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Helfen macht glücklich!
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Aus der
aktuellen
Ausgabe

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Helfen macht glücklich!

Hilfsbereite Zeitgenossen lassen uns an das Gute im Menschen glauben. Hier finden Sie 17 wahre Geschichten von Lesern aus aller Welt.

Ausgabe: Oktober 2016 Autor: Reader's Digest

1.) Der Mann an der Kasse

Nachdem die Kassiererin im Supermarkt alle meine Einkäufe eingescannt hatte, fehlten mir zwölf Dollar zur Gesamtsumme. Ich hatte schon begonnen, Waren aufs Band zurückzulegen, als mir ein anderer Kunde einen 20-Dollar-Schein hinhielt.
„Danke, aber das kann ich nicht annehmen“, sagte ich zu ihm.

„Lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen“, erwiderte er. „Meine Mutter ist krebskrank und liegt im Krankenhaus. Jeden Tag besuche ich sie und bringe ihr einen Blumenstrauß mit. Aber als ich heute Morgen zu ihr kam, wurde sie ärgerlich, weil ich so viel Geld für Blumen ausgebe. Sie verlangte, dass ich etwas an­deres damit machen solle. Also bitte, nehmen Sie es an. Es ist das Blumengeld für meine Mutter.“

Leslie Wagner, Arkansas, USA

2.) Großzügige Einladung

Wir waren gerade im Ort Libourne im Département Gironde, Frankreich, als unser Auto streikte. Sehr weit weg von zu Hause! Nach einem Blick unter die Kühlerhaube war meiner Freundin und mir klar, dass wir den Wagen so bald nicht wieder flott bekommen würden. In diesem Moment trat eine Dame aus dem Haus, vor dem wir liegen geblieben waren, und sprach uns an: „Es ist Freitagabend, die Werkstätten haben jetzt geschlossen. In meinem Garten steht ein Wohnwagen. Den können Sie gern benutzen.“

Die Dame gab uns nicht nur einen Platz zum Schlafen, sondern lud uns auch zum Abendessen ein. Am nächsten Tag zeigte sie uns noch die Weinberge von Saint-Émilion, während ein Automechaniker unseren Wagen reparierte. Nichts schien für sie selbstverständlicher zu sein, als Wildfremden mit Großzügigkeit zu begegnen.

Etienne van Ceulen, Brüssel, Belgien

3.) Arbeitsstelle vermittelt

Mein Nachbar Jim war im Baugewerbe tätig und rang mit der Entscheidung, in Rente zu gehen oder noch ein wenig länger zu arbeiten. Da traf er eines Tages einen jüngeren Kollegen, mit dem er früher einmal zusammen­gearbeitet hatte. Der junge Mann hatte Frau und drei Kinder und kam kaum über die Runden, da er schon eine Weile arbeitslos war.

Am nächsten Morgen stellte Jim seinen Rentenantrag und schlug in der Personalabteilung den jüngeren Mann als seinen Nachfolger vor. Das war vor sechs Jahren, und jener junge Familienvater arbeitet noch heute dort.

Miranda MacLean, Michigan, USA

4.) Farbenfrohe Überraschung

Ich hatte ganz vergessen, dass man nur begrenzte Mengen Flüssigkeit im Handgepäck mit an Bord eines Flugzeugs nehmen darf. So musste ich an der Sicherheitskontrolle im Flughafen alle meine Farbtuben zurücklassen.

Als ich eine Woche später von meiner Reise zurückkehrte, wartete an der Gepäckausgabe ein Flughafen­mitarbeiter auf mich. Er hatte nicht nur meine Farben für mich aufbewahrt, sondern auch meinen Rückflug ermittelt, um sie mir zu überreichen.

Marilyn Kinsella, Canmore, Kanada

5.) Urlaub gerettet

Mein Lebensgefährte und ich verbrachten den Jahreswechsel in Kenia. Wir hatten eine Safari geplant, die wir vor Ort buchen und mit unserer Kreditkarte begleichen wollten. Als es ans Bezahlen ging, stellte ich fest, dass ich anstatt der Kreditkarte die ADAC-Karte eingesteckt hatte. Wir hätten für die Safari fast unser gesamtes Bargeld gebraucht und keine Mitbringsel für unsere Kinder und Enkel mehr kaufen können.

