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Hollywood-Star Sigourney Weaver: "Ich glaube an Aliens"
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Hollywood-Star Sigourney Weaver: "Ich glaube an Aliens"

Im Exklusiv-Interview mit Reader's Digest spricht Sigourney Weaver über starke Frauen, Mut und Außerirdische.

Ausgabe: Februar 2017 Autor: Dieter Oßwald

Sie ist die Mutter aller Science-Fiction-Heldinnen: Vor mehr als 35 Jahren wurde Sigourney Weaver in Alien als mutige Raumfahrerin Ripley zur Kultfigur. Ihr komödiantisches Talent zeigte die heute 67-Jährige in Die Waffen der Frauen und Ghostbusters. Glänzende Kritiken bekam sie für dramatische Rollen in Der Eissturm und Gorillas im Nebel. Demnächst steht sie für die Fortsetzungen des pompösen Spezialeffekt-Spektakels Avatar von Titanic-Regisseur James Cameron vor der Kamera. Doch zunächst kommt Weaver in Sieben Minuten nach Mitternacht auf die Leinwand. In dieser Romanverfilmung spielt sie eine Großmutter, deren alleinerziehende Tochter sterbenskrank ist.

Reader’s Digest: Frau Weaver, wir könnten das Gespräch gern auf Deutsch führen …
Sigourney Weaver: Ich wünschte, das wäre so. In der größten Film-Datenbank der Welt (www.imdb.com) steht aber doch, Sie könnten Deutsch? Das ist eine komplette Lüge, ich weiß nicht, wie diese Information dorthin gelangt ist. (Lacht). Ich hatte für einige Zeit ein deutsches Kindermädchen, aber die sprach nie Deutsch mit mir. Lediglich ein paar Zahlen hat sie mir beigebracht: Eins, zwei, drei, vier, fünf – mehr kann ich nicht.

In Ihrem neuen Film spielen Sie erstmals eine Großmutter. Was hat Sie an dieser Rolle gereizt?
Ich bin sehr glücklich über dieses Projekt, weil ich den Roman so außergewöhnlich finde. Diese Rolle war für mich eine ziemliche Herausforderung. Nicht nur, weil ich mit einem britischen Akzent sprechen muss, sondern meine Figur ist zunächst ziemlich unangenehm und wird erst zum Ende sympathisch. Solche Entwicklungen einer Rolle gefallen mir ausgesprochen gut.

Waren Sie als Mutter ähnlich streng mit Ihrer Tochter wie die Figur, die Sie hier spielen?
Ich glaube nicht, dass ich so streng war, aber das musste ich auch gar nicht sein. Meine Tochter und ich sind fast immer derselben Meinung – auch wenn sich das vermutlich ungesund anhört. Man kann die Mutter im Film aber gut verstehen. Als sie von der Krankheit ihrer Tochter erfährt, möchte sie mit ihren Rat­schlägen ja nur helfen. Ich glaube, so würden die meisten Eltern reagieren.

Wie wichtig sind Schnittmengen mit einer Figur für Sie?
Ich muss schon auf eine gewisse Weise mit der Rolle verschmelzen können, das ist das Rohmaterial eines Schauspielers. Ich muss eine Figur glaubhaft machen, was bei einer Geschichte wie dieser einen schon ganz schön mitnehmen kann. Sie sind bekannt für die starken Frauen, die Sie spielen.

Wie stark sind Sie jenseits der Leinwand?
Ich halte mich nicht für besonders mutig. Ich schreie schon laut, wenn ich nur eine Spinne entdecke. Ich wäre also nicht die geeignete Person für eine Raumfahrt-Mission.

Konnten Sie von der Power-Frau Ripley nichts fürs eigene Leben lernen?
Wie die meisten Schauspieler kann auch ich eine Rolle wieder hervorholen. Ich bin einmal im Aufzug stecken geblieben und dachte: „Mein Gott!“ Dann überlegte ich: „Was würde Ripley machen?“ Also habe ich tief durchgeatmet, bis wir gerettet wurden. Wenn ich Hilfe brauche, kann ich mich also schon an Ripley wenden! (lacht)

Glauben Sie eigentlich an Aliens?
Ich glaube absolut an Aliens und ebenso an UFOs. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir die Einzigen in dieser Welt sind und es ansonsten keine Ergebnisse der kreativen Kräfte in diesem Universum gibt – das wäre doch ziemlich ent­täuschend. Ich möchte furchtbar gern noch ein Alien treffen, bevor ich sterbe – ein echtes natürlich!

 

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RD Abbinder
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