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    Schnell ins Grüne: Wir haben Ihnen eine Vielzahl an Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Garten fit machen und die Zeit im Freien richtig auskosten können.

Frische, reife Beeren liegen auf einem Holztisch: Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren.
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Daran erkennen Sie frische, sonnengereifte Beeren

Endlich ist es wieder so weit: In diesen Wochen beginnt die Beerenzeit in Mitteleuropa. Darauf sollten Sie achten, um topfrische Ware zu erkennen.

Ausgabe: Juni 2022 Autor: Karin Schätzle

Wer will, der kann Erdbeeren, Heidelbeeren & Co. fast das ganze Jahr über im Supermarkt kaufen. Schließlich ist immer irgendwo Saison. Allerdings: „Regional und saisonal erzeugtes Obst schmeckt einfach besser, weil es dank kurzer Transportwege bis zum optimalen Erntezeitpunkt an der Pflanze reifen und seinen vollen Geschmack entfalten konnte“, sagt Christian Weseloh, Geschäftsführer der Deutschen Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V. (BVEO). „So wird auch weniger CO2 produziert. Als Käufer leisten Sie also einen positiven Beitrag zur Ökobilanz.“ Und tun Ihrem Körper dabei Gutes. „Beeren enthalten viel Wasser und Ballaststoffe und kaum Eiweiß und Fett. Dadurch haben sie eine niedrige Energiedichte bei gleichzeitig hoher Nährstoffdichte“, fasst Silke Restemeyer, Ernährungswissenschaftlerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), deren Vorzüge zusammen. „Ihr Zuckergehalt ist mit drei bis sieben Gramm pro 100 Gramm niedrig. Dieselbe Menge Bananen, Tafeltrauben und Äpfel bringen es auf 17, 15 und 13 Gramm Zucker.“ Verbraucher können bei Beeren also zugreifen, ohne um die schlanke Linie fürchten zu müssen. „Alle diese Früchte sind besonders reich an Antioxidantien. Dazu zählen Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Flavonoide und andere sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe“, sagt die DGE-Expertin. „Antioxidantien senken vermutlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und einige Krebserkrankungen.“

 

Erdbeeren: zuckersüß und kalorienarm

Ausgerechnet die Lieblingsbeere der Deutschen und Österreicher ist streng genommen gar keine. „Botanisch gesehen sind Erdbeeren Sammelnussfrüchte. Die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelben Körner auf der Oberfläche“, erklärt Christian Weseloh vom BVEO. Regional erzeugte Erdbeeren sind von Ende April bis Anfang September erhältlich. Hochsaison ist Juni bis August. Es gibt viele Sorten und Schattierungen. Reife Früchte sind bis zur Spitze durchgefärbt und zuckersüß. Dennoch enthalten 100 Gramm nur rund 32 Kalorien – so viel wie etwa sechs Gummibärchen! Die Beeren sind reicher an Vitamin C als Grapefruits und Orangen. „Eine Portion Erdbeeren, also 125 Gramm, liefert zudem 55 Mikrogramm Folat. Folat ist wichtig für die Zellneubildung“, sagt Expertin Restemeyer. Sie können Sie frisch genießen, als Zutat für Desserts, Kuchen und Torten verwenden, tiefgefroren haltbar machen oder zu Marmelade verarbeiten. Die Früchte sind druckempfindlich, bewahren Sie sie deshalb möglichst ausgebreitet auf. Im Kühlschrank sind sie zwei bis drei Tage haltbar. Reinigen Sie die Beeren direkt vor dem Verzehr oder der Verarbeitung in stehendem Wasser. Allergiker sollten beachten, dass Erdbeeren zu den Früchten gehören, die Lebensmittelallergien hervorrufen können.

 

Himbeeren: aromatisch und vitaminreich

Die heimische Himbeersaison dauert von Juni bis September. Die Früchte sind frisch kaum lagerfähig. Verzehren oder verarbeiten Sie sie darum am besten am Einkaufstag oder direkt vom Strauch. „Himbeeren enthalten reichlich Mineralstoffe, insbesondere Phosphor, Calcium, Magnesium und Eisen“, erklärt Restemeyer. „Bei den Vitaminen überzeugen sie mit einem hohen Gehalt an Vitamin B und Vitamin C. 100 Gramm Himbeeren decken mit 25 Milligramm Vitamin C ein Viertel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.“ Auch Himbeeren sind beliebte Zutat für Kuchen und Grundlage von Konfitüre. Allerdings: Viele Vitamine überdauern das Kochen nicht, und der Zusatz von Zucker macht Marmelade zu einer Süßigkeit, die Sie nur in Maßen genießen sollten. Tiefgefroren behalten die Früchte hingegen die meisten ihrer wertvollen Inhaltsstoffe und den natürlichen Zuckergehalt. Tipp: Verzichten Sie, wenn möglich, aufs Waschen der Früchte. Himbeeren saugen sich schnell mit Wasser voll und verlieren dann an Geschmack. Entfernen Sie Blattreste und mögliche Verschmutzungen von Hand.

