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Blick auf den Marktplatz in Oberursel.
© istockfoto.com / travelview
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Praktische Tipps

Taunus: Champagnerluft und Selterswasser

Herrliche Hügellandschaften und heilsame Quellen, die schon die Römer erquickten: Der Taunus ist ein Sehnsuchtsort für Naturliebhaber.

Ausgabe: daheim Autor: Dorothee Fauth
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Sanft wellen sich im Taunus unbebaute Hügellandschaften, als hätte jemand einen gigantischen grüngelben Flickenteppich ausgelegt. Dichte Wälder grenzen an Weiden, Streuobstwiesen wechseln sich ab mit Rapsfeldern. Besonders für Frankfurter ist das Mittelgebirge, das sich vom westlichen Rand Hessens bis nach Rheinland-Pfalz erstreckt, eine beliebte Gegend zum Ausspannen: Haben sie genug von grauem Asphaltdschungel und den Bankentürmen, müssen sie sich nur in einen Zug der Linie U3 setzen und sind – Endstation: Oberursel-Hohemark – mitten im Grünen.

 

Mit der U-Bahn in den Garten

Dort empfängt einen angenehme Kühle zwischen den Bäumen. Buchen, Lärchen und Eichen spannen ein Zelt aus Blättern auf, durch das sich das Sonnenlicht in allen erdenklichen Grüntönen bricht. Der Waldboden schluckt die Schritte. Durch eine Schneise fällt der Blick ins Tal, wo sich die kleine Gemeinde Schmitten an den Fuss des Grossen Feldbergs schmiegt, mit 881 Metern die höchste Erhebung des Taunus. Diese wunderschönen Panoramen machen das Mittelgebirge bei Wanderern beliebt. Und die „Champagnerluft“, wie manche sie liebevoll nennen. Bad Homburg v. d. Höhe beispielsweise wirbt damit. Seit jeher hat das Städtchen Heilklima-Suchende angelockt. Schon Kaiser Wilhelm II. liess sich die gute Luft um die Nase wehen, wenn er während seiner Sommerresidenzen durch den Kurpark flanierte, der zu den grössten und schönsten Deutschlands zählt. Dort kommt das Gesunde auch von unten: Die vielen Heilbrunnen, die noch heute in diesem Park sprudeln, machten Bad Homburg weltweit bekannt.

 

Längste und markanteste Spur der Römer: der Limes

Wer durch die Wälder des Taunus wandert, landet unweigerlich auf den Spuren der Römer. Vom 1. bis zum 3. Jahrhundert stapften sie mit scheppernden Rüstungen auf dünnen Ledersandalen durch den Hochtaunus, der zur römischen Provinz „Germania Superior“ gehörte. Die längste und markanteste Spur, die sie der Nachwelt hinterliessen, fällt paradoxerweise kaum auf: der obergermanisch-raetische Limes auf dem Taunuskamm. Der Erdwall zieht sich durch das gesamte Mittelgebirge und definierte die Aussengrenze des Römischen Weltreichs. 550 Limes-Kilometer verlaufen durch Deutschland, den Taunus durchzieht der Limes von West nach Ost. 2005 nahm die Unesco den Limes als Bodendenkmal in ihre Liste auf. Zu Zeiten der Römer steckten noch mächtige Eichenpfähle im Wall. In regelmässigen Abständen gab es Wachtürme. Deren Ruinen findet man noch immer überall im Taunus. Einige wurden rekonstruiert wie das Römerkastell Saalburg nördlich von Bad Homburg. Vor knapp 2000 Jahren waren in der Kaserne über 500 Saldaten stationiert, die den Limes bewachten. Kaiser Wilhelm II. liess die Saalburg Ende des 19. Jahrhunderts wiederaufbauen, heute ist sie ein viel besuchtes Museum.

 

Kurquellen für die Reichen aus ganz Europa

Eine Besonderheit des Mittelgebirges, die schon die Römer zu schätzen wussten, sind die zahlreichen Mineral- und Heilquellen. Städte wie Bad Schwalbach, Bad Ems oder Bad Nauheim waren zeitweise europaweit bekannte Kurorte. Die Römer erholten sich in den Quellen von Schlangenbad und Wiesbaden. Das Wasser, das aus den Tiefen an die Oberfläche sprudelte, nannten sie „aqua saltare“. Im Laufe der Zeit wurde aus diesem „saltare“ (lateinisch für überspringen) schliesslich „saltrissa“, bevor es Selters hiess. Das Mineralwasser unter diesem Namen ist berühmt. Die Selters-Quellen sprudeln noch immer. An der Urquelle im mittelhessischen Niederselters können sich die Einheimischen mit Wasser versorgen. Den Schlüssel zur Quelle hat Hans-Jürgen Jüttner. Dreimal pro Woche schliesst er die Haustrunkhalle auf. „Wir haben vier Zapfhähne: ganz links das Originalwasser aus der Quelle. Daneben drei Hähne, aus denen es enteisent, entmanganisiert und mit Kohlensäure versetzt kommt“, weiss der 72-Jährige, der das Heilwasser trinkt, seit er „ein Glas halten kann“. Niederselterser mit Kisten voller leerer Flaschen kommen und gehen. Während sie zapfen, plaudern sie in breitem Hessisch: Dorfbrunnen-Atmosphäre. Zapfhahn 1 ist gerade frei. Eine gute Gelegenheit, das Urselters zu probieren. Es schmeckt salzig, mineralisch, irgendwie hell und lebendig. Seit 300 Jahren existiert das Haustrunkrecht, geregelt durch eine Brunnenverordnung von 1722. Seitdem dürfen die Selterser und Einwohner angrenzender Ortschaften Wasser für den eigenen Bedarf abfüllen. Über den Zapfhähnen prangen Zitate berühmter Persönlichkeiten: „Schicke mir doch vier Krüge frisches Selterswasser“, bat Goethe 1797 seine Frau. Während der Dichter den Faust schrieb, schlürfte er Mineralwasser aus Niederselters – genau der richtige Ort also, um dem Taunus die Gretchenfrage zu stellen: Sekt oder Selters?

Auf dem Weg nach Niederselters hat der Reporter ein paar Flaschen Piccolo erstanden, um den Humor der Einheimischen zu testen. „Sekt oder Selters?“ Nur eine junge Frau an Säule 1 – „Gerne mal Sekt, heute!“ – nimmt ein Fläschchen mit. Die anderen Niederselterser lachen herzlich und zapfen weiter. Aus der Ruhe bringen lassen sie sich nicht. Warum auch? Schliesslich haben sie beides: den Sekt in der Luft, Champagner sogar. Und das Selters? Kommt im Taunus überall aus dem Boden getanzt.

 

 


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RD Abbinder
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