Eine Familie feiert entspannt mit einem Festessen und stößt mit Sektgläsern an.
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5 Tipps für entspannte Feiertage

Familienfeiern können eine echte Herausforderung sein. Mit unseren Tipps meistern Sie die Treffen ganz gelassen.

Ausgabe: Dezember 2019 Autor: Caitlin Agnew

Sehen wir den Fakten ins Auge: Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür und damit auch unumgängliche Familienfeiern. Und so mancher erkennt genervt, wie kompliziert seine Familie ist und fragt sich „Herrje, wo komme ich nur her?“. Diese Gefühle seien ganz normal, sagt der Paar- und Familientherapeut Andrew Sofin. „Wir erschaffen Geschichten rund um unsere Familien“, sagt er. „Wir haben die Vorstellung, Familien sollten homogene Einheiten sein und widerspiegeln, wer wir sind. Insofern nehmen wir es persönlich, wenn jemand anders ist.“
Wir stellen fünf der häufigsten Charaktere vor, mit denen Sie es beim Weihnachtsessen zu tun bekommen könnten. Und geben Tipps, wie es Ihnen gelingt, alle Situationen mit Anstand und Würde zu meistern – oder es zumindest ohne größere Zwischenfälle bis zum Nachtisch zu schaffen.

 

1. Der „Ich-weiss-alles-besser“-Typ

Egal, ob Vater, Mutter oder Onkel – unerwünschte Ratschläge können einen Sturzbach an negativen Gefühlen auslösen. „Die Intimität des Familienlebens bewirkt, dass Angehörige eigensinniger und rechthaberischer miteinander umgehen als mit Fremden“, sagt Sofin. Natürlich kann ein Ratschlag dem Wunsch entspringen, zu helfen. Einige nutzen diese Methode aber, um das Gespräch an sich zu reißen.
Seien Sie großherzig, nehmen Sie nichts allzu persönlich und vergessen Sie nicht: Man meint es ja gut. Entweder wollen Ihre Angehörigen wirklich helfen oder sie suchen nach einem Ansatz, um mit Ihnen zu kommunizieren. „Manchmal reicht es schon zu sagen ‚Vielen Dank, ich weiß, dass dir mein Wohlergehen am Herzen liegt, aber momentan ist das kein Thema, das mich beunruhigt‘“, erläutert Jacqueline Whitmore, Expertin für Etikette. Es komme nicht darauf an, sich die Ratschläge alle zu Herzen zu nehmen, vielmehr solle man die dahinterstehende Absicht wertschätzen, sagt Sofin: „Dann fühlt sich die andere Person gut, Sie haben den Punkt abgehakt und können sich einem anderen Thema zuwenden.“

 

2. Das ungezogene Kind

Weihnachten und Neujahr sind eine aufregende Zeit. Die Aufregung macht ein lebhaftes Kind möglicherweise noch lebhafter. „Meistens fordern Kinder bloß Aufmerksamkeit ein“, sagt Whitmore. Gebe man ihnen diese, führe das häufig dazu, dass sie sich beruhigen. „Je nachdem, wie alt das Kind ist, kann man es einfach am Gespräch beteiligen“, sagt sie. Es macht einen Unterschied, ob sich ein Kind schlecht benimmt, oder ob Ihnen sein Benehmen nicht passt. Wenn ein Kind allerdings sich oder jemand anderen in Gefahr bringt, erklären Sie ihm, es solle damit aufhören, und informieren Sie seine Eltern. „Bleiben Sie ruhig und bei den Fakten, dann dreht auch keiner durch. Die Eltern werden einfach sagen: ‚Vielen Dank.‘“
Man will Sie neben einen Dreikäsehoch setzen, der Ihnen auf die Nerven geht? Bitten Sie den Gastgeber rechtzeitig darum, neben einem Verwandten sitzen zu können, den Sie länger nicht gesehen haben und mit dem Sie mal wieder sprechen wollten.

 

3. Der Fragensteller

Familienmitglieder wissen häufig mehr über uns, als uns lieb ist. Vielleicht gibt es einen Angehörigen, der neugieriger ist als alle anderen. Stellt jemand zu viele persönliche Fragen, bedenken Sie, dass diese Person möglicherweise ein echtes Interesse an Ihnen und Ihrem Leben hat. „Die Person versucht, einen Weg zu finden, Ihnen näherzukommen“, sagt Sofin.
„Wollen Sie nicht aus Ihrem Leben erzählen, dann versuchen Sie, so vage wie möglich zu bleiben“, empfiehlt Whitmore. „Machen Sie einen Scherz, oder beantworten Sie die Frage mit einer Gegenfrage.“ Drei Gesprächsthemen eignen während der Feiertage besonders gut für einen Themenwechsel: die schönste Familienerinnerung, Urlaube und Essen.

 

4. Der Stammtisch-Politiker

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass beim nächsten Familientreffen jemand mit am Tisch sitzt, der eine völlig andere politische Meinung vertritt als Sie. „Man muss nicht bei allem einer Meinung sein“, bemerkt Whitmore. „Ich halte es für gesund, unterschiedliche Ansichten zu vertreten. Wären alle einer Meinung, würde das nicht zu Gesprächen anregen.“
Bedenken Sie, nirgendwo steht geschrieben, dass Ihre Familie in allen Punkten Ihrer Meinung sein muss. Die Ansichten der anderen sagen nichts Negatives über Sie aus. Sollte die Debatte zu hitzig werden, versuchen Sie, das Thema zu wechseln, oder verlassen Sie notfalls den Raum. „Manchmal muss man einfach sagen: ‚Weißt du, wir sollten uns darauf verständigen, dass wir bei diesem Thema unterschiedlicher Meinung sind‘“, sagt Whitmore.

 

5. Der Zu-viel-Trinker

Mit etwas Glück hat jemand nur einen über den Durst getrunken und benimmt sich peinlich. Mit weniger Glück wird diese Person zur Gefahr für sich selbst oder andere. „Fällt Ihnen auf, dass jemand die Kontrolle über sich verliert, nehmen Sie die Person unauffällig beiseite“, empfiehlt Whitmore. Vergessen Sie nicht, dass es meistens einen Grund dafür gibt, dass jemand zu tief ins Glas schaut.
Als Gastgeber können Sie den Schaden begrenzen, indem Sie der Person keinen Alkohol mehr ausschenken. Halten Sie ausreichend Wasser oder andere alkoholfreie Getränke bereit und auch eine Kleinigkeit zu essen. Fragen Sie sich, warum jemand trinkt. Versuchen Sie, mit dem Gast, der zu viel trinkt, unvoreingenommen ein Gespräch zu führen. Allein schon über Probleme zu sprechen, kann beruhigend wirken. Es ist jedoch nicht Ihre Aufgabe, den Familienpsychologen zu spielen oder die Partypolizei. Das Angebot, der Person ein Taxi zu rufen oder ein Bett für die Nacht zu stellen, sollte ausreichen.

 


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RD Abbinder
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