Selbst-Hilfe gegen Schmerzen bei Sodbrennen und Reflux
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Selbst-Hilfe gegen Schmerzen bei Sodbrennen und Reflux

Praktisch jeder leidet gelegentlich unter Sodbrennen. Tritt es allerdings öfter als zweimal wöchentlich auf, handelt es sich um die Refluxkrankheit. Beides ist schmerzhaft und unangenehm.

Autor: Reader's Digest Book

Am unteren Ende der Speiseröhre, vor dem Mageneingang, befindet sich ein Verschlussmechanismus aus Muskeln. Er soll sich eigentlich nur öffnen, um Nahrung in den Magen durchzulassen, und dann wieder zusammenziehen, damit keine Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen kann. Erschlafft dieses Muskelbündel, kommt es zu einem Säure-Rückfluss in die Speiseröhre, allgemein bekannt als Sodbrennen.
Bei häufigem Säurerückfluss und der (gastroösophagealen) Refluxkrankheit, auch GERD genannt, kommt es mit der Zeit zu einer chronischen Entzündung der Speiseröhre. Diese Entzündung löst bei 5–10% der Patienten Zellveränderungen in der Speiseröhrenschleimhaut aus, was sich durch Schmerzen hinter dem Brustbein und starke Schluckbeschwerden bemerkbar macht. In seltenen Fällen entsteht aus dem umgebauten Gewebe Speiseröhrenkrebs.
Risikofaktoren für Sodbrennen und Refluxkrankheit sind Übergewicht, Asthma, Diabetes, Schwangerschaft und ein Zwerchfellbruch, bei dem Teile des Magens in den Brustraum übertreten. Auch Medikamente, welche die Entleerung des Magens verlangsamen, können einen Säurerückfluss verursachen; dazu gehören Opioide sowie diverse Antidepressiva und Antihistaminika. Sodbrennen quält den Betroffenen nur für kurze Zeit und ist einfach selbst zu behandeln. Wer allerdings mehrmals in der Woche an Sodbrennen leidet und dadurch zum GERD-Patienten geworden ist, gehört in ärztliche Behandlung und benötigt möglicherweise verschreibungspflichtige Medikamente.

Erste Maßnahmen bei Sodbrennen

  • Nicht weiter essen
    Solange die Schmerzen anhalten, darf man nichts essen. Wenn man weiterhin isst, erhöht sich der Druck auf den Schließmechanismus der Speiseröhre, und das Risiko, dass sich der Verschluss lockert und noch mehr Magensäure in die Speiseröhre gelangt, nimmt entsprechend zu.

  • Antazida nur in Maßen verwenden
    Antazida sind Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure. Wenn man allerdings viel davon nimmt, führt das mit der Zeit zu Durchfall oder Verstopfung. Um solchen Folgen vorzubeugen, sollte das Mittel Magnesiumhydroxid und Aluminiumhydroxid enthalten, die eine normale Darmfunktion unterstützen.
     
  • Wann Sie zum Arzt müssen
    Falls Sie noch Schmerzen haben, sobald die Wirkung des Antazidums nachlässt, oder wenn Sie nachts vor Schmerzen aufwachen, müssen Sie zum Arzt. Das gilt natürlich erst recht, wenn das Sodbrennen mehrmals pro Woche auftritt. Und Achtung: Die Symptome einer Angina pectoris können denen des Sodbrennens ähneln, nur dass man bei Angina pectoris zusätzlich einen starken, einschnürenden Druck im Brustkorb spürt. Da eine Angina pectoris durch eine Minderdurchblutung des Herzmuskels entsteht, kann sie einen Herzinfarkt ankündigen.

 

Rasche Selbst-Hilfe bei Sodbrennen

  • Wasser trinken
    Mit einem oder zwei Glas Wasser wird die Säure zurück in den Magen gespült.

  • Kaugummi kauen
    Der beim Kaugummikauen produzierte Speichel trägt zur Beseitigung der Säure bei. Laut Studien lässt sich Magensäure durch Kaugummikauen bis zu drei Stunden nach einer Mahlzeit neutralisieren.
     
  • Aufrecht sitzen
    In liegender Position ist Sodbrennen noch unangenehmer. Setzen Sie sich sogleich in einen Sessel.
     
  • Ein lockerer Gürtel
    Mit einem locker sitzenden Gürtel vermeiden Sie, dass Druck auf die Schließmuskulatur ausgeübt wird.
     
  • Abnehmen
    Bauchspeck schiebt den Magen nach oben, wodurch Druck auf den Ösophagussphinkter ausgeübt wird. Das führt dazu, dass Säure in die Speiseröhre zurückfließt.
     
  • Kleinere Portionen essen
    Üppige Mahlzeiten können unter Umständen Sodbrennen auslösen, da der Magen gedehnt wird und der Ösophagussphinkter sich dadurch ebenfalls dehnt.
     
  • Mit dem Rauchen aufhören
    Tabakschadstoffe im Speichel greifen die Schleimhaut der Speiseröhre an, während das Nikotin die Schließmuskulatur schwächt.
     
  • Ballaststoffreiche Ernährung
    Bei der Auswertung einer Studie zu Sodbrennen stellte sich heraus, dass bei jenen, die regelmäßig Ballaststoffe (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte) aßen, die Wahrscheinlichkeit, GERD zu entwickeln, unabhängig vom Körpergewicht um 20 % geringer war.
     
  • Nachtschichten möglichst vermeiden
    Die Wahrscheinlichkeit, Sodbrennen zu entwickeln, ist bei Schichtarbeitern offenbar erhöht. Die Gründe dafür könnten ein gestörter Schlafrhythmus, unregelmäßige Essenszeiten und Stress sein. Nicht spät essen. Sie gehen um 22.30 Uhr schlafen? Dann sollten Sie spätestens um 18.30 Uhr zu Abend essen. Eine japanische Studie mit 441 GERD-Patienten untersuchte den Zusammenhang zwischen Abendmahlzeit und Schlafenszeit. Das Ergebnis: Sodbrennen trat bei denen, die weniger als drei Stunden vor der Schlafenszeit gegessen hatten, 7,5-mal häufiger auf als bei jenen, die vier oder mehr Stunden vor dem Zubettgehen gegessen hatten.

  • Kopfteil des Bettes erhöhen
    Nächtlichem Reflux lässt sich vorbeugen, wenn man mit erhöhtem Kopfteil schläft. Auf der linken Seite schlafen. Dadurch verringert sich der Druck auf den Ventilmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, sodass nicht so leicht Säure aus dem Magen austritt.

 

Die hier veröffentlichten medizinischen Informationen sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung. Wir empfehlen allen Patienten mit Krankheits- bzw. Schmerzsymptomen, sich an einen Arzt zu wenden.


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