Einem Geschäftsmann ist schwindlig. Er versucht, sich festzuhalten.
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Schwindel – alles dreht sich

Der Boden schwankt und plötzlich taumelt man – Schwindel kommt nicht selten ganz überraschend. Die Ursachen können vielfältig sein.

Autor: Reader‘s Digest Book

Einige Menschen führen Schwindelgefühle künstlich herbei: Sie lassen sich bei Volksfesten auf dem Karussell im Kreis herumwirbeln, bis sie ein rauschhaftes Gefühl der Schwerelosigkeit spüren. Hinterher, auf festem Boden, kommt es ihnen vor, als ob sich alles um sie herum dreht. Ihnen ist schwindelig, weil die Augen, die Rezeptoren in den Muskeln und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr unterschiedliche Reize wahrnehmen. Neben einer Karussellfahrt gibt es viele weitere Ursachen, die für einen Schwindel verantwortlich sein können. Etwa 10 % der Deutschen können ein Lied davon singen: Sie leiden immer mal wieder an Schwindel, bei den über 60-Jährigen sind es sogar über 30 % und ab 80 Jahren ist fast jeder Zweite regelmäßig betroffen.

 

Unterschiedlicher Schwindel

Um zu verstehen, dass Schwindel verschiedene Ursachen haben kann, muss man zunächst wissen, dass mehrere Systeme im menschlichen Körper daran beteiligt sind, die Balance zu halten. Dazu gehört das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, aber auch der Sehsinn. Die Informationen der verschiedenen Sinne laufen im Gehirn zusammen und werden dort verarbeitet. Funktioniert eines der Systeme nicht absolut korrekt, kann Schwindel das Symptom sein. Abhängig davon, welches der beteiligten Organe der „Übeltäter“ ist, unterscheidet man verschiedene Arten von Schwindel: Ein peripher- vestibulärer Schwindel (vestibulär bedeutet in diesem Zusammenhang den Gleichgewichtssinn betreffend) beruht z. B. auf einer Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr – jenes Organ, das Drehbewegungen des Kopfes und des Körpers erfasst. So können sich Kristalle im Gleichgewichtsorgan spontan oder nach einem Unfall lösen. Die freie Bewegung dieser Kristalle sorgt für das Schwindelgefühl. Aber auch eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs kann einen peripher-vestibulären Schwindel auslösen – oder eine Ansammlung von Flüssigkeit im Innenohr. Bei einem zentral-vestibulären Schwindel dagegen liegt eine Funktionsstörung der Gleichgewichtszentren im Gehirn vor; hervorgerufen z. B. durch Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder Tumoren. Diese Art des Schwindels kann von weiteren Symptomen begleitet sein – wie Sprachstörungen, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen und Kopfschmerzen.

 

Nicht-vestibulärer Schwindel

Als Schwindelursachen kommen aber auch gesundheitliche Probleme infrage, die nichts mit dem Gleichgewichtssystem zu tun haben: Ein solcher nicht-vestibulärer Schwindel wird mitunter ausgelöst durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Blutdruckveränderungen, Herzrhythmusstörungen), Lungenerkrankungen, Nervenerkrankungen (Polyneuropathie) oder auch durch Augenerkrankungen, die Sehstörungen mit sich bringen. Auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel, also eine Unterzuckerung, kann Schwindel verursachen – genauso wie eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme oder hohes Fieber. Ist die eigentliche Ursache richtig erkannt, lässt sich der Schwindel meist gut behandeln.

 

Schwindel im Alter

Auch wenn die Erfahrung scheinbar etwas anderes nahelegt, einen speziellen Altersschwindel gibt es nicht. Schwindel tritt vor allem bei älteren Menschen deshalb gehäuft auf, weil beispielsweise die Sehkraft nachlässt. Zudem nehmen vor allem Senioren oftmals eine Vielzahl an Medikamenten zu sich und Schwindel kann dann eine Nebenwirkung sein. Genauso sind psychische Faktoren wie Depressionen, Trauer oder Angst, die vor allem im Alter gehäuft vorkommen, mitunter ebenfalls ein Auslöser für Schwindel – in diesem Fall ist von psychogenem Schwindel die Rede.

 

 

 

 


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