Die schwierige Wahl des richtigen Koffers
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Die schwierige Wahl des richtigen Koffers

Spätestens, wenn an Ihrem alten Koffer eine Naht platzt oder ein Scharnier ausbricht, wird es Zeit für neues Reisegepäck...

Ausgabe: Juni 2018 Autor: Barbara Erbe

Leicht soll es sein, stabil und einfach zu handhaben. Das wünschen Reisende sich von ihrem Gepäckstück. Aber gibt es das wirklich: Stabilität bei geringem Gewicht? „Die meisten Hartschalenkoffer erfüllen beide Kriterien“, erklärt Nico Langenbeck, Projektleiter Freizeit und Verkehr der Stiftung Warentest in Berlin. „Sie vertragen nahezu unbeschadet Reibung und Stöße. Sind Kosmetika, Mitbringsel und Garderobe ordentlich darin verstaut, überstehen sie die Reise intakt und knitterfrei.“ Moderne Hartschalenkoffer aus leichtem Kunststoff wiegen zudem nur um die zwei Kilogramm und sind damit nicht schwerer als weiche Koffer. Diese haben aber durchaus auch Vorteile. „Häufig besitzen sie Außentaschen, und die bieten Platz für Dinge, die Sie kurzfristig noch unterbringen möchten“, sagt Langenbeck. Zudem gibt Ihnen die flexible Hülle die Möglichkeit, wenn es sein muss, auch mal etwas mehr einzupacken.

Hartschalenkoffer oder weiche Außenhülle?

„In Sachen Stabilität stehen weiche Koffer den harten kaum nach, das haben unsere Vergleichstests ergeben“, erläutert der Experte. „Dasselbe gilt für die Wasserfestigkeit. Sowohl unter den Weich- als auch unter den Hartschalenkoffern gibt es Exemplare, die Wasser gut, und solche, die es weniger gut abhalten.“ Wollen Sie nicht gerade Zerbrechliches transportieren, das ein harter Koffer besser schützt, ist die Wahl also eher eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Geldbeutels. Hartschalenkoffer sind meist teurer. Für kürzere Reisen kann durchaus auch ein Rucksack oder eine Reisetasche empfehlenswert sein. „Für ein Städtereise-Wochenende ist womöglich ein mittelgroßer Rucksack praktischer als ein Koffer. Er ist einfacher zu transportieren und darf als Handgepäck mit ins Flugzeug“, sagt Claudia Schlegel, Geschäftsführerin von Butler Bureau in Wien, das auf die Ausbildung und Vermittlung von Hauspersonal spezialisiert ist.

Rollen und Schlösser

Vor einigen Jahren noch ein Novum, sind Koffer mit vier Rollen heute genauso gängig wie solche mit zweien. Ihr Vorteil: Auf glatten Böden lassen sie sich aufrecht stehend schieben. Ist der Untergrund holperig, können Sie sie wie einen Zweiradkoffer ziehen. Ihr Nachteil: Vier Rollen sind – anders als zwei – meist nicht in den Korpus integriert und werden bei den Maßen mitgezählt. „Das ist ungünstig, wenn es eine Obergrenze an Zentimetern einzuhalten gilt, beispielsweise bei Fluggepäck“, sagt Nico Langenbeck von der Stiftung Warentest. Dazu kommt: Ein Koffer auf vier Rollen setzt sich bei Gefälle oder im Zug abgestellt bei Kurvenfahrten selbstständig in Bewegung. Unabhängig von der Anzahl der Räder gilt: „Probieren Sie vor dem Kauf aus, ob der Teleskopgriff gut in Ihrer Hand liegt, nicht knarzt und wackelt, wenn Sie den Koffer um eine Kurve ziehen“, empfiehlt der Experte. Sonst lassen Sie besser die Finger von diesem Gepäckstück. Für den Fall, dass Sie einmal in die USA reisen möchten, sollte Ihr Gepäck – falls Sie es abschließen – mit einem sogenannten TSA-Schloss gesichert sein. Diese Schlösser kann die Transportation Security Administration, die US-Transportsicherheitsbehörde, öffnen. Andere Schlösser werden notfalls aufgebrochen.

Clever und knitterfrei Koffer packen

Bedenken Sie: Nicht alles, was Sie im Urlaub benötigen, müssen Sie von zu Hause mitbringen. Handtücher gehören in Hotels zur Standardausstattung, häufig auch Fön und Bademäntel. In vielen Ferienwohnungen können Sie Bettwäsche, Handtücher und mehr hinzubuchen. „Packen Sie schwere Gegenstände, wie Schuhe, Kosmetika oder Bücher, dorthin, wo sie dann beim Transport unten liegen werden“, rät Expertin Claudia Schlegel aus Wien. Bei Rollkoffern ist dies dort, wo die Räder sitzen. „Leichte Kleidungsstücke sollten dagegen oben liegen, sodass sie möglichst wenig knittern. Hier zahlen sich Koffer mit integrierten elastischen Spanngurten aus, die die Kleidung am richtigen Platz halten.“

Reduzieren Sie die Anzahl der Knitterfalten weiter, indem Sie Ihr Gepäckstück mit Seidenpapier auslegen. „Das vermindert die Reibung, die erst zum Knittern führt“, sagt Schlegel. „Überfüllen Sie Ihren Koffer nicht. Sonst hilft auch kein Seidenpapier!“ Wählen Sie Kleidungsstücke, die sich miteinander kombinieren lassen. Im besten Fall passen alle Oberteile zu allen Unterteilen. Ist Ihre Garderobe bei der Ankunft dennoch zerknautscht, hängen Sie sie, nachdem Sie geduscht haben, im Bad auf. Wasserdampf hat glättende Wirkung. Mit einem bunten Koffergurt oder einem Band am Griff finden Sie den eigenen Koffer bei der Gepäckausgabe einfacher. Ein Aufkleber oder Anhänger mit Name, Adresse und Telefonnummer sorgen im Idealfall dafür, dass Sie Ihr Gepäck wiederbekommen, sollte es doch einmal verloren gehen.

 

 


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