Karneval feiern am Arbeitsplatz – die Do’s und Dont’s
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Karneval feiern am Arbeitsplatz – die Do’s und Dont’s

Zum Karneval wird oft auch am Arbeitsplatz gefeiert. Was man dabei darf und was tabu ist, erfahren Sie hier. 

Autor: Cornelia Krappel

Kostümiert am Arbeitsplatz zu erscheinen mag amüsant sein. In den Karnevals-Hochburgen sieht man besonders zu Rosenmontag viele verkleidete Mitarbeiter. Ob dies erlaubt ist oder aber nicht, hängt gemäß dem Arbeitsrecht von der Art der Arbeit ab, die verrichtet wird. Das sagen die Experten der Website Arbeitsrecht im Betrieb. Arbeitgeber können jederzeit verlangen, dass sich ihre Mitarbeiter auch während der närrischen Tage angemessen kleiden. Hier gilt: Klären Sie vorab, ob Verkleidungen erwünscht sind, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Und natürlich sollte die Verkleidung keine Anspielungen auf den Chef, die Firma und Kollegen machen oder gar zu freizügig sein.

Ob Alkohol am Arbeitsplatz und damit ein Glas Sekt zum Anstoßen am Rosenmontag gestattet sind, ist betrieblich geregelt. Oft wird ein Gläschen zum Anstoßen bei Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten vom Chef toleriert, so dass auch dem Fastnachts-Sekt nichts im Wege stehen sollte. Aber auch hier gilt: Übertreiben Sie es nicht. Ein Glas zum Anstoßen genügt. Denn findet das bunte Treiben im Büro statt, gilt es juristisch gesehen als Firmenfeier. Und wer sich dort betrinkt und daneben benimmt, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Sollte ein Alkoholverbot herrschen, halten Sie sich unbedingt daran. Sonst riskieren Sie eine Abmahnung oder bei erneutem Verstoß gegen das Alkoholverbot gar Ihre Kündigung. Auch wer morgens mit Restalkohol im Büro erscheint, kann abgemahnt werden. Im schlimmsten Fall wird eine Kündigung ausgesprochen.

Auch beim ausgelassenen Fastnachts-Feiern im Büro sollten Sie sich niemals provozieren lassen und keine Grenzen überschreiten. Anzügliche Witze, Grabschen, Beleidigungen, dem anderen mal so richtig die Meinung sagen oder gar Handgreiflichkeiten - das ist auch im Karnevals-Trubel tabu. Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) muss der Arbeitgeber sogar einschreiten, wenn Chef oder Mitarbeiter ihre Kalauer mit sexuellen oder diskriminierenden Pointen spicken. Die Karnevals-Zeit ist übrigens auch keine Gelegenheit, ungefragt Faschings-Schmatzer an den Mitarbeiter zu verteilen, den Sie schon immer mal knutschen wollten.

Wer keinen Urlaub bekommen hat, um beim Karneval mitzumischen, sollte sich auf keinen Fall eigenmächtig freinehmen. Das kann den Job kosten: Fernbleiben gilt als Arbeitsverweigerung. Auch mal eben ohne Erlaubnis rausgehen und den Karnevals-Umzug ansehen ist nicht gestattet. Das kann eine Abmahnung nach sich ziehen.

Wer den Umzug im Fernsehen oder live im Internet mitverfolgen möchte, sollte dies vorab mit dem Arbeitgeber absprechen: Laut Arbeitsvertrag muss grundsätzlich konzentriert und sorgfältig gearbeitet werden. Wer sich bewegte bunte Bilder anschaut, lässt sich aber leicht mal ablenken. Ob dies ausnahmsweise zum Karneval toleriert wird, entscheidet der Chef.

Am Fetten Donnerstag machen sich manche Frauen einen Spaß daraus, den Männern die Krawatte abzuschneiden. Es gibt Chefs, die den Jux gerne mitmachen und zur Feier des Tages gar ihre hässlichste Krawatte anziehen. Doch Arbeitnehmer sollten den Chef trotzdem vorher fragen, um nicht zum Schadenersatz verpflichtet zu werden. Diesen darf der Träger der beschädigten Krawatte nämlich einfordern (Urteil des ArbG Essen vom 3.2.1988, Az.: 20 C 691/87, NJW 1989, 399).

 

 

 


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