In dieser Situation half uns ein Ehepaar, das wir ein paar Tage zuvor kennengelernt hatten. Sie liehen uns das Geld einfach so und ließen sich nur unsere Adresse geben. Selbstverständlich haben wir sofort nach der Rückkehr unsere Schulden beglichen. Die beiden waren für uns die rettenden Engel. Ohne sie wäre der Urlaub nur halb so schön gewesen.

Bärbel Krämer, Wiesbaden

6.) Gute Erziehung

Meine fünfjährige Enkelin vergnügte  sich zusammen mit vielen anderen Kindern im Kinderland einer IKEA-Filiale. Plötzlich machte sie einem kleinen Jungen ein Zeichen, er möge stehen bleiben. Sie kniete sich vor ihm hin und band ihm die losen Schnürsenkel – das hatte sie gerade erst selbst gelernt. Die beiden wechselten kein Wort, doch als sie fertig war, tauschten die Kleinen ein schüchternes Lächeln und sprangen dann davon – jedes in eine andere Richtung.

Sheela Mayes, Louisiana, USA

7.) Sie zeigte mir den Weg

Nach einer Party machte ich mich auf den Heimweg, erwischte die falsche Autobahnausfahrt und hatte mich kurz darauf hoffnungslos verirrt. Ich hielt auf dem Seitenstreifen und wählte die Nummer des Verkehrsnotrufs. Die Mitarbeiterin am Telefon versuchte, mich mit der Verkehrs­polizei zu verbinden, ohne Erfolg. Als sie die Panik in meiner Stimme hörte, schlug sie Folgendes vor: „Sie befinden sich ganz in der Nähe meines Büros. Ich habe gleich Feierabend. Bleiben Sie, wo Sie sind, und ich komme zu Ihnen.“

Zehn Minuten später rollte ihr Auto heran. Sie lotste mich nicht nur zur richtigen Autobahnauffahrt, sondern begleitete mich auch noch bis zu meiner Ausfahrt. Dann entschwand sie mit einem kurzen Winken in der Nacht.

Michelle Arnold, Kalifornien, USA

8.) Eine freundliche Geste

Als Teenager war ich immer knapp bei Kasse. Eines Tages ging meinem Mofa der Sprit aus. Ich schob es zu einer Tankstelle und wollte einen Liter Benzin kaufen – für mehr hatte ich kein Geld. Damals gab es den Treibstoff, den ich benötigte, aber nur in Zweiliterflaschen. Die Tankwartin betrachtete mich abschätzig und sagte, für mich würde sie keine Flasche anbrechen.

Was blieb mir übrig, als weiter zu schieben? Ich war noch keine 200 Meter weit gekommen, als ein Lieferwagen neben mir anhielt. Der Fahrer kurbelte sein Fenster herunter: „Ich habe gehört, wie diese Frau mit dir umgesprungen ist. Hier nimm und kauf’ dir Sprit an einer anderen Tankstelle.“ Er gab mir einen Fünf-Franc-Schein. Das reichte damals für eine komplette Tankfüllung. Voller Rührung bedankte ich mich.

Heute bin ich 68 Jahre alt, aber die großzügige Geste dieses Mannes werde ich nie vergessen.

Claude Lefèvre, Bourganeuf, Frankreich

9.) Das Brot teilen

Im vergangenen Dezember kaufte ich mir auf dem Weg zur Arbeit in einem Feinkostladen ein belegtes Brötchen. Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen.

Doch als ich aus dem Geschäft trat, fiel mir ein älterer Mann an der Bushaltestelle gegenüber auf, der sehr ärmlich wirkte. Ich schenkte ihm mein Brötchen, weil ich mir vorstellen konnte, dass dies vielleicht seine einzige Mahlzeit für diesen Tag sein würde.

Überraschenderweise ging auch ich nicht leer aus. Eine andere Kundin aus dem Laden bot mir die Hälfte ihres eigenen Brötchens an. Ich freute mich wahnsinnig, denn ich erkannte, dass für alle Menschen in irgendeiner Form gesorgt wird.

