Ein lächelndes, junges Paar sitzt am Tisch und trinkt zusammen Saft aus einem Glas.
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Trinken ohne Durst

Wer kein Wasser trinkt, verdurstet. Und wer zu wenig zu sich nimmt, überlebt zwar, altert aber schneller. Denn Wasser spielt eine lebenswichtige Rolle in unserem Organismus.

Autor: Reader's Digest Book

Schon ein 2-jähriges Kind benötigt täglich 1,3 bis 1,5 l Flüssigkeit – und verlangt instinktiv danach. Gemessen an seinem kleinen Organismus ist das mehr, als es im späteren Leben unter normalen Umständen jemals wieder benötigen wird. 6-Jährige trinken 2 l am Tag, und vom 14. Lebensjahr an liegt der durchschnittliche Tagesbedarf eines Menschen bei ungefähr 2,5 l. Das Wasser ist an grundlegenden Vorgängen im Körper massgeblich beteiligt: Es transportiert Nährstoffe zu den Organen, es hilft den Nieren, Schlacken und Schadstoffe auszuscheiden, es ermöglicht den Stoffaustausch zwischen Blutbahn und Muskeln und es sorgt dafür, dass die Haut ihre Spannkraft behält. In der Haut eingelagerte Aminosäuren binden das über den Blutkreislauf herantransportierte Wasser an sich. Im Alter werden in der Haut jedoch weniger Aminosäuren produziert. Fehlt ihnen auch noch das Wasser, altert die Haut vorzeitig.

Durstzentrum im Gehirn

Braucht der Körper Flüssigkeit, dann senden Sensoren im Körper entsprechende Signale an das Durstzentrum im Hypothalamus. Wurde dies bei Versuchstieren elektrisch gereizt, so regte sie das zum Trinken an. Das Durstzentrum liegt im Gehirn nahe der Stelle, an der auch das antidiuretische Hormon (ADH) gebildet wird. Dieses ADH regelt die Urinbildung, die wiederum abhängig von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge ist. Solange das Durstgefühl normal funktioniert, sorgt ein Mensch automatisch dafür, seinen Flüssigkeitsbedarf ausreichend zu stillen. Doch im Alter scheint dieser Mechanismus nicht mehr so richtig zu funktionieren.

Wer nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, tut seinem Körper keinen Gefallen. Doch leider hat man mit den Jahren immer weniger Durst. Dass das Durstgefühl im Alter abnimmt, liegt u. a. daran, dass man meist körperlich nicht mehr so aktiv ist und weniger ins Schwitzen kommt. Dennoch verliert selbst ein ruhender Körper durch die Haut ständig an Feuchtigkeit. Da mit dem Älterwerden die Zahl der Nervenenden abnimmt und sich dadurch die Reaktionszeiten verlängern, wird der Wasserbedarf nicht mehr richtig signalisiert. Möglicherweise variiert auch die ADH-Produktion. So kann, ohne dass der Betreffende es merkt, der Körper gefährlich viel Flüssigkeit verlieren. Die Folge ist ein rapider Leistungsabfall.

Was der Körper braucht

Menschen mit zu wenig Körperflüssigkeit fühlen sich müde und unwohl. In schweren Fällen kann Wassermangel zu Verwirrtheit führen. Das Verhalten eines derart Geschädigten wird dann oft fälschlicherweise als senil eingestuft. Vom gesamten Wasseranteil des Körpers entfallen nur 10 % auf das Blut. Die übrigen 90 % sind im Gewebe gespeichert. Dieser Vorrat ist aber nicht sehr gross. Er verbraucht sich schnell und muss ständig ergänzt werden. Dies gilt auch für ältere Leute: Sie sollten, falls der Arzt nichts anderes empfiehlt, täglich mindestens 2 l Flüssigkeit zu sich nehmen.

Aber selbst jenen, die das wissen, fällt es schwer, ohne Durst zu trinken. Ärzte empfehlen in solchen Fällen, schon morgens die Flüssigkeitsmenge abzumessen und sich davon stets ein volles Glas in Sichtweite hinzustellen. Es ist leichter, ein Glas zu leeren, als jedes Mal eine Flasche zu öffnen. Auch die Angehörigen sollten darauf achten, dass ein älterer Mensch sein Quantum erhält. Wer Sport treibt, sollte zusätzlich für Flüssigkeitszufuhr sorgen – am besten trinkt er Mineralwasser oder andere Durstlöscher mit wenig Kalorien.

 


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