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Schöne Beine!
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Schöne Beine!

Schwache Venen? So beugen Sie Besenreisern und Krampfadern vor

Ausgabe: Juli 2015 Autor: Stella Cornelius-Koch

Susanne Ackstaller kleidet sich gerne modisch – im Sommer allerdings tut sich die 49-Jährige damit nicht leicht: Denn luftige Röcke und Kleider trägt die Werbe- und Wirtschaftstexterin aus dem Landkreis Freising bei München kaum noch. Zu sehr stören sie die Besenreiser an ihren Beinen. "Das ging schon im Teenager-Alter an den Oberschenkeln los. Inzwischen haben sich die Besenreiser leider auch an den Unterschenkeln, ja sogar bis zu den Knöcheln breit gemacht", berichtet Ackstaller.

Mit diesem Problem ist die Bayerin nicht allein. Nach Angaben der Deutschen Venen-Liga e. V. weisen 90 Prozent aller Erwachsenen eine Venenschwäche in den Beinen auf!

Durch die Venen, die unseren Körper durchziehen, fließt das Blut zum Herzen zurück. Die Beinvenen werden dabei besonders beansprucht, gilt es doch, das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben zu transportieren. Damit dies gelingt, drücken Muskeln bei jeder Bewegung von außen auf die Adern. Zudem finden sich in ihrem Inneren alle paar Zentimeter sogenannte Venenklappen, die wie Rückschlagventile verhindern, dass das Blut zurück Richtung Fuß sackt.

Versagen diese Mechanismen oder verlieren die Venen ihre natürliche Elastizität, kommt es zu Besenreisern, Krampfadern oder Schlimmerem. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

Besenreiser – ein ästhetisches Problem

Zeichnen sich an Ihren Ober- und Unterschenkeln hellrote bis dunkelblaue Linien oder rötliche Flecken ab? Vermutlich handelt es sich um Besenreiser. So heißen diese kleinsten mit Blut gefüllten Äderchen direkt unter der Hautoberfläche, weil sie an das Geflecht eines Reisigbesens erinnern.

Bei Menschen mit schwachem Bindegewebe durchströmt das Blut diese kleinsten Äderchen, überlastet sie und weitet sie auf – anstatt den korrekten Weg über die sogenannten Stammvenen zu nehmen. Diese beiden durch zahlreiche Seitenäste miteinander verbundenen Adern liegen eher an der Beinoberfläche. Sie sammeln das Blut aus Haut und Unterhautgewebe und leiten es zu den mehr im Körperinneren gelegenen tiefen Beinvenen, durch die es zum Herzen fließt.

Langes Stehen und Sitzen, bei Frauen die Einnahme der Antibabypille sowie Hormonschwankungen in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft, begünstigen Besenreiser. Die gute Nachricht: "Sie stellen eher ein kosmetisches Problem dar", erklärt Dr. Aljoscha Greiner, Phlebologe an der Mosel-Eifel-Klinik in Bad Bertrich. "Allerdings können sie häufig auch auf eine Venenerkrankung hindeuten." Er rät daher, Besenreiser von einem Venenspezialisten unter suchen zu lassen, der mit einem Doppler-Ultraschallgerät messen kann, ob die Blutströmung gestört ist.

Möchten Sie Ihre Besenreiser loswerden, ist meist eine Verödung, auch Sklerosierung genannt, das Mittel der Wahl. Hierbei spritzt der Arzt ein Verödungsmittel in die Äderchen, diese verschließen sich und werden quasi unsichtbar. Das Blut fließt nun durch andere, gesunde Venen. Da es sich um eine kosmetische Leistung handelt, müssen Sie die Kosten von etwa 70 Euro pro Sitzung selbst bezahlen.

Allerdings bleibt die Neigung, erneut Besenreiser auszubilden, ein Leben lang bestehen. Verringern können Sie dieses Risiko, indem Sie Übergewicht abbauen und sich regelmäßig bewegen. Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Rad fahren oder Walken.

Was tun Sie gegen das Altern?

 

Krampfadern – ein gesundheitliches Problem

An Ihren Ober- und Unterschenkeln oder in Ihren Kniekehlen treten bläulich geschlängelte Linien hervor? Dann haben Sie Krampfadern. Diese entstehen, wenn die Spannung der Aderwände nachlässt. Dann schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, das Blut staut sich, der Druck auf die Venenwände wird größer, deren Spannung lässt weiter nach.

Müde, schwere Beine, geschwollene Füße und Knöchel sind die ersten Anzeichen von Krampfadern. Später kommen oft ein brennender oder stechender Schmerz sowie Druckempfindlichkeit hinzu.

