Fit und gesund durchs Jahr: Körper und Geist
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Fitness

Fit und gesund durchs Jahr: Körper und Geist

Fitness für den Geist und Entspannung für den Körper – dieser Gleichklang hilft Ihnen in jedem Alter, weiß Profisportlerin Heike Drechsler.

Autor: Heike Drechsler

Den Kopf zu trainieren ist genauso wichtig, wie den Körper zu schulen. Denn Erfolg beginnt im Kopf. Wir hatten während meiner Zeit als Leistungssportlerin in unser Training immer lustige Denkspiele eingebaut, zum Beispiel Rechenaufgaben oder Gedächtniswortspiele. Sie machen Spaß und sind dazu noch sehr nachhaltig. Geht es Ihnen manchmal auch so, dass Sie sich einen Merkzettel machen müssen? Dass Sie sich nicht an Namen erinnern? Keine Sorge, nicht jede Gedächtnisstörung ist ein Zeichen für Alzheimer.

Fordern Sie Ihren Kopf heraus

Nutzen Sie Ihre freie Zeit, um Neues zu lernen, denn regelmäßiges Training verbessert – auch noch im hohen Alter – die Denkleistung beträchtlich. Unser Gehirn will beansprucht werden, dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten:

  • Erinnern Sie sich bewusst an Tagesereignisse.
  • Versuchen Sie, Ihre Einkäufe ohne Merkzettel zu bewältigen.
  • Lernen Sie Lieder und Texte auswendig, zum Beispiel in einem Chor.
  • Spielen Sie Schach, lösen Sie Rätsel.
  • Bewegen Sie sich viel im Freien.
  • Frischen Sie Fremdsprachenkenntnisse auf, oder lernen Sie eine neue Sprache.
  • Bleiben Sie kreativ, beschäftigen Sie alle Sinne: sehen, riechen, tasten, schmecken, fühlen.
  • Benutzen Sie als Rechtshänder öfter mal die linke Hand und umgekehrt.
  • Setzen Sie sich mit Entwicklungen in Umwelt, Technik oder Medien auseinander.

 

Positives Denken beflügelt

Gehen Sie immer mit einem Lächeln an Ihre Aufgaben. Ob sich etwas ändert, liegt an Ihrer Einstellung. Sie werden schnell feststellen, dass Sie weniger Mühe haben werden bei der Bewältigung Ihrer alltäglichen Arbeit. Dies hilft dabei, aus Feinden Freunde, aus Schwierigkeiten Chancen zu machen. Menschen mit innerer Balance bleiben geistig und körperlich länger fit. Denken Sie sich nicht alt, sondern jung! Auch mit 60 kann man anfangen, ein gesundheitsbewusstes, aktives Leben zu führen. Wichtig: Vermeiden Sie negative Gedanken wie: „Mein Gedächtnis funktioniert nicht mehr so gut“, „Es dauert alles zu lange“. Entwickeln Sie stattdessen ganz bewusst eine positive Geisteshaltung, etwa: „Ich versuche es einfach“, oder: „Ich werde auf alle Fälle daraus lernen“.

Mein Erfolg bei Olympia 2000

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Weitsprungwettbewerb bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Der dritte Versuch war der wichtigste. Ich hatte nur diesen einen Sprung, um in den Endkampf zu kommen. Meine ganze Kraft und Energie konzentrierten sich nur darauf. In meinem Kopf sah ich mich springen. Meine Gedanken hatten nur ein Ziel: einen perfekten, gültigen, weiten Sprung hinzulegen. Ich spürte die Atmosphäre im Stadion und spürte die vielen Augen, die jeden Schritt von mir beobachteten. Es war ein wunderbares Gefühl! Und dann stand ich mit 36 Jahren tatsächlich noch mal ganz oben auf dem Treppchen. Das musste ich Ihnen mit auf den Weg geben, denn das war einer meiner glücklichsten Momente. Alles ist zu schaffen, wenn man an sich glaubt.

Entspannungstechniken helfen

Autogenes Training etwa basiert auf konzentrierter Selbsthypnose und bewirkt schon nach kurzer Zeit innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Für mich ist diese Methode immer noch eine der effektivsten. Die Grundlage liegt in der Selbstbeeinflussung. Verschaffen Sie sich zuerst eine entspannende Ausgangssituation. Dazu können Sie den Raum leicht abdunkeln. Er sollte angenehm temperiert sein, leise Entspannungsmusik oder entsprechende Klänge wirken unterstützend. Sie können jede entspannte Haltung einnehmen, meist wird die Rückenlage bevorzugt. Bei geschlossenen Augen stellen Sie sich nun – ohne zu sprechen – bestimmte Zustände vor. Es beginnt mit der Schwereformel: „Ich bin ganz ruhig. Mein rechter Arm ist ganz schwer!“ Sobald Sie eine wohltuende Schwere spüren, konzentrieren Sie sich auf den anderen Arm. Dies wiederholen Sie sechsmal. Anschließend schieben Sie die Ruheformel ein: „Ich bin vollkommen ruhig!“ Diese erste Übung trainieren Sie zwei Wochen lang.

Als Nächstes folgt die Wärmeformel: „Ich bin vollkommen entspannt! Mein rechter/linkerArm ist warm!“ Rechtshänder beginnen mit dem rechten Arm, Linkshänder mit dem linken. Die Übung wirkt sich nicht nur auf diesen Körperteil aus. Das dichte Geflecht des vegetativen Nervensystems überträgt bald ganz automatisch die Schwere- und Wärmezustände auf andere Körperregionen. Am Schluss entspannt sich der ganze Körper, wird schwer und warm. Ein- und Ausatmen ist für den Körper geistige Nahrung. Die Tiefenatmung sorgt für die Entspannung der Muskulatur. Atmen Sie tief ein. Achten Sie darauf, dass sich die Bauchdecke hebt, nicht der Brustkorb. Dann atmen Sie tief aus. Die Bauchdecke senkt sich, entspannen Sie die Muskulatur bewusst während des Ausatmens. Denken Sie dabei an die Leichtigkeit des Seins, an Schwerelosigkeit. Legen Sie sich so bequem wie möglich. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals. Gut Geübte sind später in der Lage, in nur wenigen Minuten, etwa in einer Arbeitspause, eine tiefe Entspannung zu erreichen.

Nüsse – schnelle Energiespender

Bei starker körperlicher oder geistiger Arbeit ist ein Hungergefühl sehr störend. Dann ist es wichtig, etwas zu essen und nicht zu warten, bis es zu einem starken Leistungsabfall kommt. Besonders geeignet als schnelle Energiespender sind Nüsse. Sie bestehen aus wertvollem Eiweiß, aus Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Man sagt, sie sind Nervennahrung aufgrund der reichlichen B-Vitamine. Allerdings sind Nüsse sehr kalorienreich. Schon eine Handvoll deckt den Bedarf einer kompletten Mahlzeit. Nüsse enthalten zudem ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und die Blutwerte auswirken können. Traubenzucker ist ein kurzfristig wirkender Energiespender. Das Sättigungsgefühl hält nur kurz vor, der Hunger kommt umso stärker zurück.

Der Wille versetzt Berge! Mit einer positiven Einstellung werden Sie alles meistern. Versuchen Sie, Herausforderungen unbeschwert und spielerisch anzunehmen – nehmen Sie sich ein Beispiel an Kindern.


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