Bluthochdruck: Grüner Tee blockt Beta-Blocker
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Körper & Psyche

Bluthochdruck: Grüner Tee blockt Beta-Blocker

Wer als Tee-Trinker seinen Bluthochdruck mit Beta-Blocker behandelt, sollte seine Tee-Sorten sorgfältig auswählen.

Autor: Reader's Digest Book

Bereits vier Tassen grüner Tee senken den Spiegel des Wirkstoffs und damit den therapeutischen Nutzen um bis zu 85 % im Vergleich zu Personen, die nur Wasser trinken. Das deutsch-japanische Forscher-Tea, hat nachgewiesen: Die Katechine, die dem Tee das Prädikat „gesund“ verleihen, bewirken diesen Effekt.

Die Studie

Für diese Untersuchung tranken zehn Freiwillige Test-Personen zwei Wochen lang täglich 700 ml grünen Tee und nahmen 30 mg des Beta-Blockers Nadolol ein. Anschließend wurde dessen Konzentration gemessen. Sie fiel im Durchschnitt um 76 % niedriger aus als der Vergleichswert. Dieser wurde in einer zweiten Test-Reihe ermittelt, in der Wasser den Grüntee ersetzte.

Die Erklärung

Die Ergebnisse der Versuche sprechen dafür, dass die alkoholartigen, bioaktiven Substanzen im grünen Tee, die der Entstehung von Arteriosklerose entgegenwirken sollen, ein Transport-Molekül im Darm besetzen. Das Protein OATP1A2 sei so nicht mehr in der Lage, den Wirkstoff zu binden und ins Blut zu überführen. Das vermuten Professor Shingen Misaka von der Universität Fukushima und Fabian Müller von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Was bedeutet das für Bluthochdruck-Patienten?

Auch wenn der Beta-Blocker Nadolol in Deutschland wenig eingesetzt wird, empfiehlt sich grundsätzlich eine Einnahme von Medikamenten mit Wasser – nicht nur im Fall von Beta-Blockern! Die Forscher verweisen in diesem Zusammenhang auch auf frühere Studien. Darin wurde nachgewiesen, dass selbst Fruchtsäfte aus Äpfeln, Grapefruit und Orange den Transport von OATP1A2-Substanzen beeinflussen können. Ein britischer Experte der Royal Pharmaceutical Society rät aufgrund der jüngsten Ergebnisse, vor einer vorgesehenen Medikamenten-Einnahme vier Stunden lang keinen Tee zu trinken.

 

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