Liliana Figueroa, Arizona, USA

10.) Vier starke Arme

Vor zwei Jahren musste ich mich einer Hüftoperation unterziehen. Für längere Zeit ging ich an Krücken und konnte keine großen Schritte machen. Etwa vier Wochen nach der Operation hatte ich einen Termin in Karlsruhe. Autofahren konnte ich noch nicht wieder, also nahm ich die Bahn. Der Zug hielt an, und ich wollte aussteigen, aber zwischen Waggon und Bahnsteig war eine zu große Lücke. Ich traute mich nicht, den Schritt auf den Bahnsteig zu machen. Ich wurde immer unruhiger, denn der Zug sollte in Kürze zurückfahren.

Plötzlich spürte ich starke Arme unter meinen Achseln, und zwei junge Männer hoben mich auf den Bahnsteig! Ich bedankte mich bei meinen Helfern, die arabisch aussahen. Sie sagten: „Allah gebietet uns, den Kranken und Behinderten zu helfen!“ Dieses Erlebnis ist mir unvergesslich geblieben und hat meine Haltung zu Muslimen wesentlich beeinflusst.

Gottfried Zurbrügg, Zell am Harmersbach

11.) Wichtige Botschaft

Als mein Mann unerwartet starb, nahm sich eine Arbeitskollegin meiner an. Ein ganzes Jahr lang schickte sie mir jede Woche eine Postkarte, auf der Sätze standen wie „Ich denke an dich“ oder „Halte durch“. Sie hat mir damit das Leben gerettet.

Jerilynn Collette, Minnesota, USA

12.) Bis ans Ende der Straße

An jenem Winterabend schneite es in dicken Flocken. Die ganze Stadt lag unter einer Schneedecke. Man kam nur mühsam voran – sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch zu Fuß. Ich war mit dem Bus unterwegs, um bei einer Freundin zu Abend zu essen. Als ich ausstieg, sah ich, dass die steile Straße, die zu ihrem Haus hinunterführte, eine einzige Schlitterbahn war. Schon beim ersten vorsichtigen Schritt rutschte ich aus.

Da hielt ein Auto neben mir an. Der Fahrer ließ die Scheibe herunter und fragte, wohin ich müsste.

„Nur bis zum Haus am Ende der Straße“, antwortete ich recht kläglich. „Das ist zu riskant bei diesen Straßenverhältnissen“, meinte er. „Steigen Sie ein. Ich fahre um den Häuserblock und setze Sie dort ab.“

Sein Angebot erwies sich als äußerst großzügig. Da es in diesem Stadtteil viele Einbahnstraßen gibt, musste er einen ziemlichen Umweg fahren, um mich ans Ziel zu bringen.

Danièle Herzoge, Zürich, Schweiz

13.) Nur auf der Durchreise

Im Oktober 2015 war ich mit meiner Frau für ein paar Tage in New York. Am ersten Abend ging ich spazieren, während meine Frau sich im Hotel ausruhte. Auf dem Rückweg wollte ich mir eine Metrokarte für rund 30 Dollar kaufen. Statt des Fahrscheins druckte der Automat eine Mitteilung: Er könne im Moment keinen Fahrschein ausstellen. Ich solle eine Hotline anrufen oder eine E-Mail schreiben und bekäme dann mein Geld in ein paar Tagen wieder.

Die Hotline war besetzt. Eine Frau am Automat neben mir fragte, ob sie mir behilflich sein könne. Ich schilderte ihr mein Problem, und sie meinte, eine Station weiter gäbe es einen Fahrdienstleiter, der helfen könne. Sie war etwa 70 Jahre alt und gehbehindert – trotzdem begleitete sie mich. Der Fahrdienstleiter erwies sich als unwillig, was die Dame sichtlich aufbrachte. Da meine Frau und ich drei Tage später weiterflogen, glaubte ich, meine 30 Dollar seien verloren.
Ich wollte mich gerade verabschieden, als die Dame meinte, ich solle ihr den Zettel aus dem Automaten geben. Sie las ihn durch und sagte: „Ich gebe Ihnen die 30 Dollar und hole sie mir dann von dem U-Bahnbetreiber zurück.“ Ich wollte nicht, dass sie sich wegen mir Umstände machte, aber sie bestand darauf. Mit den 30 Dollar ging ich glücklich ins Hotel zurück.

