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Das Handwerk gelegt: Ein Ehepaar trickst dreiste Trickbetrüger aus
© Jens Nieth
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Helden des Alltags

Das Handwerk gelegt: Ein Ehepaar trickst dreiste Trickbetrüger aus

Diese Geschichte soll andere vor einer dreisten Betrugsmasche warnen.

Ausgabe: Dezember 2017 Autor: Annette Lübbers

Sie halfen mit, Betrügern das Handwerk zu legen. Noch sind nicht alle Hintermänner ermittelt, deshalb wollen wir – ausnahmsweise – den echten Namen des Ehepaars nicht nennen, und auch ihre Gesichter sollen verborgen bleiben. So hat es ihnen die Polizei geraten. Ihre Geschichte aber erzählen sie – damit andere gewarnt sind.

Alles beginnt an einem ganz gewöhnlichen Tag im April 2017 damit, dass bei Silke und Josef Maier* das Telefon klingelt. Silke Maier hebt ab. „Hier ist Thomas Jung von der Polizei Bochum, Uhlandstrasse. Spreche ich mit Erna Maier?“, sagt der Anrufer. „Nein, das ist meine Mutter“, erklärt Maier verdutzt und blickt auf das Display des Telefons. Dort steht 110. Die Notrufnummer der Polizei. „Wunderbar. Dann habe ich ja die Richtige am Telefon“, fährt der Mann am anderen Ende der Leitung fort. „Ich muss Ihnen mitteilen, dass wir in Ihrer Siedlung zwei Betrüger festgenommen haben. Einer konnte flüchten. Bei dem Festgenommenen haben wir Ihre persönlichen Daten gefunden: Versicherungs­daten, Kontoverbindungen. Einfach alles.

Da es sich um einen schweren Fall handelt, haben wir die Unterlagen an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden weitergeleitet. Ein Herr Weber erwartet dort dringend Ihren Anruf.“ Er nennt eine Nummer mit der Vorwahl 0611 – für Wiesbaden. Silke Maier wählt die angegebene Nummer. Tatsächlich meldet sich sofort ein Herr Weber. „Ich habe schon auf Ihren Anruf gewartet“, sagt er. „Einen Moment“, unterbricht Silke Maier ihn. „Ich drücke mal auf Lautsprecher, dann kann mein Mann mithören.“ „Kein Problem“, erklärt die sympathische Stimme und fügt an: „Machen Sie sich mal keine Gedanken. In Ihrer Siedlung stehen Autos mit Polizisten in Zivil. Die haben den Auftrag, Sie zu beschützen. Ich rufe wieder an.“

Bargeld, Sparbuch – das Ehepaar soll alles von der Bank abholen und niemanden informieren

An diesem Abend haben Silke und Josef Maier nur ein Gesprächsthema – die Telefonate mit der Polizei. Zwei Tage später erklärt der Mann aus Wiesbaden dem Paar, sie möchten alle Wertgegenstände, die auf Silke Maiers Namen laufen, von der Bank abholen: Schmuck, Sparbuch, Bargeld. Sogar den Überziehungskredit sollten sie komplett ausreizen, damit die Betrüger auch wirklich keine Chance hätten, an Geld zu kommen. Und er schärft ihnen ein: „Sprechen Sie mit niemandem darüber. Wir haben den begründeten Verdacht, dass ein Bankmitarbeiter da mit drinhängt. Und auch unter Ihren Freunden oder Bekannten könnte ein schwarzes Schaf sein.“

Silke und Josef Maier gehen zur Bank, tragen ihr Er­spartes in der Einkaufstasche nach Hause. Angst vor einem Einbruch der Bande, hatte der nette Herr Weber versichert, bräuchten sie nicht zu haben. Er habe bereits mit dem Staatsanwalt gesprochen und der habe verfügt, dass das Ersparte des Paares gegen Diebstahl versichert werde.  Am folgenden Wochenende erzählen Maiers – trotz des Verbotes – einem befreundeten Paar von den aufregenden Tagen, die hinter ihnen liegen. „So was hat schon in der Zeitung gestanden. Das ist ein besonders dreister Betrug“, warnt der Freund. Silke und Josef Maier sind verunsichert. Was tun?

Nun spielen die Maiers die Lockvögel

Sie fahren zur Kriminalpolizei nach Bochum. Aufmerksam hört sich ein Beamter die Geschichte des Paares an, sagt dann: „Das kennen wir schon. Sie sind nicht die Ersten, denen das passiert.“ Die Polizei bittet Silke und Josef Maier, ihre Rolle weiterzuspielen – jetzt aber als Lockvögel! Die beiden sind einverstanden. Ab sofort hört bei jedem Telefonat die Kripo mit.
In den folgenden Tagen ruft der Mann aus Wiesbaden wieder und wieder an. Plötzlich geht es um Falschgeld. „Er wollte die Seriennummern einzelner Scheine wissen, die wir abgeholt hätten. Die müsse er stichprobenhaft überprüfen“, erzählt Josef Maier. „Am nächsten Tag sagte er dann, das hätte nicht erledigt werden können, da bei der Landeszentralbank der Rechner abgestürzt sei“, erinnert sich seine Frau. Dann behauptet der Mann aus Wiesbaden, nun seien auch die Kontodaten von Josef Maier aufgetaucht. Auch er müsse sofort jeden verfügbaren Euro von der Bank holen. „Das habe ich aber natürlich nicht gemacht!“, sagt Josef Maier.

Die Falle schnappt zu

Nach zwei Wochen hat es Herr Weber plötzlich sehr eilig: „Ich hatte recht mit meiner Vermutung. Das ist alles Falschgeld. Packen Sie die Scheine gut ein und verschliessen Sie das Paket sicher. Es kommt gleich jemand und holt die Blüten ab.“ Der Abholer kommt – und wird sofort verhaftet. Zu den Hintermännern ermittelt die Polizei bis heute. Silke und Josef Maier aber dürfen aufatmen. Ihre Ersparnisse liegen längst wieder auf der Bank, und sie haben mitgeholfen, andere potenzielle Opfer zu schützen. Zwar sitzt der Schreck noch immer tief, aber Ehepaar Maier hat einiges gelernt: zum Beispiel, dass ein echter Polizist niemals von der 110 aus anruft.

*Namen von der Redaktion geändert

 


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RD Abbinder
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