Ein Vater befühlt die Stirn seines schreibenden Babys und telefoniert mit dem Arzt.
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Mittelohrentzündung bei Kindern: Diagnose per Smartphone

Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr, wie sie bei einer Mittelohrentzündung entstehen, können Eltern zukünftig bei ihrem Kind mithilfe eines selbst gebastelten Papiertrichters und einer Smartphone-App erkennen.

Autor: Reader‘s Digest Book

Die von Justin Chan und Mitarbeitern an der School of Computer Science & Engineering in Seattle entwickelte App sendet über den Lautsprecher des Smartphones kurze Schallimpulse mit wechselnder Frequenz aus, die dem Zwitschern von Vögeln ähneln. Die Schallimpulse bringen das Trommelfell zum Schwingen. Das Echo der Schwingungen wird über das Mikrofon des Smartphones aufgefangen und von der App aufgezeichnet und ausgewertet. Die Software ist selbstlernend aufgebaut und wurde mit den bekannten Befunden von 53 Patienten trainiert. Sie erkennt und bewertet Schwingungsabweichungen, die durch Veränderungen am Trommelfell verursacht werden. Sammelt sich Flüssigkeit im Ohr, so ist das Trommelfell angespannt und der Frequenzbereich der Schwingungen verändert sich. Die App wurde in einer Studie am Seattle Children’s Hospital mit 98 Kindern und Jugendlichen zwischen 18 Monaten und 17 Jahren getestet. Die Hälfte der Patienten wurde wegen einer Mittelohrentzündung behandelt, bei den übrigen lag eine andere Erkrankung vor. Die Messergebnisse wurden mit denen herkömmlicher Reflektometrie-Geräte verglichen.

Die App erkannte eine Mittelohrentzündung mit einer Sensitivität von rund 84 %. Mit der klassischen Reflektometrie lag die Sensitivität bei rund 77 %. Auch Eltern erreichten an der Klinik nach einer kurzen Einweisung mit der App ähnlich gute Ergebnisse wie die Kinderärzte. Mithilfe der App erhalten Eltern einen ersten Hinweis auf eine Mittelohrentzündung. Auch der Kinderarzt kann die einfache und schnelle Methode zur Diagnose einsetzen.


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