Ein junger Mann gähnt und streckt sich.
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Körper & Psyche

Kampf gegen die Müdigkeit

Beobachten Sie sich, und finden Sie die Ursache für Ihre Müdigkeit.

Ausgabe: Februar 2020 Autor: Christina Frangou

Kommen Sie morgens nur schwer aus dem Bett? Und wenn Sie es endlich geschafft haben, fehlt Ihnen die nötige Energie, um sich zu bewegen, und Sie können sich nicht lange konzentrieren? So wie Ihnen geht es auch vielen anderen. Rund ein Drittel aller Menschen gehen deswegen zu ihrem Hausarzt. Doch oftmals ist die Erschöpfung eine Reaktion auf Stress, eine Änderung des Schlafrhythmus oder eine zu hohe Alltagsbelastung.
Da sich die Auslöser nicht immer vermeiden lassen, schlägt Dr. Tom Declercq von der Universität Gent in Belgien vor, sich mehr Ruhe als sonst zu gönnen, um wieder zu Kräften zu kommen. „Hören Sie auf Ihren Körper, wenn dieser nach mehr Schlaf verlangt“, rät er. In vielen Fällen schwindet die Müdigkeit durch Ruhe und Veränderungen des Lebensstils von allein. Allerdings kann auch etwas Ernsteres die Ursache sein. Hält die Erschöpfung länger als zwei Wochen an trotz einer Veränderung des Lebensstils, oder treten weitere körperliche Veränderungen auf, dann bitten Sie Ihren Hausarzt um Rat. Schildern Sie ihm das Problem detailliert – das erleichtert die Diagnose. Erschöpfung wird allgemein als Motivations- oder Energiemangel definiert. Sie kann sich körperlich, geistig oder auf beide Arten gleichzeitig äußern. Vor dem Gespräch mit Ihrem Arzt sollten Sie sich einige Fragen stellen: Fühle ich mich auch nach ausreichend Schlaf noch müde? Fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren? Werde ich schnell müde, wenn ich körperlich aktiv bin?

Kommt zur Müdigkeit auch Fieber, ist dies möglicherweise ein Hinweis auf eine Infektion. Schwindel hin­gegen kann ein Anzeichen für eine Anämie sein. Atemprobleme deuten eventuell auf eine Herz­erkrankung hin, Traurigkeit oder Nervosität dagegen auf eine Depression oder Angststörung. Bei Letzteren könnte die Einnahme von Antidepressiva oder eine kognitive Verhaltenstherapie der Erschöpfung sowie den anderen Symptomen entgegenwirken. Plötzlich auftretende Müdigkeit, die mit Gewichtsverlust und Nachtschweiß einhergeht, kann ein Hinweis auf Krebs sein.

Selbstverständlich muss sowohl die Qualität als auch die Quantität des Schlafs berücksichtigt werden. Schlechte Schlafhygiene – wie Haustiere im Bett oder das Spielen mit einem Smartphone zu später Stunde – kann die Erholung beeinträchtigen. Schlaf­apnoe ist ebenfalls ein häufiger Grund für Tagesmüdigkeit. Dabei setzt die Atmung während des Schlafs immer wieder für mindestens zehn Sekunden aus. Auch Alkohol wirkt sich negativ auf den Schlaf aus. Er fördert zwar das Einschlafen, stört aber den Biorhythmus und wirkt so der Er­holung entgegen.

Wann spricht man von chronischem Müdigkeitssyndrom (CFS)?

Es existiert kein spezieller Test, um CFS – auch als chronisches Erschöpfungssyndrom oder Myalgische Enzephalomyelitis bekannt – zu diagnostizieren. Die Erkrankung definiert man als anhaltende, tiefe Müdig­keit, die mindestens sechs Monate ohne erkennbaren Grund besteht. Sie beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten und führt bereits nach gering­fügiger körperlicher oder geistiger Anstrengung zur Erschöpfung. Es ist unklar, wie viele Menschen an CFS leiden, ebenso welche Ursache dahintersteckt. Bislang ist eine Heilung nicht möglich. Deshalb empfiehlt Professor Declercq Menschen mit einem chronischen Ermüdungsproblem: „Sorgen Sie für mehr Bewegung anstatt viel zu sitzen.“


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