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Das ergibt Genuss pur: die Zubereitung aromatischen Kaffees
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Das ergibt Genuss pur: die Zubereitung aromatischen Kaffees

Wie lieben Sie Ihren Kaffee: als Espresso, Cappuccino oder  traditionell als Filterkaffee? Was Sie über die aromatischen Bohnen und ihre Zubereitung wissen sollten...

Ausgabe: Oktober 2017 Autor: Karin Kerber

Klima und Bodenbeschaffenheit des Anbaugebiets haben entscheidenden Einfluss auf den Geschmack Ihres Kaffees. Kaffeepflanzen gedeihen weltweit rund um den Äquator. Mit einem Marktanteil von über 60 Prozent hat die Sorte Arabica die Nase vorn, der Rest entfällt fast gänzlich auf Robusta. Den im Hochland, ab einer Meereshöhe von 1000 Meter, angebauten Arabica zeichnet ein leicht fruchtiger Geschmack mit ausgewogener Bitter­note und einem Koffeingehalt von rund 13 Gramm pro Kilo Bohnen aus. Robusta aus dem Tiefland schmeckt kräftig-herb und bringt es mit etwa 24 Gramm pro Kilo fast auf die doppelte Koffeinmenge.

Koffein: in kleineren Mengen wirkt es anregend

Je nach Mischung und Zubereitungsart kann der Koffeingehalt einer Tasse Kaffee zwischen 50 und 150 Milligramm schwanken. „In kleinen Mengen, bis zu 400 Milligramm täglich, wirkt Koffein anregend, macht munter und stimuliert das zentrale Nervensystem“, erklärt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Allerdings können sich bereits Koffeindosen von 100 Milligramm auf Schlafdauer und -muster auswirken – insbesondere wenn sie kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden.“

Zu viel Koffein führt zu Herzrasen und Schlaflosigkeit

In größeren Mengen kann der Wirkstoff unter anderem zu Herzrasen, Schlaflosigkeit, Nervosität und erhöhtem Blutdruck führen. Trinken Sie viel Kaffee, können Sie also mit sortenreinem Arabica Ihre Koffeinaufnahme einfacher kontrollieren.

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Die Röstung macht’s

Was aus den rohen Bohnen wird, liegt in der Hand der Röstereien. Sie entscheiden mit darüber, ob der Kaffee später mild oder eher kräftig schmeckt. „Erst durch das Rösten erhalten die Kaffeebohnen ihr unverwechselbares Aroma und ihre dunkle Farbe. Um ein ausgewogenes Geschmacksergebnis zu erzielen, benötigt es sehr viel Erfahrung und Wissen“, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. „Temperatur, Zeit und der Verlauf der Röstung tragen maßgeblich zur Note des Kaffees bei und werden daher in sogenannten Röstprofilen sehr genau festgelegt.“ Generell gilt: Hellere Röstungen schmecken milder. Dunklere Röstungen weisen mehr Röstaromen und Bitterstoffe auf, sie eignen sich vor allem für Zubereitungsarten wie Espresso.

Es ist eine Geschmacksfrage

Wer das volle Aroma genießen möchte, sollte ganze Bohnen bei Bedarf frisch mahlen. Trocken, kühl und luftdicht verschlossen gelagert bleiben sie bis zum Mindesthaltbarkeits-Datum aromatisch. Kaufen Sie gemahlenen Kaffee, bewahren Sie diesen am besten in der Originalverpackung auf und verbrauchen ihn nach dem Öffnen innerhalb weniger Tage. Lagern Sie ihn nicht im Kühlschrank, weil er dort Gerüche annimmt.

Filterkaffe oder Brühkaffee?

Als Faustregel für die Dosierung gilt: Ein knapp gehäufter Esslöffel – etwa sieben Gramm – Kaffeepulver pro 125-Milliliter-Tasse beziehungsweise pro Espressotasse ergibt einen normal starken Kaffee oder Espresso. Mittelfein gemahlenes Pulver ist ideal für Filterkaffee, für den Sie jede Röstung verwenden können. Filtern Sie Ihren Kaffee von Hand, lassen Sie das aufgekochte Wasser zunächst etwa 30 Sekunden lang auf etwa 95 bis 86 Grad abkühlen, denn zu heißes Wasser löst verstärkt Bitterstoffe aus dem Pulver.

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Die Brüh-Methode

Für die Brühmethode geben Sie eine mittelfein gemahlene beliebige Röstung in eine Kaffeekanne oder eher grob gemahlenes Pulver in eine Press-Stempelkanne. Das Pulver wird mit aufgekochtem – und wie beim Filtern von Hand leicht abgekühltem – Wasser übergossen und nach drei Minuten umgerührt. Nach Absinken des Kaffeesatzes oder dessen Herabdrücken mit dem Siebstempel schmeckt der Kaffee konzentrierter als ein gefilterter und enthält etwas mehr Koffein.

Kaffee-Kapseln, Pads oder Espressokanne

Wer Kaffee à la Espresso oder Mokka liebt, ist mit einer preiswerten Espressokanne für die Herdplatte gut beraten. Bei dieser Zubereitungsmethode drückt sich Wasserdampf durch ein mit fein gemahlenem Kaffeepulver gefülltes Sieb in eine Kanne. Mit dunklen, kräftig gerösteten Sorten schmeckt ein so zubereiteter Kaffee am besten. Vollautomat sowie Kapsel- beziehungsweise Pad-Maschine bereiten auf Knopfdruck aus beliebigen Bohnen, Kaffeepads oder -kapseln portionsweise das gewünschte Getränk zu – vom Espresso bis zum normalen Kaffee. Mit diesen Maschinen können Sie meist auch Milch für Cappuccino und Co. aufschäumen.

Entkoffeinierter und löslicher Kaffee

Entkoffeinierter Kaffee enthält maximal ein Gramm Koffein pro Kilo Bohnen – ideal für alle, die auf Koffein verzichten oder es reduzieren möchten oder die auch abends gern eine Tasse Kaffee trinken. Löslichen Kaffee (Instant-Kaffee) müssen Sie nur in heißem Wasser auflösen. Das funktioniert, weil die Hersteller einen Kaffeeaufguss zubereitet und diesen getrocknet haben. Das Pulver verliert nach dem Öffnen der Packung schnell an Aroma, Sie sollten es innerhalb von vier Wochen verbrauchen. 

 


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