Die Hände einer älteren Frau nach dem Schwimmbadbesuch.
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Wenn die Haut schrumpelig wird

Waschfrauen sind im Zeitalter der Waschmaschinen kaum noch irgendwo anzutreffen. Waschfrauenhände aber gibt es noch immer – eine Folge übertriebener Reinlichkeit.

Autor: Reader's Digest Book

Wer hat sich nicht schon einmal längere Zeit im Badewasser geaalt und hinterher erstaunt festgestellt, dass die Haut auf den Fingerkuppen ganz schrumpelig und wellig war? Das Phänomen nennt man Waschfrauenhände, weil es früher in diesem Berufszweig verstärkt auftrat. Die Haut schützt vor Verletzungen und Feuchtigkeitsverlust und bildet eine Barriere gegen Bakterien und Schadstoffe, die sonst ungehindert in den Körper eindringen könnten. Zu diesem Zweck verfügt sie über eine ganze Reihe von Abwehreinrichtungen. Einen ersten Schutzwall bildet die lederartige Oberhaut, die Epidermis. Sie ist von einer Fettschicht bedeckt, die durch die Talgdrüsen in der Haut ständig erneuert wird. Eine weitere, innere Fettschicht wirkt zusätzlich als Barriere gegen von aussen eindringendes Wasser und hält auch umgekehrt die Körperflüssigkeit davon ab, durch die Haut auszutreten. Dabei wirkt das Keratin im Inneren der nicht verhornten Haut als Fettproduzent. Die Haut bildet also eine Art Festung mit verschiedenen Verteidigungsringen. Und je mehr dieser Verteidigungsringe bei einem Angriff von aussen zerstört werden, desto mehr wird die Abwehrkraft der Haut geschwächt.

Waschfrauenhände sind nur ein augenfälliges Anzeichen für eine solchermassen angegriffene Haut. Sie treten immer dann auf, wenn Wasser in die tieferen Strukturen der Oberhaut eingedrungen ist. In seiner Wirkung durch Seifen und andere fettlösende Substanzen verstärkt, greift das Wasser langsam, aber sicher zunächst die äussere Fettschicht an, die die Hornschicht aus abgestorbenen Hornzellen versiegelt. Ist diese Fettschicht zerstört, kann das Wasser in die Spalten zwischen den Zellen bis in die keratinbildende Zellschicht der Oberhaut eindringen. Auch hier gibt es Spalten und Durchgänge, durch die das Wasser nun einsickert. Dabei drückt es die Zellen etwas auseinander, die Haut quillt auf und wellt sich. Unterbricht man dann die Wassereinwirkung, so verdunstet das eingebrochene Wasser nach und nach. Die Haut glättet sich langsam wieder und mit der Zeit bildet sich auch die schützende äussere Fettschicht neu.

Zu viel ist ungesund

Doch je länger der Angriff auf die Haut dauert und je öfter er stattfindet, desto mehr wird das hauteigene Reparatursystem überfordert. Es entstehen immer mehr Lücken an der Hautoberfläche und im Inneren der Oberhaut, in die Bakterien und Schadstoffe ungehindert eindringen können. Darum hatten Waschfrauen früher ständig rissige, rote und entzündete Hände. Doch nicht nur Hände, auch alle anderen Hautregionen reagieren auf zu viel Wasser und Seife empfindlich. Aus diesem Grund sollte man ein Wannenbad oder eine Dusche nicht allzu lang ausdehnen und bei Arbeiten, bei denen man über längere Zeit mit Wasser und Seifenlauge in Berührung kommt, Gummihandschuhe tragen. Denn die Haut hat für alle Dinge, die man ihr im Lauf des Lebens antut, ein sehr gutes Gedächtnis und rächt sich später mit Runzeln, Falten oder Irritationen.

 


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