 

Brombeeren: saftig und reich an sekundären Pflanzenstoffen

Die Saison der saftigen, intensiv süßen und zugleich säuerlichen Früchte dauert von Juli bis Oktober. Achten Sie beim Einkauf auf Glanz und Festigkeit. Sehr weiche, matte Beeren sind nicht ganz frisch. „Unter den Beerenfrüchten haben Brombeeren den höchsten Gehalt an Provitamin A. Dieses wird im Körper in Vitamin A umgewandelt, das unter anderem wichtig für die Augen ist“, sagt Restemeyer. „Dazu kommen Vitamin C und Vitamin E, die beide am Zellschutz beteiligt sind, sowie die Vitamine aus der B-Gruppe, die für Stoffwechselprozesse unentbehrlich sind. Reichlich Mineral- und Ballaststoffe, ein breites Spektrum an Phenolsäuren und Flavonoiden – denen antibakterielle und antikanzerogene Wirkungen zugeschrieben werden – ergänzen das Potpourri der gesunden Inhaltsstoffe.“ Im Kühlschrank sind die druckempfindlichen Beeren maximal drei Tage haltbar. Sie schmecken pur genossen, frisch zu Eiscreme und Joghurt, in Müsli und Obstsalat. Tiefgefroren oder zu Gelee, Konfitüre und Saft verarbeitet können Sie die Früchte auch außerhalb der Saison auf den Tisch bringen. Tipp: Falls Sie Brombeeren selbst ernten, pflücken Sie die Früchte am Morgen. Dann schmecken Sie süßer und sind länger haltbar.

 

Heidelbeeren: fruchtig und reich an Antioxidantien

Früher war es üblich, zur Heidelbeerzeit mit der gesamten Familie zum Sammeln auszuschwärmen. Heute sind die blauen Beeren von Ende Juni bis September frisch im Handel erhältlich. Möglich macht dies die Kulturheidelbeere, die aus Nordamerika stammt. Die Beeren sollten beim Einkauf noch fest sein und eine leicht pelzige Schicht aufweisen. Blanke und sehr dunkle Exemplare sind nicht mehr ganz frisch. „Heidelbeeren sind kalorienarm und ballaststoffreich“, sagt Silke Restemeyer. „Das Besondere an ihnen steckt aber in ihrer tiefblauen Schale: Anthocyane aus der Gruppe der Poly­phenole. Sie haben antioxidative, antientzündliche, krebshemmende und antimikrobielle Eigenschaften.“ Heidelbeeren schmecken pur, frisch in Nachspeisen, zu Eiscreme, Crêpes und Waffeln ebenso wie wenn sie zu Konfitüre, Gelee und alkoholischen Getränken verarbeitet wurden. Tipp: Als Sammler finden Sie Wildheidelbeeren vor allem in lichten Nadelwäldern und auf Lichtungen. Sie können das Heidekrautgewächs aber auch im Kübel auf dem Balkon kul­tivieren und ernten.

 

Johannisbeeren: säuerlich-herb mit vielen Mineralstoffen

Rot, weiß und schwarz – Sie haben die Wahl. Rote und weiße Johannisbeeren kommen um den Johannistag, also den 24. Juni, auf den Markt. Die schwarzen Beeren reifen einige Wochen später. Schwarze Johannisbeeren schmecken weniger säuerlich als rote, dafür aber herber. „Sie sind besonders reich an Vitamin C und ihr Mineralstoffgehalt ist höher, unter anderem der von Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen“, sagt Restemeyer. „Das Gleiche gilt für Fruchtsäuren und Ballaststoffe. Schwarze Beeren enthalten zehnmal so viel Anthocyane und fast viermal so viel Provitamin A wie rote Johannisbeeren.“ Die Beeren eignen sich – neben dem frischen Verzehr – zum Einfrieren und Entsaften, Backen, sowie zur Herstellung von Konfitüre und Gelee, das auch zu herzhaften Gerichten wie Wild passt. Aus schwarzen Beeren können Sie zudem Likör herstellen. Johannisbeeren kommen mit Rispe in den Verkauf. „Achten Sie beim Einkauf auf die Stiele“, rät Christian Weseloh. „Sind diese grün und elastisch, ist die Ware frisch.“ Johannisbeeren sind im Kühlschrank einige Tage haltbar. Tipp: Kochen Sie für Saft und Likör die Rispen mit. Die darin enthaltenen Gerbstoffe sorgen für zusätzlichen Geschmack.

 

Stachelbeeren: säuerlich und reich an Ballaststoffen

Stachelbeeren aus heimischem Anbau sind im Juli und August auf dem Markt. Nicht vollreif gepflückt schmecken die grünen, gelben, weißlichen oder rosa bis violetten Beeren säuerlich. „Stachelbeeren sind die einzigen Beeren, die nachreifen“, erklärt Weseloh. Im Kühlschrank können Sie sie bis zu drei Wochen aufbewahren. Die reifen Früchte schmecken dann süß. „Reife Stachelbeeren haben einen hohen Gehalt an organischen Säuren wie Apfel- und Zitronensäure sowie Ballaststoffen“, sagt Ernährungs­expertin Restemeyer. „Den höchsten Säure- und Vitamin-C-Gehalt haben die halb reifen, grün gepflückten Stachelbeeren.“ Stachelbeeren eignen sich zum sofortigen Verzehr, als Zutat für Obstsalat, Kuchen und Chutneys, für Gelee und Konfitüren sowie zum Einfrieren. In Soßen verleihen Stachelbeeren Fisch- und Geflügelgerichten eine besondere Note. Tipp: Lassen Sie tiefgekühlte Stachelbeeren vor der Zubereitung nicht vollständig auftauen. Dann schmecken sie aromatischer.

 

 

 


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