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7 Naturheilmittel, die wirklich helfen
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7 Naturheilmittel, die wirklich helfen

Natürlich gesund: Dies sind sanfte Heilmittel, die wirken...

Ausgabe: August 2017 Autor: Bonnie Munday

Schätzungen zufolge soll der weltweite Markt für Natur-Heilmittel zum Jahresende 107 Milliarden US-Dollar (96 Milliarden Euro) umfassen. Der größte Teil davon wird in Europa umgesetzt.

Doch Vorsicht: Nicht alle Naturprodukte sind sicher

Das sagt die Londoner Ärztin Dr. Sarah Jarvis. Nicht zuletzt aus Sicherheits-Gründen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2014 dazu aufgerufen, Natur-Heilkunde bis 2023 in die staatlichen Gesundheits-Systeme zu integrieren. Durch die Regulierung von Natur-Heilprodukten, -praktiken und den praktizierenden Ärzten sollen nur sichere Methoden der Natur-Heilkunde gefördert werden.

Wechsel-Wirkungen mit Medikamenten sind möglich

Wer ein Natur-Heilmittel einnehmen möchte, „sollte vorher mit einem Arzt darüber sprechen“, rät Dr. Jarvis. Es sind Wechsel-Wirkungen mit Medikamenten möglich, und die benötigte Menge ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Im Folgenden stellen wir Ihnen sieben Natur-Heilmittel vor, die Ärzte empfehlen.

Flohsamen/Psyllium

  • Flohsamen helfen bei Verstopfung

  • Flohsamen-Schalen sind Ballaststoffe, die eine gestörte Verdauung regulieren können. Dr. Danielle Martin, Hausärztin aus Toronto, Kanada, und stellvertretende Geschäftsführerin des dortigen Frauen-Universitäts-Klinikums, sagt: „Ich empfehle meinen Patienten – ebenso wie viele Gastroenterologen – häufig Flohsamen-Schalen.“ Wenn Sie sie zum ersten Mal einnehmen, müssen Sie allerdings mit Blähungen rechnen. Außerdem sollten Sie viel trinken, denn Psyllium nimmt viel Wasser auf. Da es den Magen füllt, kann es auch beim Abnehmen helfen.

  • Darüber hinaus sind Flohsamen gut fürs Herz

  • Im Jahr 2000 ergab eine Auswertung von acht Studien, die im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, dass Flohsamen den Cholesterin-Spiegel senken. Die Hälfte der 656 Teilnehmer mit hohen Cholesterin-Werten nahm Psyllium, während die andere Hälfte ein Placebo erhielt. Nach acht Wochen waren die Werte des „schlechten“ Cholesterins LDL bei denjenigen, die Psyllium bekommen hatten, im Durchschnitt um rund 7 Prozent niedriger.

Trauben-Silberkerze

  • Wurzel der Trauben-Silberkerze bei Hitzewallungen

  • Dr. Jarvis betont: „Ich empfehle nur komplementäre Medikamente (ergänzende Mittel zur schulmedizinischen Therapie), deren Wirksamkeit erwiesen ist. Außerdem empfehle ich sie nur bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind.“ Zum Beispiel bei Hitzewallungen in den Wechseljahren. „Patientinnen, die auf eine Hormonersatz-Therapie verzichten möchten, können auf die Wurzel der Trauben-Silberkerze (Actaea racemosa) zurückgreifen“, sagt sie.

  • Allerdings wirkt sie nicht bei jeder Frau
  • Die Hormonersatz-Therapie ist zwar effektiver, sagt Dr. Jarvis, „aber auch die Trauben-Silberkerze kann Hitzewallungen deutlich lindern.“ Nebenwirkungen sind bei Einnahme der ärztlich empfohlenen Dosis selten. Allerdings sollten Menschen mit Lebererkrankungen darauf verzichten. Als weiteres pflanzliches Heilmittel, das bei Hitzewallungen helfen kann, nennt Dr. Jarvis Rotklee.

Melatonin

  • Melatonin gegen Schlaflosigkeit

  • Die Theater-Kritikerin Catherine Mounier, 70, aus dem französischen Lyon litt jahrelang an Schlaflosigkeit: „Ständig wachte ich nachts auf und war deshalb tagsüber erschöpft.“ Sie wandte sich an den Schlaf-Experten Dr. Patrick Lemoine aus Lyon, der zunächst ausschloss, dass sie an einer Schlaf-Apnoe litt. Dann empfahl er ihr, anstelle eines verschreibungspflichtigen Schlafmittels ergänzend Melatonin einzunehmen. „Es funktionierte: Zum ersten Mal in meinem Leben schlief ich die ganze Nacht tief und fest“, berichtet Mounier.

  • Melatonin ist ein Hormon, das unser Gehirn in der Zirbeldrüse produziert

  • Normalerweise passiert das, sobald es draußen dunkel wird; unsere Aufmerksamkeit lässt nach, und wir werden schläfrig. Über Nacht bleibt der Melatonin-Spiegel erhöht und sinkt mit dem ersten Licht des Tages wieder ab. Vieles deutet darauf hin, dass Menschen, die an Schlaflosigkeit leiden, einen niedrigen Melatonin-Spiegel haben. Deshalb kann die Einnahme von Melatonin die Einschlafzeit verkürzen und die Schlaf-Dauer verlängern. Melatonin gibt es in Form von Tabletten und Kapseln sowie als sub-linguales Spray, das vom Körper schneller aufgenommen wird. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Dosis für Sie richtig ist. Manchmal sind kleinere Mengen (um 0,3 Gramm) wirksamer als größere.

