Salz und Aberglaube
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Ausgabe
Salz und Aberglaube

Unglaublich, aber wahr, was die Leute früher über Salz dachten.

 

Autor: Reader's Digest Book & Cornelia Krappel

Vor Urzeiten war Salz als Konservierungs-, Heil- und Würzmittel so begehrt, dass es den Wandel vom Nomadentum zum sesshaften Bauernleben beschleunigte. Es trug zur Entstehung von Handelsstraßen bei und beeinflusste in fast allen Kulturen religiöse Riten und Rituale. Im Römischen Reich galt Salz als so wertvoll, dass die Soldaten zusätzlich zu ihrem Sold ein salarium (wörtlich etwa: eine Salzzuwendung) erhielten. Von diesem lateinischen Begriff stammt unser Wort „Salär“ ab. Um Unruhen vorzubeugen, hielten die römischen Herrscher den Preis für das kostbare Würzmittel gar künstlich niedrig: So war die Versorgung des römischen Volkes mit Salz gewährleistet.

Natürlich rankt sich um das kostbare Gut auch allerlei Aberglaube. Es hieß, ein Röhrchen mit Salz schütze vor bösen Geistern, während man Vampire nur durch direktes Bewerfen mit Salz vertreiben könne. Dem irischen Volksglauben zufolge soll man Kindern ein Säckchen Salz ins Nachtzeug binden, damit sie im Schlaf nicht von den Feen entführt werden.

Noch heute sagt man in vielen Kulturen, Salz zu verschütten bringe Unglück. Gleich im nächsten Atemzug wird geraten, etwas von dem verschütteten Salz über die linke Schulter zu werfen, um den Ärger in Grenzen zu halten. Geister, die Unglück bringen, stehen nämlich – so der Aberglaube – links hinter einem Menschen, sie ergreifen die Flucht, wenn sie eine Ladung Salz in die Augen bekommen.

Salz - ein wertvolles Gut

Viele Städte wurden durch den Salzhandel reich. Seit der Bronzezeit und auch in den Hochkulturen der Griechen und Römer wurde vor allem Meersalz verwendet. In eigens angelegten Salzgärten verdunsteten Sonne und Wind das Meerwasser und zurück blieb Meersalz. Diese Art der Salzproduktion war sehr aufwändig. Daher war Salz bei Griechen und Römern ein hochgeschätztes Gut.

An anderen Orten wurde Bergbau zur Salzförderung betrieben. In den österreichischen Alpen liegt Hallstadt. In dem kleinen Örtchen befindet sich das älteste bekannte Bergwerk der Welt, wo bereits die Kelten Salz förderten. Bis zu 300 Meter tief trieben sie Schächte in die Erde, um an das begehrte Mineral zu kommen - und das mit einfachsten Mitteln: Hammer, Meißel und Stützkonstruktionen aus Holz. Mehrere Jahrhunderte lang bescherten die Hallstädter Salzvorkommen den Bergleuten dort großen Reichtum - bis ein enormer Bergsturz im vierten Jahrhundert vor Christus die Bergwerke meterhoch verschüttete.

Industrialisierung - die Salz-Produktion steigt

Mit der Industrialisierung setzte auch eine starke Förderung von Salz aus unterirdischen Vorkommen ein. Mit neuen wissenschaftlichen Methoden konnten neue Lagerstätten unter Tage ausfindig und Steinsalz bergmännisch abgebaut gemacht werden. Neuartige Maschinen steigerten rasch die Förderquoten und Deutschland wurde zu einem der wichtigsten Salz-Produzenten der Welt. Berühmt sind die Abbaustätten in Friedrichshall und Staßfurt. Bis heute ist Deutschland nach China und den USA der drittgrößte Salz-Produzent.

Geschätztes Meersalz

Auch das Verdampfen von Meerwasser nach traditioneller Methode zur Salzgewinnung wird bis heute praktiziert. Etwa in den Salinas de Janubio auf der Insel Lanzarote, die auf dem Foto oben zu sehen sind. Nach einem ausgeklügelten System wird das Meerwasser immer langsamer durch verschiedene Salzbecken geleitet. Dabei verdunstet es und zurück bleibt das begehrte Meersalz. Das wird dann (meist) von Hand geerntet. Die terrassenförmig angelegten Salzbecken schimmern malerisch in der Sonne, in allen Schattierungen von blau und violett bis zu orangerot, und sind ein beliebtes Foto-Motiv. 
Berühmt sind auch die Meersalz-Gärten in der Guérande in der Bretagne, in der Camargue (ebenfalls in Frankreich), an der Algarve (Portugal) und vor Ibiza (Spanien) oder auf der Insel Hawaii, wo es Salz in verschiedenen Farben gibt, unter anderem in weiß, schwarz und rot.

 


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