Die Weißstörche kehren zurück - Klappern gehört dazu
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Die Weißstörche kehren zurück - Klappern gehört dazu

In der Zeit von Anfang März bis zum Beginn des April kehrt er wieder zurück aus seinen Winterferien in Afrika und bezieht sein Nest auf Hausdächern: der Weißstorch.

Autor: Reader's Digest - did

Es geht nach Hause. Im Februar starten die Störche in ihren Winterquartieren zum langen Rückflug in ihre Brutgebiete nach Europa. Der ein oder andere Weißstorch trägt sogar einen kleinen Sender auf dem Rücken anhand dessen sich seine Route exakt verfolgen lässt. Es gibt kaum eine Vogelart, deren Zugverhalten so gut untersucht ist. Im Internet kann man in den Logbüchern von Störchen lesen und sich ihre Flugroute auf der Weltkarte ansehen. Zum Beispiel beim Naturschutzbund.

Die Thermik macht’s möglich

Den Teil seiner anstrengenden Reise legt der Langstreckenzieher in kräfteschonendem Segelflug zurück: von Schnabel bis zu den roten beinen eine perfekte Linie. Zwei Meter misst seine Flügelspannweite, dank der er auf den Aufwinden über Landmassen reiten kann. Da den Meeren diese Thermik fehlt, meiden Störche Wege über das Wasser. Endlich zuhause, stolziert auf der Suche nach Fröschen, Mäusen, Käfern, Regenwürmern, Eidechsen, Schlangen und Heuschrecken über Felder, Auen und durch Sümpfe. Die meisten Weißstörche sind in Osteuropa (vor allem in Polen) beheimatet. In Deutschland sind sie vorwiegend in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg anzutreffen. Der Bestand von rund 4300 Brutpaaren gilt als einigermaßen stabil.

Zuerst wird das Nest instand gesetzt

Die Storchenmänner sind zuerst da und suchen zumeist ihre Nester vom Vorjahr auf. Ein paar Tage später treffen die Weibachen ein. Dass die gleichen Paare wieder zusammenfinden, ist möglich, aber nicht zwingend. Storchenehen sind Liebesaffären eines Sommers. Nun sind Reparatur und Ausbau des Nestes angesagt. Dadurch wird es Jahr für Jahr größer und schwerer. Es sind schon Hausdächer unter den tonnenschweren Lasten eingestürzt.

Auch Klappern gehört dazu

Das hat ihm den Beinahmen Klapperstorch eingebracht. Störche haben keine Stimme. Wenn sie den Kopf weit nach hinten legen und lautstark mit dem Schnabel klappern, kann das Begrüßung, Brautwerbung oder eine Warnung an einen Rivalen sein.

Adebar ist der einzige Großvogel, der sich dem Menschen angeschlossen hat

Man sieht ihn oft auf Viehweiden, hinter pflügenden Traktoren und Mähmaschinen einherschreiten. Den dort ist der Tisch reichlich gedeckt mit Insekten und aufgescheuchten Kleintieren. Rund 16 Mäuse oder 500 Regenwürmer braucht ein Storch pro Tag, um satt zu werden, hat der NABU ausgerechnet. Und das mal x, sobald im Mai der Nachwuchs da ist und zu hungrigen Teenagern heranwächst. Meist schaffen es aber nur zwei der drei bis fünf Jungen, acht Wochen nach dem Schlüpfen flügge zu werden. Experten gehen davon aus, dass der heutige Bestand allenfalls mit viel Hilfestellung stabil gehalten werden kann.

Der Lebensraum für die Störche wird knapper

Überall, wo offene Landschaften mit Feuchtgebieten verschwinden, fehlen dem Weißstorch Lebensraum und Nahrung. Die größten Verluste sind aber immer noch an ungeschützte Hochspannungsleitungen zu beklagen – für viele Störche eine tödliche Falle. Diese Gefahr zu bannen wäre daher oberstes Gebot.

 


 

RD Abbinder
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