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Antibiotika für schwere Krankheiten aufsparen
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Antibiotika für schwere Krankheiten aufsparen

In der kühlen Jahreszeit haben Erkältungs-Krankheiten Hochkonjunktur. Doch greifen Sie nicht gleich zu Antibiotika. Die äußerst wirksamen Mittel sollten nur bei schweren Krankheiten eingesetzt werden.

Ausgabe: Februar 2016 Autor: Andrea Söldi

Während der kühen Jahreszeiten haben Erkältungskrankheiten Hochsaison. Wenn die Nase trieft und der Hals brennt, holt man sich gern in der Apotheke ein Mittel, das die Beschwerden möglichst schnell lindert. Und verlässt das Geschäft kurz darauf mit Lutschtabletten. Doch was viele nicht wissen: Einige handelsübliche, rezeptfreie Halsschmerztabletten enthalten neben schmerzlindernden Substanzen auch Antibiotika.


Bakterien lernen schnellund entwickeln Resistenzen

Antibiotika sind äußerst wirksame Mittel. Seit der Anwendung von Penicillin sterben weit weniger Menschen an Infektionskrankheiten. Doch wegen der verbreiteten Einnahme verlieren immer mehr Mittel ihre Wirkung. Denn die Bakterien sind lernfähig und entwickeln schnell sogenannte Resistenzen. Viele Patienten sprechen deshalb nicht mehr auf gängige Präparate an. Ärzte müssen deshalb auf Reserve-Antibiotika zurück­greifen. Manche Keime sind mittlerweile sogar auch gegen diese immun. Die Hersteller beteuern, dass das in Halsweh-Lutsch­tabletten enthaltene Antibio­tikum Tyrothricin bei der Entwicklung von Resistenzen kaum eine Rolle spiele. „Es sind keine Resistenzen bekannt“, teilt etwa das Pharma-Unternehmen Novartis mit. Viele Hersteller vertreten die Meinung, dass Tyrothricin wichtig sei, um die eindringenden Bakterien zu de­zimieren. Nach einer Vireninfektion vermehren sich oft andere Keime ebenfalls stark, heißt es beispielsweise vonseiten der Firma Melisana. Ihr Produkt wirke lokal, ohne dass Tyrothricin vom Körper aufgenommen werde.


Natürlicher Schutz gestört

Eine andere Auffassung vertritt Jacques Gubler, Chefarzt der Medizinischen Poliklinik im schweizerischen Winterthur: Die in Lutschtabletten enthaltenen Antibiotika könnten die Selektion von resistenten Bakterien begünstigen, sagt der Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie. Auch werde die normale Bakterienflora im Hals-Rachenraum sowie im Magen-Darmtrakt gestört: „Damit wird der wirksamste Schutz gegen Bakterien  und Pilze geschädigt, und die Empfänglichkeit für weitere Infektionen kann steigen.“ Tests haben gezeigt, dass die Zusammensetzung der Bakterien, die eine Funktion bei der Verdauung einnehmen, noch bis zu vier Jahre nach einer Behandlung Veränderungen aufweist. Obwohl daraus keine direkten Beschwerden entstehen müssen, ist nicht auszuschließen, dass dieses Phänomen langfristig negative Auswirkungen hat.


Patienten machen Druck

Viele Ärzte würden einen zu lockeren Umgang mit Antibiotika pflegen, sagt Dr. med. Hans-Ulrich Kull, auch weil Patienten Druck machen. „Sie müssen schnell wieder arbeiten gehen“, erzählt der Hausarzt aus Küsnacht, Schweiz. Doch bei einer Grippe seien Antibiotika sowieso nutzlos, weil diese durch Viren ausgelöst wird. Manchmal braucht es eben einfach Zeit, um möglichst schnell wieder gesund zu werden.

 

Lesen Sie hier: Halsweh ohne Antibiotika kurieren


 

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