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Im Spiegel der Zeit: Geschichten, die das Leben schreibt
Jürgen Schinker
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Im Spiegel der Zeit: Geschichten, die das Leben schreibt

Ein Interview mit Almuth Stiefvater, Projektleiterin der Reader’s Digest Buchreihe "Im Spiegel der Zeit".

Autor: Reader's Digest

Die Reihe IM SPIEGEL DER ZEIT gibt es seit über 25 Jahren. In ihr erscheinen keine Romane, sondern Tatsachenberichte. Wie ist diese Reihe entstanden?

Almuth Stiefvater: Auch bevor die Reihe 1991 aus der Taufe gehoben wurde, gab es bei Reader's Digest schon Titel aus dem Bereich erzählendes Sachbuch, diese erschienen allerdings in den Auswahlbüchern, neben den Romanen. Da die Resonanz darauf so positiv war, entschied man sich, daraus eine eigene Buchreihe zu machen.

Wie werden Sie auf Titel für diese Reihe aufmerksam?

Das ist ganz unterschiedlich. Unser Augenmerk liegt auf dem klassisch erzählenden Sachbuch. Im Gegensatz zur Belletristik gibt es hierfür keine eigene Bestsellerliste, an der man sich orientieren kann. Denn auf der Sachbuchliste stehen neben dem erzählenden Sachbuch auch immer Ratgeber oder Bildbände. Deshalb begeben wir uns auch zusätzlich auf anderen Wegen auf die Suche nach geeigneten Titeln: Wir prüfen die Verlagsprogramme und lesen aufmerksam Zeitung und Zeitschriften. Ich bin aber auch schon durch eine Talkshow oder eine Radiosendung auf ein interessantes Buch aufmerksam geworden.

Und nach welchen Kriterien gehen Sie bei der Auswahl vor?

Wichtig ist uns, die große Vielfalt abzubilden. Es gibt so viele außergewöhnliche Erlebnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen, seien es abenteuerliche Reiseberichte, spannende Biografien, besondere Erfahrungen mit Tieren oder ergreifende Schicksale. Wir wählen, die faszinierendsten und bewegendsten unter ihnen für unsere Leser aus.

Wie reagieren die Autoren darauf, dass aus ihrem Leben beziehungsweise ihren besonderen Erlebnissen eine Kurzfassung gemacht wird?

Die meisten freuen sich einfach darüber, dass sie auch bei uns erscheinen. Denn dass wir ihren Titel auswählen, zeigt ja, dass er etwas Besonderes ist. Nur in Ausnahmefällen möchten die Autoren wissen, wie ihr Buch in unserer Kurzfassung aussehen wird. Dafür habe ich Verständnis, denn es handelt sich immer um persönliche Erlebnisse, mit denen man etwas von sich preisgibt. Und manche der Autoren schreiben nur ein Buch in ihrem Leben, das liegt ihnen natürlich besonders am Herzen. Meistens reicht ein klärendes Gespräch darüber, wie sorgfältig wir kürzen.

Gilt das auch für prominente Autoren, die in der Reihe vertreten sind, wie zum Beispiel Thomas Gottschalk oder Joachim Gauck?

Ja, da gibt es keine Unterschiede. Manche der prominenten Zeitgenossen möchten die Kurzfassung gegenlesen, die meisten jedoch nicht. Bisher gab es jedoch keinerlei Einwände, im Gegenteil, es gab auch schon Lob.

Gibt es einen Unterschied zwischen einer Roman- und einer Sachbuchkürzung?

Oft sind erzählende Sachbücher weniger komplex angelegt als verschachtelte Romane oder trickreich aufgebaute Krimis. Sie sind episodenhafter erzählt, die Fäden hängen nicht so eng zusammen. Das macht es etwas leichter, ansonsten gelten aber dieselben Kriterien.

Welche sind das?

Die Kurzfassung muss dicht am Original bleiben. Die Intention des Autors darf nicht verfälscht, der Fokus nicht verschoben werden.

Eine abschließende Frage: Gibt es eine Geschichte, die Sie besonders berührt hat?

Alle sind auf ihre Art beeindruckend. Aber ein Buch blieb mir tatsächlich besonders im Gedächtnis: „Der Pinguin meines Lebens“ von Tom Michell. Darin rettet ein junger Mann einen Pinguin vor der Ölpest, und zwischen den beiden entsteht ein ungewöhnliches Band. Diese Geschichte hatte einen ganz besonderen Charme.


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Im Spiegel der Zeit

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