Eine schöne junge Frau trägt Creme auf ihr Gesicht auf.
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Gutes für Ihre Haut

Licht und Wärme streicheln Körper und Seele. Nach einem Sommertag gönnen Sie Ihrer Haut am besten eine Extraportion Pflege.

Ausgabe: Juli 2020 Autor: Barbara Erbe

Sonnenstrahlen auf der Haut kurbeln die Produktion des stimmungsaufhellenden Hormons Endorphin an, ebenso wie die Bildung von Vitamin D – unverzichtbar fürs Immunsystem des Körpers. Allerdings trocknet die Strahlung unsere Haut auch aus, zudem kann sie das Erbgut der Zellen verändern – es drohen vorzeitige Alterung, Pigmentstörungen, sogar Hautkrebs. Um sich davor zu schützen, rät Dr. Christoph Liebich, Mitglied des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen: „Vermeiden Sie direkte Sonne, tragen Sie ausreichenden UV-Schutz auf, und pflegen Sie Ihre Haut nach dem Lichtbad.“

 

Sanfte Reinigung

Zunächst gilt es, Ihr größtes Organ von Resten der Sonnencreme, Schweiß und Staub, nach dem Schwimmen auch von Salz oder Chlor zu befreien. All dies verstopft die Poren. Am besten duschen Sie mit lauwarmem Wasser. „Greifen Sie beim Duschgel zu milden, die Haut beruhigenden Produkten, die beispielsweise Aloe vera oder Panthenol enthalten, denn die Haut ist durch die Sonne gereizt“, empfiehlt Liebich, der in München selbst eine Praxis führt. Aus diesem Grund sind Schaumbäder, Peelings oder Bürstenmassagen nach dem Sonnenbad tabu. Tupfen Sie Ihre Haut trocken, aufs Abfrottieren sollten Sie jetzt verzichten.

Tragen Sie nach der Reinigung eine feuchtigkeitsspendende Körperlotion auf. Beruhigende Inhaltsstoffe wie Hamamelis sind ein willkommenes Extra. Neigen Sie eher zu trockener Haut, greifen Sie statt zu einer Lotion lieber zu einer Körpermilch. Diese ist fettreicher. „Um den Körper einmal richtig einzucremen, benötigen Sie etwa 20 Gramm“, erklärt Experte Liebich. „Von einer 100-Gramm-Tube also rund ein Fünftel.“ Tragen Sie nicht zu dick auf, schließlich möchte Ihre Haut atmen. Eine Ölschicht, unter der sich zudem die Hitze staut, behindert dies. Für noch mehr Pflege sorgen Sie, indem Sie viel trinken sowie reichlich Obst und Gemüse essen. „Wasser spendet Feuchtigkeit von innen und Pflanzenfarbstoffe, die sogenannten Antioxidantien, wirken der Bildung von entzündungsfördernden freien Radikalen entgegen“, erläutert Hautarzt Liebich.

 

Geballte Pflege

Im Prinzip reicht eine gewöhnliche Feuchtigkeitspflege nach dem Rendezvous mit der Sonne aus. Wer Wert auf zusätzliche Streicheleinheiten für seine gestresste Haut legt, kann ihr aber mit einer After-Sun-Lotion noch mehr Erholung verschaffen. Viele Präparate enthalten entzündungshemmende Substanzen wie Panthenol und Azulen, oder auch Glycerin, das den Wassergehalt in der Hornschicht der Haut auffüllt und sie auf diese Weise vor Austrocknung schützt. Zusätzliche Feuchtigkeit spenden Harnstoff und Natriumlactat. Sie fördern zudem die Abschuppung der obersten Hornschichten und wirken auf diese Weise hautreinigend.

Aufgepasst: Um die angenehm kühlende Wirkung von After-Sun-Produkten zu verstärken, fügen einige Hersteller Menthol oder Alkohol hinzu. „Von solchen Lotionen sollten Sie möglichst die Finger lassen“, erklärt Liebich. „Alkohol und Menthol fühlen sich ein paar Minuten lang angenehm erfrischend an, danach aber trocknen sie die Haut aus.“ Neigen Sie zu Allergien, werfen Sie unbedingt einen gründlichen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe, um sicherzugehen, dass keine Emulgatoren, Farb-, Parfüm- oder Konservierungsstoffe enthalten sind. Sie alle können die Haut reizen.

 

Erste Hilfe für die Haut

Echten Schaden richtet ein Sonnenbrand an. Medizinisch gesehen ist er eine Verbrennung. Die Haut entzündet sich, wird stärker durchblutet, schmerzt und fühlt sich wärmer als gewöhnlich an. Als lindernde Sofortmaßnahme eignen sich kühle Umschläge mit Joghurt oder Quark. Auch Kompressen, die Sie mit Feuchtigkeits- oder After-Sun-Lotion befeuchten, tun der Haut jetzt gut.

„Wichtig ist, dass das, was Sie auf die Haut streichen, eher fettarm ist, weil sich sonst darunter die Wärme staut“, erklärt Experte Liebich. „Also bitte keine Wund- und Heilsalben oder gar Butter verwenden.“ Lotionen mit Zusätzen wie Dexpanthenol oder Kamille unterstützen die Regeneration der Haut. Der Wirkstoff Diclofenac in kühlenden Gelen kann Schmerzen und Entzündungen unterdrücken, ebenso lokal angewendete, frei verkäufliche Cortisoncremes.

Weniger empfehlenswert sind Cremes, die Inhaltsstoffe mit hohem Allergierisiko enthalten, wie beispielsweise Perubalsam oder Benzocain, die Kontaktekzeme auslösen können. Schmerzt die Haut sehr oder bildet gar Blasen, ist ein Besuch beim Hautarzt ratsam. „Er oder sie kann dann auch eine höher dosierte Cortisonsalbe verschreiben“, erklärt Liebich. Bis die Verbrennung abgeheilt ist, vergehen ein, zwei Wochen. In dieser Zeit sollten Sie Ihrer Haut vor allem eines gönnen – Schatten.


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