Auf Hochglanz gebracht: die perfekte Pflege für ihre Schuhe
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Auf Hochglanz gebracht: die perfekte Pflege für ihre Schuhe

Mit der richtigen Pflege tragen gute Schuhe Sie viele Jahre durchs Leben

Ausgabe: September 2017 Autor: Cornelia Kumfert

Aschenputtel ist der beste Beweis: Schuhe können Leben verändern! Zugegeben, der Traumprinz erwartet Sie beim Schuhhändler vermutlich nicht. Dafür aber das gute Gefühl, wenn die Schuhe wie angegossen sitzen. Damit das lange so bleibt, hilft die richtige Pflege.

Sprühen zum Schutz vor Nässe

Als Allererstes müssen Sie neue Lederschuhe vor dem ersten Tragen im­prägnieren. Das schützt vor Nässe. Am besten eignen sich spezielle Imprägnier-Sprays, die es in jedem Schuhgeschäft gibt. Verwenden Sie das Spray möglichst im Freien und halten Sie zwischen Schuh und Spraydose einen Abstand von zirka 40 Zentimetern ein. Lassen Sie die Schuhe anschließend eine gute Stunde trocknen.

„Ob Ihre Schuhe nach dem Imprägnieren ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt sind, können Sie ganz leicht überprüfen: Geben Sie ein, zwei Tropfen Wasser auf den Schaft. Perlt es in einzelnen Tropfen ab, ist Ihr Schuh bestens geschützt“, erklärt Leo Emge, Landes-Innungsmeister des Bayerischen Schuhmacher-Handwerks.

Richtig rein, richtig raus aus dem Schuh

Nach einem langen Tag die Schuhe mit dem jeweils anderen Fuß schnell über die Fersen abstreifen? Hört sich bequem an, doch wer lange etwas von seinen Schuhen haben möchte, sollte besser darauf verzichten. „Die Hinterkappe des Schuhes wird dadurch beschädigt, der Schaft leiert aus, und der Schuh sitzt nicht mehr richtig“, erklärt Leo Emge. „Besser ist es, die Schnürung zu lockern und den Schuh mit der Hand vom Fuß zu streifen.“

Wer sich nicht bücken kann oder möchte, kann auf einen Stiefelknecht zurückgreifen. „Achten Sie aber darauf, dass dieser unlackiert ist und keine scharfen Kanten hat“, rät Leo Emge. Ansonsten drohen Kratzer! Lockern Sie beim Anziehen ebenfalls die Schnürung, und nehmen Sie einen Schuhlöffel zur Hilfe. „So schonen Sie Ihre Ferse und die des Schuhs.“

Pausen einlegen

Lederschuhe speichern die Feuchtigkeit, die Ihre Füße den Tag über abgeben. Das schadet der Passform des Schuhs und begünstigt Fußpilz. „Damit Ihre Schuhe wirklich durchtrocknen können, sollten Sie mindestens 24 Stunden warten, bevor Sie diese wieder tragen!“, empfiehlt Emge.

Von einer Schnelltrocknung mit dem Fön rät der Experte ab. „Dadurch kann sich die Struktur des Leders verändern, es wird spröde und hart“. Sind Ihre Schuhe einmal richtig nass geworden, hilft ein kleiner Trick. „Stopfen Sie diese mit saugfähigem Material wie zum Beispiel Zeitungspapier aus. So trocknen sie schneller.“

Haltung bewahren

Damit Ihre Schuhe lange in Form bleiben, sollten Sie stets einen Schuhspanner verwenden. „Schuhspanner verkürzen zudem die Trocknungszeit“, so Leo Emge. Wichtig dabei: „Setzen Sie den Spanner sofort nach dem Ausziehen ein. Dann ist das Leder vom Tragen noch feucht und warm. Etwaige Gehfalten können so geglättet werden.“

Achten Sie beim Kauf darauf, dass der vordere Teil des Spanners der Form des Schuhvorderteils entspricht. Am besten eignen sich Holzspanner. Sie nehmen Feuchtigkeit gut auf und haben meist eine bessere Passform als Modelle aus Kunststoff.

Bürsten, Cremen und polieren

Sowohl Glatt- als auch Raulederschuhe sollten Sie vor der Reinigung bürsten und mit einem feuchten Tuch abwischen. „Auf diese Weise entfernen Sie Schmutzreste und erleichtern bei Glatt-Lederschuhen das Auftragen der Schuhcreme“, sagt Leo Emge. Danach tragen Sie mit einem Baumwolltuch oder einer speziellen Auftragebürste die farblich auf Ihren Schuh abgestimmte Schuhcreme auf.

Lassen Sie die Creme etwa eine halbe Stunde einwirken. „So lange braucht es, bis sie richtig ausgehärtet ist.“ Nun können Sie Ihre Schuhe mit einer weichen Glanzbürste aus Ziegenhaar oder einem sauberen Baumwolltuch polieren.
Rau-, Wild- oder Nubukleder dürfen Sie nach dem Reinigen nicht mit Schuhcreme behandeln. „Hier reicht ein Imprägnier-Spray aus“, empfiehlt der Experte.

Auch die Schuhsohlen benötigen Pflege

Hochwertige Lederschuhe haben häufig eine lederne Sohle. Diese sollten Sie nach dem Einlaufen feucht abwischen und mit Ledersohlenöl einpinseln. „So bleiben die Sohlen biegsam und sind besser vor Nässe geschützt“. Leo Emge rät aber zu besonderer Vorsicht. „Achten Sie darauf, dass das Öl nicht auf die Vorderseite des Schuhs gelangt. Sonst können Flecken entstehen.“

 

Diese Hilfsmittel sollten in keinem Schuhputzset fehlen:

  • Imprägnierspray
  • eine weiche Bürste (z.  aus Rosshaar) für Glattleder und eine Kreppbürste für Rauleder, um Schmutzreste zu entfernen
  • Schuhcreme oder -wachs in der Oberlederfarbe Ihrer Schuhe. Für ausgefallene Lederfarben verwenden Sie eine farblose Variante
  • Baumwolltücher zum Auftragen der Schuhcreme
  • eine weiche Bürste (z.  aus Ziegenhaar) oder ein sauberes Baumwolltuch zum Polieren
  • Ledersohlenöl samt Pinsel

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