Eine Frau liegt auf einer weißen Matratze, an ein Kissen gekuschelt, und schläft.
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Liegen Sie richtig? Die perfekte Matratze

Wir verbringen fast ein Drittel unseres Lebens im Bett. Deshalb sollten die Matratzen perfekt zu uns passen.

Ausgabe: Juni 2020 Autor: Caroline Friedmann

Ihre Matratze ist in die Jahre gekommen? Sie liegen nicht mehr bequem oder wachen oft verspannt auf? Höchste Zeit für eine neue Schlafunterlage!

 

Wie breit, wie dick?

Wie breit Sie Ihre Matratze wählen, ist Geschmackssache. Für einen Erwachsenen sollte sie aber nicht schmaler als 80 Zentimeter sein. Sonst ist Ihre nächtliche Bewegungsfreiheit zu stark eingeschränkt. Entscheiden Sie sich bei der Länge für mindestens 20 Zentimeter mehr als Ihre Körpergröße. Gebräuchliche Höhen – wie die Dicke im Fachjargon bezeichnet wird – liegen zwischen 14 und 26 Zentimetern. Dick genug ist die Unterlage, wenn Sie beim Liegen den Lattenrost nicht spüren und in Seitenlage Ihre Schulter so tief einsinkt, dass Ihre Wirbelsäule gerade bleibt. Ein entscheidender Faktor dabei ist Ihr Körpergewicht – mit ein Grund, weshalb im Doppelbett zwei getrennte Matratzen statt einer durchgehenden Matratze für viele Paare die bessere Lösung sind. „Fühlen Sie sich nachts von den Bewegungen des Partners gestört, empfehlen sich ebenfalls zwei Modelle“, sagt Sarah Vasconi von der Stiftung Warentest, die in den letzten Jahren mehr als 350 Matratzen geprüft hat.

 

Federkern, Latex & Co.

Auch Aufbau und Material haben Einfluss auf die Schlafqualität. Stahlfedern im Inneren verleihen Federkernmatratzen Elastizität. Bei sogenannten Bonellfederkernen gibt die gesamte Liegefläche unter Druck nach. Experten raten deshalb eher zu punktelastischen Taschenfederkernmatratzen. Diese geben genau an den Stellen nach, auf denen das meiste Gewicht ruht, vor allem also im Bereich von Schultern und Gesäß. Das sorgt für eine gesunde, gerade Haltung der Wirbelsäule. „Federkernmatratzen weisen einen guten Feuchtigkeitstransport und eine geringe Wärmedämmung auf“, erklärt Vasconi. „Das ist für stark schwitzende Personen von Vorteil, jedoch ein Nachteil für alle, die schnell frieren.“

Kaltschaummatratzen bestehen durchgängig aus aufgeschäumtem Kunststoff. Sie sind atmungsaktiv und vergleichsweise leicht, was gerade große Maße leichter handhabbar macht. Auch sie passen sich dem Körper an, schwingen jedoch bei Bewegungen weniger stark nach als Federkernmatratzen. Wer also das leichte Schaukeln im Bett nicht mag, liegt auf ihnen besser.
Viskoschaummatratzen sind aus verschiedenen Lagen aufgebaut. Die oberste besteht aus thermo­elastischem Material. „Wenn Sie Ihre Hand hineindrücken, hinterlässt sie einen länger sichtbaren Abdruck“, erklärt Expertin Vasconi. Viskoschaummatratzen passen sich der Körperform sehr stark an. Der Effekt ist ein fast schwereloses Liegen. Allerdings: Dreht man sich um, dauert es etwas, bis der Schaum nachformt. Wer sich nachts viel bewegt, greift deshalb besser zu einem anderen Matratzentyp. Ebenso wie all jene, die stark schwitzen.
Atmungsaktiv hingegen und zugleich höchst punktelastisch sind Latex­matratzen. Sie haben zudem eine besonders lange Lebensdauer, in der Regel jedoch auch einen höheren Preis. Hausstauballergiker sind mit einer Latexmatratze gut bedient, weil sie den Milben weniger Nährboden bietet. Wer auf natürliche Materialien Wert legt, liegt auf Naturlatex richtig.

 

Testen Sie vor dem Kauf

Die Hersteller geben Härtegrade zwischen H1 für „weich“ und H5 für „ultrafest“ an. Allerdings sind diese Grade nicht genormt und deshalb nur bedingt aussagekräftig. Testen Sie unbedingt selbst, welche Härte Ihnen zusagt. Wichtig ist, dass die Matratze an Gesäß und Schultern nachgibt. Auf dem Rücken liegend muss Ihre Wirbelsäule – wie im Stehen – ihre natürliche S-Form behalten. In der Seitenlage sollte Ihre Schulter so tief einsinken, dass die Wirbelsäule eine horizontale Linie bildet.
Probeliegen in verschiedenen Schlafpositionen ist also Pflicht. „Achten Sie darum beim Kauf darauf, dass Sie etwa eine Woche Zeit bekommen, die Matratze zu Hause in aller Ruhe zu testen“, empfiehlt Sarah Vasconi. „Übrigens gilt das Recht auf Widerruf einer per Katalog oder online auf­gegebenen Bestellung binnen 14 Tagen auch für Matratzen. Selbst wenn Sie diese ausgepackt und darauf Probe ­geschlafen haben.“

 

Matratzen richtig pflegen

Um Schimmel und Geruchsbildung vorzubeugen, wenden Sie Ihre Matratze spätestens alle acht Wochen und lüften Sie sie ohne Bezug regelmäßig bei offenem Fenster. Verwenden Sie Matratzenschoner, die Sie in der Maschine waschen können. Für Hausstauballergiker gibt es spezielle Bezüge. Denken Sie daran: Staub und Milben können sich auch unter einem Bezug ansammeln. Saugen Sie Ihre Matratze deshalb regelmäßig ab oder reinigen Sie diese mit kräftigen Bürstenstrichen. Auch bei guter Pflege ist es irgendwann Zeit für einen Neukauf: Preiswerte Matratzen haben eine Lebensdauer von etwa fünf bis acht Jahren, hochwertige zwischen zehn und 14 Jahren.


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