Gesund durchs Jahr: der Sommer
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Natürlich heilen

Gesund durchs Jahr: der Sommer

Die Hitze lässt Sie schlecht schlafen, bringt Ihre Verdauung durcheinander, beeinflusst Ihren Blutdruck? Lesen Sie, was Schulmedizin, Naturheilkunde und Homöopathie für Sie bereithalten

Ausgabe: Juni 2016 Autor: Anke Nolte

Bluthochdruck

Jahrelang wollte Gunther Müller* seinen Bluthochdruck nicht wahrhaben. Heute weiß er: Er hätte ihn ernster nehmen sollen. Denn mit nur 48 Jahren erlitt der Fotograf aus Soltau in Niedersachsen einen Herzinfarkt – eine gefürchtete Folge der Hypertonie, wie die Erkrankung in der Fachsprache heißt.

Annähernd jeder Dritte in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck. Von Hypertonie spricht man, wenn der Blutdruck mehrmals an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Tages­zeiten bei oder über dem Grenzwert von 140/90 mmHg liegt. Die gute Nachricht: Betroffene können selbst viel dafür tun, dass die Werte sinken.

Das bietet die Schulmedizin

Gunther Müller führt seine Erkrankung auf Stress in Kombination mit einer genetischen Veranlagung zurück: „Ich habe einen oft anstrengenden Job und hatte eine komplizierte, langwierige Scheidung hinter mir“, erzählt der heute 51-Jährige. Auch sonst ist er immer wieder an seine Grenzen gegangen – oder darüber hinaus. Beim Arbeiten, Sport oder Schlagzeugspielen: „Ich tendierte wohl zu einem gewissen Exzess“, erinnert er sich.

Experten sind sich sicher: Etwa bei einem Viertel der Patienten mit Bluthochdruck spielt Stress eine große Rolle, bei drei Viertel eine Mischung aus Bewegungsmangel und Über­gewicht. Bei allen kommt eine genetische Komponente zum Tragen. „Doch die Veranlagung kommt nur zum Zug, wenn sich ein ungünstiger Lebensstil hinzugesellt“, sagt Dr. Renate Grötsch, Ärztin für Allgemeinmedizin im oberbayerischen Holzkirchen.

Betroffenen wird der Arzt deshalb zuallererst eine Umstellung der Lebensweise empfehlen. „Eine gesunde Mittelmeerkost mit viel Obst, Gemüse und pflanzlichen Fetten sowie Ausdauersport, Gewichtsabnahme und Stressabbau – diese Maßnahmen wirken genauso gut wie Medikamente“, sagt Hausärztin Dr. Grötsch. Am besten reduzieren Sie darüber hinaus Ihren Alkohol- und Salzkonsum und verzichten aufs Rauchen.

Heute tut Gunther Müller viel für seine Herzgesundheit: Er greift zwei- bis dreimal die Woche zu seinen Nordic-Walking-Stöcken, einmal die Woche besucht er ein Fitness-Studio und fährt täglich Rad. Vor allem aber versucht er, Stress zu vermeiden. Ohne Medikamente kommt er allerdings trotzdem nicht aus.

„Medikamente sind dann nötig, wenn bei leichtem oder mittlerem Bluthochdruck eine Lebensumstellung nicht den gewünschten Effekt bringt, der Blutdruck sehr hoch ist oder Risikofaktoren wie Diabetes oder eine Herzerkrankung vorliegen“, erklärt Dr. Grötsch.

Das bietet die Naturheilkunde

Blut spenden senkt den Blutdruck! Das bewies unlängst eine Studie der Carstens-Stiftung, die sich der Erforschung von Naturheilkunde und Homöopathie widmet, in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité. „Das Blutabnehmen muss allerdings sehr regelmäßig erfolgen, damit sich die Effekte einstellen“, erläutert Hausärztin Dr. Grötsch.

Auch Entspannungsverfahren, wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, Meditation, können helfen, den Blutdruck langfristig zu senken. Dr. Grötsch empfiehlt zudem die Heilpflanzen Mistel, Knoblauch und Melisse: „Durch die Kombination von Naturheilmitteln und blutdrucksenkenden Medikamenten ist es möglich, mit geringeren Dosierungen auszukommen und somit Nebenwirkungen zu vermeiden.“

Das bietet die Homöopathie

Aurum metallicum, also Gold, ist in der Homöopathie ein wichtiges Mittel gegen erhöhten Blutdruck: „Es ist für Menschen geeignet, die hohe Ansprüche an sich selber haben, sich tendenziell überfordern und zu klopfenden Kopfschmerzen und Tinnitus neigen“, erklärt Expertin Dr. Grötsch. Nux vomica, die Brechnuss, eignet sich für Bluthochdruckpatienten, die großem Stress ausgesetzt sind.

Lachesis, das Gift der Buschmeisterschlange – natürlich in homöopathischer Verdünnung –, eignet sich für Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden und Bluthochdruck.

Fazit

Nehmen Sie Bluthochdruck nicht auf die leichte Schulter. Werden Sie aktiv: Stress, Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungünstige Ernährung – an diesen Schrauben können Sie drehen! Reichen diese Maßnahmen nicht aus, steht eine Palette von gut untersuchten Medikamenten zur Verfügung.

Naturheilkundliche Methoden sowie pflanzliche und homöopathische Mittel können dabei helfen, die Medikamentendosis so klein wie möglich zu halten.


* Name von der Redaktion geändert


 

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