzwischen mit Themen wie Paarberatung oder lustigen Kurzfilmchen.

Um in der traditionellen Medien- und Unterhaltungsbranche erfolgreich zu sein, mussten sich Künstler früher über zahllose Auftritte in kleinen Klubs mühsam hocharbeiten. Heute starten viele über YouTube in eine Karriere im Showbusiness. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist der kanadische Popstar Justin Bieber. Früher bestimmten Fernsehmanager, Promoter und professionelle Rezensenten, welche Künstler so viel öffentliche Aufmerksamkeit bekamen, dass sie Stars wurden. Heute entscheidet die Öffentlichkeit auf YouTube, was heiß ist und was nicht.

YouTube wird auch als Plattform dafür genutzt, Fehlverhalten von Regierenden oder Beamten publik zu machen und politischen Wandel in Gang zu setzen.

Das gilt insbesondere für solche Länder, in denen die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist. Als die russische Punkband Pussy Riot im Februar 2012 in einer Moskauer Kirche gegen Präsident Putin protestierte, veröffentlichte sie das Video auf YouTube. Und noch bevor die Mainstream-Medien mit ihrer Berichterstattung begonnen hatten, waren im Januar 2011 Bilder von den ersten Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo bei YouTube abrufbar und fachten die Proteste gegen Präsident Hosni Mubarak an.

Amateure wie Unternehmen haben bei YouTube Tausende Lehrfilme eingestellt. Aber auch für anspruchs­volles Lernen dient YouTube als Plattform.

Ein Beispiel sind die TED Talks, Vorlesungen von Experten zu allen möglichen wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Themen. Manche Wissenschaftler präsentieren auf YouTube auch ihre Entdeckungen. Johnny Chung Lee von der Universität Carnegie Mellon in den USA zeigte 2008 in einem Video, wie sich mit dem Controller einer Spielkonsole eine virtuelle Realität auf einem Fernsehgerät darstellen lässt. Das Video wurde millionenfach abgerufen.

YouTube hat uns ein viel umfassenderes Bild der Vergangenheit gegeben als es Erzählungen, Geschichtsbücher oder TV-Dokumentationen können.

„YouTube ist ein visuelles Archiv eines Großteils dessen, was in unserer Welt geschieht oder geschehen ist. Und es steht jedermann zur Verfügung“, sagt Dan Tapscott. Dank eines YouTube-Videos kann man sich nun sogar an eine Familienfeier erinnern, bei der man gar nicht dabei gewesen ist. Interviews mit vor langem verstorbenen Autoren, Auftritte verblichener Entertainer? Alles möglich.

YouTube hat das Marketing nachhaltig verändert.

Das sagt der Autor John Blossom: „Für fast jedes Unternehmen ist es sehr wichtig, eine gute Präsenz auf YouTube zu haben.“ Die Website ist eine hervorragende Plattform für Anzeigen, und in den Kommentaren bekommen die Firmen sofortiges Feedback zu ihren Produkten. Gleichzeitig jedoch untergräbt YouTube den Entscheidungsfreiraum der Unternehmen, was die Wahrnehmung ihrer Produkte anbelangt. Videoblogger nämlich rezensieren alles: von Luxusautos bis hin zu Restaurants. Viele erreichen ein Millionenpublikum. Die Firmen umwerben sie deshalb mit Gratisangeboten oder schalten Anzeigen im Umfeld ihrer Videos.


Um Kritik von Youtube-Nutzern entgegenzutreten, werden manchmal drastische PR-Maßnahmen nötig.

2009 lud der kanadische Musiker Dave Carroll ein Video hoch, in dem er der Fluggesellschaft United Airlines die Schuld daran gab, dass seine Gitarre kaputtgegangen war. Das führte dazu, dass das US-amerikanische Unternehmen seine Kundendienstpolitik überarbeitete. Kleine Betriebe und Start-Ups hingegen können es durch bezahlbare Werbung auf YouTube mit den Branchengrößen aufnehmen.

Konventionelle Medien scheinen out: Die Welt sieht sich Nachrichten auf Youtube an.

YouTube sei die Plattform, auf der sich die Welt Nachrichten ansieht, stellte die US-amerikanische Denkfabrik Pew Research Center 2012 in einer Studie fest. In fünf der 15 untersuchten Monate sei der meistgesuchte Begriff nachrichtenbezogen gewesen. 39 Prozent der am meisten abgerufenen Videos allerdings stammten nicht von etablierten Medien. Bei diversen Ereignissen waren Amateur­aufnahmen die ersten Bilder, manchmal sogar die einzigen.
Der George-Polk-Journalismuspreis wurde 2009 beispielsweise für ein Video verliehen, das zeigt, wie die iranische Demonstrantin Nega Agha-Soltan erschossen wurde. Was die aktuellsten und wichtigsten Ereignisse sind, würden heutzutage immer wieder YouTube und seine Nutzer bestimmen und nicht Redakteure und Fernsehproduzenten, sagt Blossom: „Die großen Medienunternehmen müssen YouTube folgen, um wenigstens einen Teil der Aufmerksamkeit zu erhaschen.“

"Me at the zoo" - so heißt das Video, das als das erste überhaupt je bei Youtube hochgeladen wurde. Hier sehen Sie das Original von und mit Jawed Karim von 2005:

 

 

 


 

RD Abbinder
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