Blutdruckmessen: So einfach geht’s
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Blutdruckmessen: So einfach geht’s

Um Blutdruckwerte zu verstehen, braucht man keine medizinische Ausbildung.

Ausgabe: März 2019 Autor: Samantha Rideout

Der erste (systolische) Wert zeigt, mit welchem Druck das Herz Blut in die Aorta pumpt. Der zweite (diastolische) Wert gibt an, wie stark der Druck zwischen zwei Herzschlägen ist. Sind beide Werte erhöht, nimmt auch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu. Die European Society of Cardiology stuft einen Blutdruck von unter 120 zu 80 mmHg als optimal ein, bis 129 zu 84 mmHg gilt als normal. Eine Untergrenze ist nicht definiert. Solange man sich wohlfühlt, besteht bei niedrigem Blutdruck kein Grund zur Sorge. Bei chronischem Schwindel oder Benommenheit sollte man allerdings einen Arzt aufsuchen.

Im leicht erhöhten Bereich von 130 zu 85 mmHg bis 140 zu 90 mmHg können Lebensstilveränderungen sinnvoll sein. Das etwas erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko erfordert noch keine Medikamente. Ab Werten von 140 zu 90 mmHg spricht man von Hypertonie. Dann sind Veränderungen des Lebensstils sowie Medikamente nötig. Bei Messungen zu Hause gilt ein Grenzwert von 135 zu 85 mmHg, da das Ergebnis häufig niedriger ausfällt als in der Arztpraxis. Im Lauf des Tages schwankt der Blutdruck infolge von Stress, koffeinhaltigen Getränken oder körperlicher Aktivität. Daher wird ein Arzt nicht bereits nach einer Messung die Diagnose Bluthochdruck stellen. Er empfiehlt Messungen zu Hause vorzunehmen, und falls die Werte dort ebenfalls erhöht sind, sollte der Arzt weitere Untersuchungen durchführen.

Unterscheiden sich die Werte an den Armen um mehr als 10 Punkte, kann dies auf eine blockierte Arterie hinweisen

Vor einer Messung sollten Sie fünf Minuten ruhig dasitzen, rät Dr. Joep Perk, Kardiologe und Berater für die European Society of Cardiology. Atmen Sie normal, halten Sie Ihren Ellenbogen auf Höhe des Herzens abgestützt, und reden Sie nicht. Die Manschette des Messgeräts sollten Sie so anlegen, dass sie direkt auf der Haut liegt.

Wenn Sie noch nie hohen Blutdruck hatten, genügt es, ihn einmal im Jahr prüfen zu lassen. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte ein- bis zweimal pro Woche selbst messen. „So kann die Medikation angepasst werden“, erläutert Dr. Perk. Wer seinen Blutdruck regelmäßig misst, denkt eher daran, die Medikamente einzunehmen. „Bei Bluthochdruck fühlt man sich körperlich nicht unwohl“, weiß Dr. Perk, „und vergisst die Einnahme leicht.“ Selbstkontrolle fördert dagegen das Bewusstsein für die eigene Gesundheit


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