15 Tipps gegen die Erkältung
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Körper & Psyche

15 Tipps gegen die Erkältung

 Zwei- bis fünfmal pro Jahr erwischt es Europäer im Durchschnitt, so die Ergebnisse des Common Cold Centre (Erkältungszentrum) der Cardiff-Universität in Wales, Großbritannien. 'Doch auf jeden Menschen, der sich erkältet, kommen zwei oder drei Personen, die das Virus zwar in sich tragen, aber nicht erkranken', berichtet Ron Eccles, Leiter des Zentrums. Bei ihnen regt das Virus lediglich das Immunsystem an, Antikörper zu produzieren, um das Virus zu bekämpfen. Wie Sie Ihr Immunsystem stärken können, verraten folgende 15 Ratschläge. Schniefen Sie bereits, lindern sie auf jeden Fall die Symptome.

Ausgabe: November 2014 Autor: Lisa Fields

1. Waschen Sie Ihre Hände

Sich die Hände zu waschen ist die effektivste Methode, um Erkältungen zu bekämpfen. Damit die Hände wirklich sauber und virenfrei sind, sollten Sie sie mindestens 15 Sekunden lang mit Seife waschen. Sobald jemand hustet oder niest, verbreiten sich kleine Tröpfchen mit Erkältungsviren. Kommen Sie mit diesen in Kontakt, haften die Viren an Ihnen. Berühren Sie dann Ihr Gesicht, dringen die Erreger in den Körper ein. "Die meisten Erkältungen bekommt man, weil man mit den Fingern an die Nase fasst oder sich die Augen reibt", erklärt Chuck Gerba, Professor für Mikrobiologie an der Universität von Arizona. "Ein Erwachsener berührt sein Gesicht etwa 16-mal pro Stunde."

2. Verwenden Sie ein Desinfektionstuch

Sind weder Wasser noch Seife griffbereit, nehmen Sie einfach ein Desinfektionstuch. "Sie sind genauso effektiv wie Händewaschen", sagt Professor Gerba. "Das Risiko, sich eine Erkältung einzufangen, sinkt so um 30 bis 50 Prozent. Neueste Untersuchungen belegen, dass Desinfektionstücher selbst dann wirken, wenn die Hände schmutzig sind."

Benutzen Sie Desinfektionstücher, nachdem Sie das Kopiergerät im Büro angefasst haben oder Bus gefahren sind. "Viren verbreiten sich blitzschnell in Büros, Wohnhäusern und öffentlichen Verkehrsmitteln", weiß Professor Gerba. "Wir haben eine Studie durchgeführt, um festzustellen, wie effektiv Desinfektionstücher sind. Sie reduzierten die Ausbreitung der Viren um 90 Prozent."

3. Reizen Sie Ihre Geschmacksknospen

Wenn der Hals bereits kratzt und die Nase läuft, hilft am besten ein heißer konzentrierter Fruchtsaft oder ein Honig-Zitronen-Drink. "Das hilft bei Halsentzündungen und Husten", erklärt Eccles. "Es regt die Speichelproduktion an und lässt die Nase laufen." Jedoch wirken nicht alle heißen Getränke gleich gut. "Tee und Kaffee zum Beispiel funktionieren nicht", erklärt Ron Eccles. "Je intensiver also der Geschmack, desto besser." Schützen Sie Ihre Nase

Sobald es draußen kalt wird, hüllen Sie sich in Mantel und Mütze, doch Ihre Nase bleibt meist ungeschützt. Ist die Nase jedoch kalten Temperaturen ausgesetzt, schwächt das die Abwehrkräfte in der Nasenpassage. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, meint Ron Eccles. "Es besteht eine direkte Verbindung zwischen Erkältungen und der Außentemperatur. Je kälter es wird, desto häufiger sind wir erkältet."

Die einfachste Lösung: Bedecken Sie Nase und Mund mit einem Schal. So wird die Luft angewärmt.

5. Halten Sie Ihre Füße warm

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass kalte Füße die Abwehr gegen Erkältungsviren schwächen. Forscher am Common Cold Centre teilten gesunde Versuchspersonen, von denen einige Erkältungsviren in sich trugen, in zwei Gruppen. Die Teilnehmer der einen Gruppe mussten ihre Füße in kaltes Wasser tauchen. In dieser Gruppe erkrankten anschließend deutlich mehr Probanden. "Füße sind wohl besonders kälteempfindlich", erklärt Eccles. "Kalte Füße schwächen die Abwehrkräfte."

6. Meiden Sie Antibiotika

Viele Menschen glauben irrtümlicherweise, dass Antibiotika helfen. Sie sind nicht nur nutzlos gegen Viren, sie können sogar schädlich sein.

"Nimmt man unnötigerweise Antibiotika ein, kann es sein, dass die Bakterien, die wir eigentlich behandeln wollen, resistent gegen Antibiotika werden", erklärt Dr. Pasi Penttinen vom European Centre for Disease Prevention and Control (Europäisches Zentrum für Krankheitsverhütung) in Stockholm. "Solche Bakterien schränken die Behandlungsmöglichkeiten erheblich ein. Das ist eines der gravierendsten allgemeinen Gesundheitsprobleme."

7. Bekämpfen Sie Ihre Schmerzen

Das effektivste Mittel, um eine Erkältung zu behandeln, sind frei erhältliche Schmerzmittel wie Paracetamol, Aspirin oder Ibuprofen. "Diese helfen bei Hals-, Nebenhöhlenentzündung, Schüttelfrost, Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen", erklärt Eccles. Fast genauso effektiv sind Nasensprays, die abschwellend wirken – wie Xylometazolin oder Oxymetazolin – und die Nase zehn bis zwölf Stunden frei halten.. Schlafen Sie genügend

Viele Studien belegen, dass ein Zusammenhang zwischen Schlafmangel und gehäuft auftretenden Erkältungen besteht. Wer müde ist, kann nicht mehr effektiv arbeiten. Das gilt auch für das Immunsystem. Ohne ausreichende Erholungspausen ist es nicht in der Lage, Viren zu bekämpfen.

