Ein Kind mit kruzen Hosen sitzt auf einem Stuhl. Er trägt ein Pflaster auf dem linken Knie und hat blaue Flecken von einem Sturz.
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Körper & Psyche

Hilfe bei blauen Flecken

Viele Menschen leiden mit zunehmendem Alter verstärkt unter blauen Flecken. Sollten auch Sie betroffen sein, brauchen Sie sich in der Regel keine Sorgen zu machen.

Ausgabe: Mai 2019 Autor: Samantha Rideout

Die Hämatome – so der medizinische Fachausdruck – entstehen für gewöhnlich durch Verletzungen der Kapillaren, der kleinen Blut­gefäße, die zu Einblutungen unter der Haut führen. Im Alter werden die Kapillaren brü­chiger, Haut und Fett­gewebe werden dünner und sind nicht mehr so gut in der Lage, Schläge und Stöße zu dämpfen. Der Körper resorbiert das ausgetretene Blut eines blauen Flecks innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen. „Wenn Sie den Fleck sofort für zehn Minuten mit einem Eisbeutel kühlen, verhindern Sie, dass er sich ausbreitet“, rät Dr. Paola Pasquali, Mitglied der European Academy of Dermatology and Venereology. „48 Stunden nach Entstehen des Hämatoms unterstützen dagegen warme Kompressen die Heilung.“

Die aktinische Keratose

Haben Sie einen klar abgegrenzten violetten Fleck an einer Stelle entdeckt, der über Jahre der Sonne ausgesetzt war? Dann könnte es sich um aktinische Keratose handeln. Das ist eine gutartige Veränderung, die durch UV-Schäden und Hautalterung entsteht. Befindet sich das Häma­tom im Gesicht, und Sie wollen es abdecken, empfiehlt Dermatologin Paola Pasquali, einen Farbton zu wählen, der eine Komplementärfarbe zu dem Fleck darstellt, also zum Beispiel einen grünstichigen Abdeckstift für einen rötlich-violetten Fleck. Anschließend verwenden Sie ein Make-up in Ihrem Hautton.

Medikamente als Ursache

Abgesehen vom Alter scheinen in einigen Familien blaue Flecken häufiger aufzutreten. Generell sind Frauen stärker betroffen als Männer. Die Ursachen dafür sind noch nicht genau erforscht. Ein weiterer möglicher Grund für Hämatome sind Medikamente. „Die langfristige Anwendung – oral oder lokal auf der Haut – von Kortikoiden (Medikamente gegen Arthritis, Ekzeme und andere Erkrankungen) lässt die Haut dünner werden und macht sie anfälliger für Blutergüsse“, erklärt Dr. Pasquali. Auch durch blutgerinnungshemmende Wirkstoffe wie Aspirin kommt es leichter zu blauen Flecken. Eine Blutung der Kapillaren wird dadurch später gestillt, und es entstehen größere Hämatome. Das heißt aber nicht, dass man verschriebene Arznei­mittel nicht mehr einnehmen muss, ins­besondere, wenn diese lebens­bedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen sollen. Besprechen Sie dieses Thema in jedem Fall mit Ihrem Arzt.
„Möglicherweise ist es ratsam, die Dosierung zu ändern oder das Medikament zu wechseln“, sagt Dr. Jecko Thachil, Co-Autor eines Artikels im British Medical Journal aus dem Jahr 2017 über die Anfälligkeit Erwachsener für blaue Flecken. „Zudem sollte der Arzt prüfen, ob ein Medikament tatsächlich die Ursache ist.“ Dafür benötigt er eine genaue Schilderung der Auffälligkeiten.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Obwohl ein blauer Fleck in der Regel kein Grund zur Besorgnis ist, gibt es Ausnahmen. Sollte es sich um ein stark geschwollenes und schmerzhaftes Hämatom handeln, könnte die Ursache eine Verstauchung oder ein Bruch sein, die behandelt werden müssen. Sprechen Sie Ihren Arzt auch an, wenn Sie plötzlich gehäuft blaue Flecken entdecken, diese nicht verblassen oder ohne ersichtlichen Grund auftreten – vor allem, wenn es sich um weniger verletzungsanfällige Bereiche wie Rücken, Oberkörper oder Gesicht handelt. „In diesem Fall könnten Anzeichen für schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie Skorbut, Leukämie, eine Nierenerkrankung oder Leberversagen vor­liegen“, erläutert Dr. Pasquali. Wie bei jeder körperlichen Ver­änderung gilt: im Zweifelsfall immer einen Fachmann aufsuchen.

 


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