Ingwer

  • Ingwer gegen Übelkeit

  • „Für Schwangere, die unter Übelkeit leiden, ist Ingwer (Zingiber officinale) erwiesenermaßen genau das Richtige“, sagt Dr. Martin. Seit dem Altertum gilt die Ingwer-Wurzel als Heilmittel gegen Magen-Darm-Beschwerden. Eine Auswertung vielfältiger Studien der vergangenen 30 Jahre, die in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Integrative Medicine Insights 2016 veröffentlicht wurde, zeigt: „Ingwer ist ein wirksames, preiswertes und noch dazu sicheres Mittel, um Übelkeit und Erbrechen zu bekämpfen.“ Dabei ist es egal, ob die Übelkeit durch Schwangerschaft, Chemo-Therapie oder Reise-Krankheit ausgelöst wurde.

  • Maximal ein Gramm pro Tag

  • Studien weisen darauf hin, dass eine tägliche Dosis von bis zu einem Gramm – etwa ein Teelöffel Ingwerpulver – unbedenklich ist. Aktive Bestandteile des Ingwers sind ätherische Öle und scharfe Phenole wie Gingerol und Shogaol. Manche Leute übergießen frisch geriebene Ingwerwurzel mit heißem Wasser, um einen Tee herzustellen. Andere bevorzugen Ingwer in Kapselform. Allerdings ist Vorsicht geboten: Zu viel Ingwer kann Sodbrennen oder Durchfall auslösen. Fragen Sie Ihren Arzt, in welcher Form Sie Ingwer nehmen sollten und wie viel

Johanniskraut/Hypericum

  • Johanniskraut gegen Depressionen

  • „Ich empfehle das Kraut Patienten, die an Depressionen leiden, aber keine verschreibungs-pflichtigen Medikamente nehmen möchten“, sagt Dr. Jarvis. „Es hat ähnliche Eigenschaften wie das industriell hergestellte trizyklische Anti-Depressivum Imipramin. Größtenteils hat es auch die gleichen Neben- und Wechsel-Wirkungen mit anderen Mitteln.“ So wie andere Antidepressiva, sagt sie, sollte man es absetzen, wenn es nicht hilft und zusammen mit dem Arzt nach anderen Möglichkeiten suchen. Eine 1999 im British Medical Journal veröffentlichte achtwöchige deutsche Studie an 263 Menschen zeigte, dass 350 Milligramm Hypericum die Symptome einer mittelschweren Depression ebenso wirksam linderten wie Imipramin.

  • Vorsicht Nebenwirkungen!

  • Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie zu Johanniskraut greifen. Es sollte nicht zusammen mit bestimmten Antidepressiva eingenommen werden, denn das könnte gefährliche Nebenwirkungen verursachen. Johanniskraut kann außerdem die Wirksamkeit einiger Medikamente herabsetzen, darunter Anti-Allergika und Blutverdünner. Mögliche Nebenwirkungen sind darüber hinaus Angstzustände, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Schwitzen, Schwäche, Mundtrockenheit oder Hautreizungen.

Magnesium

  • Magnesium gegen Schlaflosigkeit

  • Neben Melatonin empfehlen Ärzte häufig auch den Mineralstoff Magnesium gegen Schlaflosigkeit. Vor rund sechs Jahren wachte die freiberuflich tätige Autorin Cendrine Barruyer, 49, aus Versailles, Frankreich, regelmäßig um drei Uhr morgens auf und war hellwach. Damals schrieb sie zufällig an einem Artikel über Magnesium als Nahrungsergänzungs-Mittel. In diesem Zusammenhang erklärte ihr Dr. Kathy Bonan aus Paris, dass Magnesium-Mangel Schlaflosigkeit verursachen kann. „Ich berichtete ihr von meiner persönlichen Situation, und sie riet mir, Magnesium einzunehmen. Kaum zwei Wochen später schlief ich wie ein Baby.“

  • Magnesium wirkt besonders gut bei Menschen über 65 mit Schlaf-Problemen

  • In einer iranischen Studie mit 46 Teilnehmern schliefen diejenigen, die täglich 500 Milligramm Magnesium einnahmen, besser und länger als die Probanden, die ein Placebo erhalten hatten. Mögliche Nebenwirkungen der Einnahme von Magnesium sind Durchfall und Übelkeit. Wechselwirkungen bestehen mit Antibiotika und einigen Medikamenten gegen Osteoporose. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Magnesium Ihnen helfen könnte, und wenn ja, in welcher Dosierung.

Fischöl

  • Fischöl gegen Rheumatoide Arthritis

  • „Ich empfehle Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) manchmal Fischöl“, sagt Dr. Jarvis. Für die Linderung der Symptome von Arthrose gilt ihre Empfehlung allerdings nicht, denn hier ist die Wirksamkeit nicht eindeutig belegt. Rheumatoide Arthritis ist eine Auto­-Immunerkrankung, die zu Gelenk-Entzündungen führt. Einige Studien deuten darauf hin, dass die in Fischöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren RA-Symptome wie Schmerzen und Morgensteifheit lindern können.

  • 2008 wurde in der britischen Fachzeitschrift Rheumatology eine neunmonatige Studie mit 97 Patienten veröffentlicht. Die Teilnehmer, die täglich zehn Gramm Fischöl einnahmen, konnten ihren Verbrauch an Schmerzmitteln (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR) um 39 Prozent reduzieren, die Placebo-Gruppe nur um 10 Prozent.

 


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