Eine junge Frau liegt auf einem weißen Handtuch. Auf ihr Gesicht wurde eine schwarze Gesichtsmaske aufgetragen.
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Die Wirkung von Aktivkohle auf Menschen

Ob Zahnpasta, Shampoo oder Lebensmittel – der schwarze Stoff steckt mittlerweile in vielen Produkten.

Ausgabe: Juli 2020 Autor: Rebecca Philps

Neuerdings werden die sozialen Medien von Beiträgen zu ungewöhnlichen Food- und Wellness-Trends überflutet. Eines der vielleicht bemerkenswertesten Bilder in dieser Flut: schwarzes Eis mit Aktivkohle. Ein Trend, der immer mehr zunimmt: Aktivkohle steckt inzwischen in vielen Lebensmitteln. Aber auch im Drogeriebereich findet sie sich in Reinigungsmitteln, Shampoos und sogar Zahnpasta – von den Produkten bekannter Firmen bis hin zur Hausmarke.

Die Basis für Aktivkohle entsteht durch die Verbrennung kohlenstoffreicher Materialien wie Holz, Torf, Bambus, Kokosnussschalen oder Olivenkerne. Die daraus entstehende Kohle wird anschließend durch das Dämpfen bei hohen Temperaturen „aktiviert“, was ihre Kohlenstoffstruktur öffnet und sie porös macht. An der offenporigen, stark vergrößerten Oberfläche können sich alle möglichen Partikel festsetzen. Deshalb setzt man Aktivkohle auch zur Entfernung von unerwünschten Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffen aus Flüssigkeiten und Gasen ein. Zwar berichten Ernährungswissenschaftler, Personaltrainer oder Prominente wie Gwyneth Paltrow gelegentlich über reine, strahlende Haut durch Aktivkohle. Es gibt aber keinen klinischen Beweis für dessen Wirksamkeit als Schönheitsmittel. Bislang liegen keine größeren Studien dazu vor.

Ebenso wenig gilt es als bewiesen, dass die Verwendung von Produkten mit Aktivkohle den Atem frischer und die Zähne strahlender macht – im Gegenteil: Sie kann dem Zahnschmelz sogar schaden. Wer sich eine hellere Haut, ein weißeres Lächeln oder einen gesünderen Darm wünscht, sollte stattdessen ausreichend Wasser trinken und genügend Ballaststoffe mit der Nahrung aufnehmen. „Geben Sie Ihr Geld für vollwertige, minimal verarbeitete Lebensmittel aus“, empfiehlt die kanadische Ernährungsberaterin Abby Langer. „Wir haben ganz bestimmt nicht pfundweise Stoffe in unserem Körper, die entgiftet werden müssen.“

Restaurants und Lebensmittelhersteller setzen Aktivkohle außer in Eis auch in Pizzakrusten, Nudelsuppen, Burgerbrötchen, kalt gepressten Säften, Cocktails sowie vielen anderen Gerichten und Getränken ein. Bevor man allerdings zusätzliches Geld für eine mit Aktivkohle versetzte Limonade ausgibt, sollte man sich vergegenwärtigen, dass man ausschließlich für die Optik bezahlt – wissenschaftliche Beweise für die versprochene Entgiftung gibt es nicht. „Es wird nicht schaden“, so Langer, „aber es wird auch nicht den erwarteten Effekt haben. Wozu also?“

 

Aktivkohle bei Vergiftungen sinnvoll

Allerdings gibt es einen Bereich, in dem die Wirksamkeit von Aktivkohle im menschlichen Körper durchaus belegt ist. In der Notaufnahme setzen Ärzte sie bei Patienten mit einer Vergiftung oder Überdosierung verschreibungspflichtiger Medikamente ein. Wird die Aktivkohle in diesen Fällen schnell verabreicht – nämlich solange die giftige Substanz den Magen noch nicht verlassen hat – verhindert sie, dass der Körper das Gift absorbiert. Dieser Effekt tritt allerdings nicht bei Ethanol oder Alkohol ein, Aktivkohle hilft also keineswegs bei Alkoholmissbrauch. Zudem unterscheidet sie nicht zwischen guten und schlechten Substanzen. Aktivkohle bindet also ebenso blutdrucksenkende Mittel sowie andere Medikamente und spült diese aus dem Körper.

 

 

 


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