Pia Müller* kennt dies gut: "Obwohl ich normalgewichtig bin, plagt mich eine Krampfader im linken Bein, und das seit 25 Jahren", berichtet die Mutter dreier Kinder. Erstmals bemerkte sie die Krampfader nach einer durchtanzten Nacht. "Inzwischen macht sie mir aber immer wieder mal Beschwerden. Insbesondere, wenn ich viel sitze und stehe." Wie die 43-Jährige aus Donauwörth hatte bereits ihre Großmutter väterlicherseits Krampfadern.

Tatsächlich kommen Krampfadern in manchen Familien gehäuft vor. "Anders als viele vermuten, gibt die erbliche Veranlagung jedoch nicht den Ausschlag. Vielmehr sind häufig Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, viel Sitzen, langes Stehen und möglicherweise die Ernährung für die Entstehung von Krampfadern verantwortlich", erklärt Dr. Erika Mendoza, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Venenspezialistin aus Wunstorf bei Hannover.

Bei Frauen gelten Schwangerschaften wegen der hormonellen Umstellung und des Drucks durch das Kind auf die Beckenvenen als zusätzlicher Risikofaktor. Pia Müller hat während ihrer Schwangerschaften vorgebeugt, indem sie maßgefertigte Kompressionsstrümpfe trug. Eine solche Kompressionstherapie ist vor allem bei leichten Krampfadern und als vorbeugende Maßnahme sinnvoll – durchaus auch für betroffene Männer. Für die Sommermonate gibt es inzwischen Strümpfe aus leichterem Material.

Bei ausgeprägten oder schmerzhaften Krampfadern allerdings ist oft eine Operation erforderlich – allein schon um Folgeerkrankungen wie schlimmstenfalls eine Thrombose zu verhindern. Bei der bekanntesten Methode, dem Stripping, wird die betroffene Stammvene – oder nur der erkrankte Teil – durch einen kleinen Hautschnitt in der Leistenbeuge oder Kniekehle herausgezogen. Meist geschieht dies unter Vollnarkose.

Eine venenerhaltende Therapie bietet das CHIVA-Verfahren, das häufig mit einer örtlichen Betäubung auskommt. Dabei durchtrennt der Arzt die Venen an bestimmten Stellen. Das Blut kann so nicht mehr in die Krampfadern eintreten, sondern fließt über die gesunden Seitenäste ab. Die erkrankten Venenabschnitte bilden sich zurück. "Der Patient kann bereits zwei bis drei Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen. Da sie ohne Vollnarkose auskommt, eignet sich die Methode auch für ältere Menschen", sagt Dr. Mendoza.

Zur Linderung von Stauungsbeschwerden und Schwellungen eignen sich auch pflanzliche Mittel. Im An gebot sind Kapseln, Salben und Gels mit Rosskastanie oder Rotem Weinlaub, die Sie in der Apotheke, dem Reformhaus oder Drogeriemarkt bekommen. Die Präparate enthalten Rutin-Flavonoide, welche die Venenwände von innen abdichten. Tipp: Wenden Sie die Mittel am besten schon bei den ersten Anzeichen von Beinschwellungen oder Schmerzen an.

Beinvenenthrombose – ein lebensbedrohendes Problem

Mit etwas Glück passiert Ihnen dies nie: Eines Ihrer Beine schwillt an, schmerzt und verfärbt sich glänzend. Dahinter könnte eine lebensbedrohliche tiefe Beinvenenthrombose stecken!

Helfen Sie Ihrem Glück auf die Sprünge, indem Sie ausgeprägte Krampfadern frühzeitig behandeln lassen. Denn wenn sich in ihnen das Blut staut, können sich die für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen zusammenballen und ein Gerinnsel bilden, auch Thrombus genannt. Eine Entzündung in der Venenwand ist die Folge, die sich mit Schmerzen, Rötungen und Wärmegefühl im betroffenen Abschnitt bemerkbar macht.

Solange nur die oberflächlichen Venen betroffen sind, ist eine Venenentzündung relativ harmlos und heilt unter ärztlicher Behandlung rasch ab. Eile ist angesagt bei heftigen Beinschmerzen, Anschwellen eines Beines, Schmerzen beim Auftreten, Spannungsgefühl oder glänzender Verfärbung des Beins. "Bei diesen Warnzeichen für eine tiefe Beinvenenthrombose sollten Sie schnellstmöglich Ihren Hausarzt oder noch besser einen Venenfacharzt aufsuchen", erklärt Dr. Aljoscha Greiner.

Neben Blutgerinnungsstörungen, Operationen und Rauchen erhöht auch langes, beengtes Sitzen, beispielweise auf einer Reise, das Thrombose-Risiko. "Besonders belastend für die Venen ist es, wenn Sie länger als vier Stunden sitzen. In diesem Fall sollten sogar Venengesunde vorsorglich einen leichten Kompressionsstrumpf tragen", rät Dr. Greiner.


 

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