Blick in die Barbarossa-Tropfsteinhöhle nahe Rottleben in Thüringen.
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Ein Besuch in Barbarossas Schlafzimmer

Der Sage nach ruht der alte Kaiser Rotbart im Kyffhäusergebirge: Die Barbarossahöhle entführt in eine zauberhafte Welt unter der Erde.

Ausgabe: daheim Autor: Torben Dietrich
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Stehen und Staunen: Das ist das Einzige, was nach dem Abstieg in die Barbarossahöhle möglich ist. Während das Knacken im Ohr – entstanden durch den höheren Luftdruck – langsam nachlässt, erfassen die übrigen Sinne die Größe und Pracht eines sanft ausgeleuchteten Hohlraums, der sich weit zu allen Seiten erstreckt. Weißes bis graues Anhydritgestein schält sich in tausendfältigen Formen aus der Decke und den Wänden. „Hier entlang“, bittet die Führerin. Der Boden ist glatt, aber nicht rutschig wie in Tropfsteinhöhlen. „Sickerwasser von oben dringt nicht ein. Deshalb ist es relativ trocken“, erklärt sie. Auch die Luftfeuchtigkeit von bis zu 98 Prozent ist kaum spürbar. „Die Feuchtigkeit wird vom Anhydrit aufgenommen“, ergänzt sie.

Zu welch wundersamen Formen dies führt, erkennen die Besucher über ihren Köpfen: Von der Decke hängen bis zu einen Meter lange, flache Gipslappen, die an zum Trocknen aufgehängte Häute erinnern. Entstanden ist die Höhle bei Rottleben in Thüringen durch Auswaschungen vor etwa 200 Millionen Jahren. „Der Kontakt mit Wasser verwandelt das Anhydrit in Gipsstein. Unsere Steine wachsen also“, verrät die Führerin. Weitgespannte Hohlräume mit den Ausmaßen großer Säle wechseln sich ab mit hohen Felstürmen und kühnen Gesteinsbergen. Über einem von ihnen, dem „Olymp“, thront eine 25 Meter hohe steinerne Kuppel. Hier, so will es die Sage, schlummert der alte Kaiser Barbarossa und wartet, bis die Zeit reif ist, um Frieden und Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Bis dahin soll er schlafen, auf einem Thron sitzend, das schwere gekrönte Haupt auf die Hand gestützt. Nur: Der Thron ist leer!

Zwei kleine Jungen staunen, als sie den steinernen Sitz entdecken und davor eine kunstvoll beleuchtete Krone aus Goldblech. Vielleicht hat sich der alte Kaiser ja an einen stilleren Ort zurückgezogen, weil ihm die Besucher zu zahlreich wurden, die jeden Tag aufs Neue die bizarren Formationen und glasklaren Seen bewundern.

 


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