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Entscheidungs-Hilfe: Lohnt sich die Anschaffung eines E-Bikes?
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Aus der
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Entscheidungs-Hilfe: Lohnt sich die Anschaffung eines E-Bikes?

Für wen ist ein E-Bike sinnvoll, was kostet es und worauf soll ich achten?

Autor: Reader's Digest Book

Ein E-Bike oder Pedelec ist in erster Linie für zwei Gruppen sinnvoll:

  1. Menschen, die bereits mit dem Fahrrad aktiv sind und ihren Bewegungs-Radius vergrößern möchten.
  2. Personen, die gerne (mehr) mit dem Fahrrad unterwegs wären, die aber bislang die Anstrengung scheuten – insbesondere, wenn sie in einer hügeligen oder windreichen Gegend wohnen.

Radfahren zählt zu den gesündesten Sportarten: Die Fahrer sind an der frischen Luft unterwegs, die Bewegung ist sanft, gelenk- und rückenschonend. Manche befürchten allerdings, dass sie während einer längeren Radtour unterwegs einen Leistungs-Einbruch hinnehmen müssen und der Rückweg zur Qual werden könnte. Das kann durch eine elektrische Unterstützung vermieden werden.

Wann lohnt sich für mich die Anschaffung eines E-Bikes?

  • Ich möchte mehr mit dem Rad unterwegs sein, bin aber schnell erschöpft
  • Ich wohne in einer hügeligen oder windreichen Gegend, Radfahren war mir bisher zu anstrengend
  • Mir ist unangenehm, dass die anderen bei Radtouren in der Gruppe oft auf mich warten müssen
  • Bisher war es mir zu schwer, den Wochen-Einkauf auf dem Rad zu transportieren

 

Was ist ein E-Bike oder Pedelec?

Umgangssprachlich werden alle Fahrräder mit elektrischem Antriebs-Motor alle E-Bikes bezeichnet. Doch die Bezeichnung ist zu ungenau. Es gilt zu unterscheiden, ob der Motor nur zur Tret-Unterstützung eingesetzt wird oder ob sich der Fahrer damit auch ohne eigene Muskelkraft fortbewegen kann. Räder mit reiner Tret-Unterstützung, heißen korrekt Pedelec. Für sie ist kein Nummern-Schild oder Führerschein erforderlich. Der Fahrer tritt selbst in die Pedale, erst springt der Motor ein – ideal für Menschen, die sanft trainieren wollen.

Die Art der Unterstützung ist je nach Modell unterschiedlich: Manche Pedelecs können nur stufenweise (etwas schwach, mittel, stark) unterstützen. Andere passen sich der Kraft an, die der Fahrer selbst aufbringt. Tritt er stärker, leistet auch der Motor mehr – praktisch bei Steigungen oder Gegenwind.

Gute E-Bikes sind nicht billig

Wer vor der Entscheidung für oder gegen ein E-Bike steht, sollte finanzielle oder technische Hürden im Blick behalten. Es gibt günstige Fahrräder mit elektrischer Unterstützung, doch wenn Sie schon viel Geld in die Hand nehmen, sollten Sie auf Qualität achten: Oftmals ist bei älteren Rädern die Technik veraltet, z.B. beim Akku, der bei Nicht-Benutzung – etwa im Winter – schnell an Leistung nachlässt. Bedenken Sie auch, dass ein E-Bike höheren Belastungen standhalten muss als ein herkömmliches Fahrrad. Rahmen, Bremsen, Lenker usw. müssen hochwertiger und stabiler sein – das schlägt sich im Preis nieder. Die Stiftung Warentest hat aktuelle Modelle untersucht und kommt für Räder der Klasse 2000 bis 3000 Euro zu einem guten Ergebnis. In früheren Jahren sah das noch schlechter aus. Dies sollten Sie bedenken, wenn Sie ein gebrauchtes E-Bike kaufen möchten. Suchen Sie immer Erfahrungs-Berichte und Bewertungen im Internet zum angebotenen Modell.

Ladevorgänge und Akku-Pflege

Die durchschnittliche Reichweite eines E-Bikes beträgt ca. 50 Kilometer, je nachdem wie viel Unterstützung Sie nutzen. Wird das Rad nur für kürzere Fahrten in der Stadt genutzt, müssen Sie mit etwa einem Ladevorgang pro Woche rechnen. Haben Sie keinen außen erreichbaren Strom-Anschluss, sollte der Akku leicht auszubauen und in der Wohnug zu laden sein. Manche Akku-Modelle sollten zudem regelmäßig ge- und entladen werden, um die volle Leistung zu erhalten. Wird das Rad also nur unregelmäßig genutzt, müssen Sie sich trotzdem kontinuierlich darum kümmern.

Welche E-Bikes gibt es und wofür sind sie geeignet?

  1. City-E-Bike: bequemes Cityrad für Stadt, befestigte Wege, 50 – 100 km Reichweite
  2. Touren-E-Bike: sportliches, belastbares Rad für längere Strecken in Stadt und auf dem Land, 50 – 100 km Reichweite
  3. Klapp-E-Bike: sehr kleines Packmaß für Kofferraum, Camping oder Boot geeignet, rollt gut in der Stadt und auf befestigten Wegen, 40 – 60 km Reichweite
  4. Mountain-/Cross-E-Bike: besonders verstärktes Rad für den Geländeeinsatz (mit Gepäck) für Stadt, Land, unbefestigte Wege, 40 – 60 km Reichweite
  5. E-Bike mit Hinterrad-Antrieb: gut mit Kettenschaltung kombinierbar, meist in Touren oder Mountain-E-Bikes zu finden
  6. E-Bike mit Mittelantrieb: mit Ketten- oder Nabenschaltung kombinierbar. Vorteil: gute Gewichts-Verteilung; Nachteil: geringe Kraftausbeute und hoher Material-Verschleiß, meist in City-E-Bikes und Klapp-E-Bikes verbaut
  7. E-Bike mit Vorderradantrieb: gut mit Nabenschaltung (Rücktritt) kombinierbar; Nachteil: weniger gute Straßen-Lage, besonders bei beladenem Rad; oder in City-E-Bikes verbaut und bei Nachrüstung herkömmlicher Fahrräder zum E-Bikes im Einsatz

 

Hinweis: Einsatzgebiet und Reichweite betreffen den Duchschnitt. Andere Kombinationen sind möglich, oft aber nicht sinnvoll (etwa ein großer, schwerer Akku im kleinen, leichten Klapp-E-Bike) oder teuer (leistungsstärkerer Akku im Mountain-E-Bike).

 

Lesen Sie hier:

Wie die Puls-Frequenz das E-Bike steuert

Per E-Bike: Mit voller Kraft bergauf

 

 


 

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