Hilfe bei Gürtelrose (Herpes zoster)
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Hilfe bei Gürtelrose (Herpes zoster)

Wenn sich ein Hautausschlag mit kleinen Bläschen wie ein Band um den halben Rumpfzieht, manchmal aber auch an anderen Stellen des Körpers auftaucht, handelt es sich im Allgemeinen um eine Gürtelrose oder Herpes zoster.

Autor: Reader's Digest Book

Viele Betroffene klagen über Schmerzen und Juckreiz, aber es können auch unspezifische Symptome einer Infektion auftreten: leichtes Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Gürtelrose wird durch Varicella zoster verursacht, das Virus, das auch für Windpocken verantwortlich ist. Nach einer Windpockenerkrankung kann sich das Virus jahrzehntelang inaktiv im Körperverbergen und dann als Auslöser einer Gürtelrose erneut auftauchen. Typische Auslöser sind Stress, Krebs und die dagegen eingesetzte Chemotherapie sowie eine HIV-Infektion. Aber auch harmlose Krankheiten kommen infrage.

Über 60-Jährige sind am stärksten gefährdet.

Doch kann jeder an einer Gürtelrose erkranken. Varicella-Viren gelangen während einer Windpockenerkrankung vermutlich in die Nervenwurzeln des zentralen Nervensystems. In einer Phase geschwächter Immunabwehr vermehren sie sich und wandern erneut die Nervenbahnen entlang – bis zur Haut. Wird der Hautausschlag behandelt, klingt er in der Regel innerhalb von drei bis fünf Wochen ab. Dennoch kann die betroffene Hautpartie jahrelang schmerzen. Zu einer solchen postherpetischen Neuralgie kommt es in etwa 10 % der Fälle.

Erste Maßnahmen beim Auftauchen einer Gürtelrose

Arztbesuch
Sobald Sie vermuten, dass Sie eine Gürtelrose haben, sollten Sie umgehend Ihren Arzt oder einen Hautarzt aufsuchen. Ganz dringend wird es bei einem Ausschlag im Augenbereich, denn bleib tdieser unbehandelt, können die Augen dauerhaft geschädigt werden. Eine unbehandelte Gürtelrose ist durch die Flüssigkeit, die aus geöffneten Bläschen austritt, sehr ansteckend ist. Kleinkinder, die noch keine Windpocken hatten, verfügen nicht über Abwehrkräfte gegen das Varicella-Virus.

Rezeptfreie Schmerzmittel
Nehmen Sie als erste Maßnahme Paracetamol oder einen Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Naproxen ein.

Das kann der Arzt bei Gürtelrose tun

Virenhemmende Arzneimittel
Wird eines der Virostatika Aciclovir,Famciclovir oder Valaciclovir innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des ersten Hautausschlags eingenommen, lassen sich Schweregrad und Dauer einer Gürtelrose reduzieren. Diese Arzneimittelkönnen auch einer postherpetischen Neuralgie vorbeugen.

Tramadol
Dieser Wirkstoff kombiniert die Wirkung von Opioiden und Monoamin-Wiederaufnahmehemmern. Tramadol kann zur Schmerzlinderung bei einer akuten Gürtelrose sowie bei einer postherpetischen Neuralgie eingesetzt werden.

Opioide
Manchmal erfordern sowohl eine akute Gürtelrose als auch eine chronische postherpetische Neuralgie den Einsatz starker Schmerzmittel. Im Allgemeinen sind Retardpräparate geeigneter, doch im akuten Stadium werden oft schneller wirksame Medikamente benötigt. Opioide in Form von Pflastern (transdermal) führen im Vergleich zu Retardtabletten seltener zu Verstopfung.

Corticosteroide
Werden oral verabreichte oder injizierte Corticosteroide wie zum Beispiel Prednison frühzeitig eingesetzt, können sie die Schmerzen reduzieren und Entzündungen eindämmen. Allerdings besteht die Gefahr, dass diese Wirkstoffe die Immunabwehrschwächen sowie Unruhe und Schaflosigkeit verursachen.

Lidocainpflaster
Bei einer postherpetischen Neuralgie können Pflaster mit dem Lokalanästhetikum Lidocain Nervenimpulse blockieren und so Schmerzen lindern. Bis zu drei Pflaster kann man gleichzeitig anwenden, aber keines länger als zwölf Stunden.

Antidepressiva
Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin oder Nortriptylin reduzieren die Schmerzsignale und wohl auch die Reizung des durch Varicella zoster geschädigten Nervs. Laut einer Studie tritt eine postherpetische Neuralgie seltener auf, wenn währenddes Bläschenstadiums Amitriptylin eingenommen wurde.

Gabapentinoide
Die Antikonvulsiva Gabapentin und Pregabalinlindern bei einer postherpetischen Neuralgie die Schmerzen ähnlich wie Amitriptylin, aber mit geringeren Nebenwirkungen.

 


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