Glücklich, nicht wegen des Geldes, sondern weil ich eine Hilfsbereitschaft erfahren durfte, die nicht selbstverständlich ist.

Manfred Gölter, Pirmasens

14.) Genau hingeschaut

Einmal fuhr ich in einem Schneesturm nach Hause und bemerkte dicht hinter mir ein anderes Auto. Da platzte plötzlich einer meiner Reifen! Ich lenkte den Wagen an den Straßenrand, und das andere Auto hielt ebenfalls. Ein Mann sprang heraus und machte sich sofort daran, meinen Reifen zu wechseln.

„Eigentlich hätte ich schon vor drei Kilometern abbiegen müssen“, sagte er. „Aber einer Ihrer Reifen schien nicht in Ordnung zu sein.“

Marilyn Attebery, Washington, USA

15.) Hundert Schmetterlinge

Ich war gerade mit unserem ersten Kind im fünften Monat schwanger, als eines Tages seine Herztöne verstummten. Der Verlust unseres Babys hinterließ bei mir einen abgrund­tiefen Schmerz.

Die Tage verstrichen, und ich machte mir große Sorgen über die Rückkehr an meinen Arbeitsplatz. Ich bin Lehrerin an einer weiterführenden Schule und konnte mir nicht vorstellen, wieder vor Kindern zu stehen.

Nach vier Wochen betrat ich zum ersten Mal wieder mein leeres Klassenzimmer. Ich schaltete das Licht ein, und an den Wänden hingen 100 Schmetterlinge aus Papier. Auf jeden einzelnen davon hatten meine derzeitigen und ehemaligen Schüler ermutigende Botschaften geschrieben: „Gehe immer vorwärts“, „Vertraue auf Gott“ und „Vergiss nicht: Wir lieben dich“. Das war genau das, was ich damals brauchte.

Jennifer Garcia-Esquivel, Texas, USA

16.) Die richtige Ahnung

Ich war mit dem Auto quer durchs Land unterwegs, um eine neue Arbeitsstelle anzutreten. Was als Abenteuer begann, wurde schon bald zum Albtraum, als mir irgendwann klar wurde, dass ich fast mein ganzes Geld für Benzin ausgegeben hatte, und noch lange nicht am Ziel war.

Ich hielt am Straßenrand an und ließ meinen Tränen freien Lauf. Da sah ich die ungeöffnete Abschiedskarte, die mir meine Nachbarin vor meiner Abreise noch schnell in die Hand gedrückt hatte. Ich zog sie aus dem Umschlag, und ein 100-Dollar-Schein fiel mir entgegen – gerade genug, um mich ans Ziel meiner Reise zu bringen. Später fragte ich meine Nachbarin, warum sie das Geld in den Umschlag gesteckt hatte. Sie antwortete: „Ich hatte so ein Gefühl, dass du es brauchen würdest.“

Nadine Chandler, Massachusetts, USA

17.) Eine Decke fliegt davon

Als ich sieben Jahre alt war, fuhr ich mit meiner Familie zum Grand
Canyon. Plötzlich riss der Fahrtwind meine Lieblingsdecke aus dem Fenster, und sie flatterte davon. Ich war am Boden zerstört. Kurze Zeit später hielten wir an einer Raststätte. Zu Tode betrübt suchte ich mir eine Bank und wollte gerade mein Sandwich essen, als eine Motorradgang auf den Parkplatz einbog.

„Gehört Ihnen der blaue Ford?“, fragte ein großer, furchteinflößender Mann. Meine Mutter nickte widerstrebend. Da zog der Mann meine Decke unter seiner Lederjacke hervor und gab sie ihr. Dann kehrte er zu seinem Motorrad zurück.
Als Dank fiel mir nur eines ein: Ich rannte hinter ihm her und schenkte ihm mein Sandwich.

Zena Hamilton, Großbritannien

 

 


 

RD Abbinder
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