"Schlafmangel ist ein großes Problem in westlichen Ländern", sagt Dr. Penttinen. "Die beste Waffe gegen Erkältungen ist die körpereigene Abwehr. Genug Schlaf stärkt sie."

9. Nehmen Sie Vitamin D

Studien weisen darauf hin, dass eine Vitamin-D-Gabe während der kalten Jahreszeit helfen kann, Erkältungen abzuwenden. Auf diesem Gebiet ist allerdings noch weitere Forschung erforderlich.

Der Körper produziert selbst Vitamin D, sobald die Haut der Sonne ausgesetzt ist. Um den Mangel an Sonnenstunden im Winter zu kompensieren, fragen Sie Ihren Arzt nach einem unterstützenden Vitamin-D-Präparat. Insbesondere dann, wenn Sie wenig natürliches Vitamin D über die Nahrung zu sich nehmen, zum Beispiel in Form von Fischöl oder Eiern.

"Noch ist es nicht endgültig bewiesen", sagt Erkältungs-Experte Eccles. "Ich nehme Vitamin-D-Tabletten, 25 Mikrogramm pro Tag. Es ist einen Versuch wert, und es schadet nicht."

10. Nicht jedes Mittel hilft tatsächlich

Viele Menschen nehmen Echinacea oder Zink, damit Erkältungen schneller abklingen. Studien ergaben jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Forscher fanden heraus, dass Zink die Dauer einer Erkältung verkürzen kann. Studien mit Echinacea machten allerdings nur wenige Anzeichen aus, dass die Pflanze hilft, so Dr. Marlies Karsch-Völk vom Institut für Allgemeinmedizin an der Technischen Universität München.

"Es gibt zahlreiche Studien zu diesem Thema, aber diese wurden nicht immer korrekt durchgeführt. Wir können daher nicht eindeutig sagen, ob Echinacea tatsächlich hilft", sagt sie.

11. Übertreiben Sie es nicht mit dem Putzen

Auch wenn bei Ihnen zu Hause jemand krank ist, müssen Sie keinen Krieg gegen die Keime führen. "Ein Tuch und ein neutrales Reinigungsmittel reichen aus, um die Ausbreitung der Viren zu stoppen", sagt Dr. Nuala O'Connor, leitende Beraterin für Antibiotika-Resistenzen an der Hochschule für Praktische Ärzte in Dublin, Irland. "Die Reibung minimiert tatsächlich die Virenmenge auf den Oberflächen. Verwendet man zu viel Desinfektionsmittel, fördert man dagegen die Entstehung resistenter Organismen."

12. Trinken Sie Grüntee

Eine in grünem Tee enthaltene Aminosäure wird mit der Erkältungsprävention in Verbindung gebracht. Amerikanische Forscher haben 2007 festgestellt, dass der Bestandteil L-Theanin Erkältungen abwenden und Symptome mildern kann. "Es ist ungewöhnlich, dass ein Nahrungszusatz Erkältungen und Grippe abschwächt", erklärt Professor Susan S. Percival von der Fakultät für Lebensmittelforschung und Ernährung an der Universität von Florida und Studienautorin. "Man muss allerdings acht bis zehn Tassen grünen Tee pro Tag trinken, um diesen Effekt zu erzielen."

Oder man nimmt das Präparat als Nahrungsergänzungsmittel ein. Denselben Effekt erzielt, wer über den Tag verteilt immer wieder eine Tasse Tee trinkt: Eine Studie aus Deutschland zeigte, dass der L-Theanin-Spiegel bei gesunden Erwachsenen anstieg, wenn sie grünen Tee tranken.

13. Küssen Sie ruhig

Viele Studien belegen, dass Erkältungsviren beim Küssen nicht übertragen werden. Viren sind zwar in den kleinen Tröpfchen enthalten, die Nase und Mund beim Husten und Niesen verlassen. Der Mund selbst ist jedoch nicht von Viren besiedelt, es sei denn, man hat gerade kräftig gehustet. Damit man sich nicht ansteckt, sollte man seinen Partner allerdings auf den Mund küssen, nicht auf die Wange. (siehe Tipp 1)

14. Nehmen Sie Meeresalgenspray

Nasensprays mit Rotalgen können die Dauer einer Erkältung verkürzen. "Meerwasser enthält eine sehr hohe Virenkonzentration", verrät Ron Eccles. "Viele Organismen haben antivirale Mechanismen entwickelt, um Viren abzuwehren. Meeresalgen haben deshalb vermutlich antivirale Eigenschaften, die dem Menschen helfen können." Suchen Sie auf der Verpackung des Nasensprays nach den Worten "Carrageen" oder "Rotalge".

15. Essen Sie reichlich Joghurt

Joghurt verbessert nicht nur die Darmfunktion. Lebendige Mikroorganismen, darunter gesundheitsfördernde Bakterien – Lactobacillus und Bifidobacterium –, unterstützen auch das Immunsystem. Forscher haben herausgefunden, dass der regelmäßige Verzehr von Probiotika Erkältungen vermeiden hilft. Koreanische Studien ergaben, dass ein dreimonatiger Verzehr von probiotischem Joghurt Erkältungen während der Wintermonate vermeiden hilft.

"Offensichtlich muss man nicht 365 Tage im Jahr Joghurt essen, sondern nur während der Erkältungsperiode", fügt Dr. Karsch-Völk hinzu.


 

RD Abbinder
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