13 wichtige Fakten zum Thema Erkältung
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Körper & Psyche

13 wichtige Fakten zum Thema Erkältung

13 Dinge über Erkältungen, die Sie in der kalten Jahreszeit wissen sollten.

Ausgabe: Oktober 2018 Autor: Brandon Specktor
  1. Der Begriff „eine einfache Erkältung“ ist etwas irreführend.
    Man könnte meinen, dass ein einziger Krankheitserreger Schnupfen, Husten und leichte Erschöpfung verursacht. Doch es gibt mehr als 200 Viren, die Erkältungen auslösen. Jedes Virus trickst Ihr Immunsystem aus. Allein deshalb ist es unwahrscheinlich, dass jemals ein einzelnes Mittel gegen jegliche Erkältungsart gefunden wird.

  2. Das mit der Erkältung ist ein kompliziertes Thema.
    Forscher sind nicht sicher, ob niedrige Temperaturen einen Einfluss darauf haben, wie infektiös ein Virus ist. Sie vermuten aber, dass Erkältungen im Winter häufiger auftreten, weil wir mehr Zeit in geschlossenen Räumen mit infizierten Menschen und durch sie infizierte Oberflächen verbringen.

  3. Winterluft einzuatmen trocknet den schützenden Schleim aus,
    der die Nasenhöhlen auskleidet. So werden potenziell gefährliche Mikroben nicht abgefangen, bevor sie die Atemwege erreichen. „Der Körper bekämpft dies durch vermehrte Schleimabsonderung, um das Virus auszuspülen“, erklärt Dr. Evangeline Lausier, Assistenzprofessorin am Duke Center für Integrative Medizin in Durham, USA. Die erkältungsbedingt triefende Nase signalisiert, dass sich der Körper verteidigt. Viel trinken hilft zusätzlich.

  4. Erwachsene bekommen durchschnittlich zwei bis drei Erkältungen pro Jahr,
    manche Kinder acht und mehr. Eine US-Studie aus dem Jahr 2012 ergab, dass Atemwegs­erkrankungen die Arbeitsleistung um durchschnittlich 26 Prozent senken. Ein anderes Gutachten schätzte die Gesamtkosten hierfür sogar auf fast 22 Milliarden Euro jährlich.

  5. Um das Virus zu bekämpfen, braucht der Körper Ruhe.
    Bekommt er sie nicht, sind die Auswirkungen heftiger – auch auf Ihr Gehirn. Bei einer Studie mit knapp 200 Teilnehmern fanden Forscher heraus, dass die erkälteten Testpersonen weniger aufmerksam und in schlechter Verfassung waren sowie eine verlangsamte Psychomotorik aufwiesen. Ihre Gedankengänge waren ausserdem verworrener, und sie reagierten langsamer als gesunde Personen.

  6. Ruhen Sie sich nicht flach auf dem Rücken liegend aus.
    Der gestaute Naseninhalt rinnt in die Kehle, macht sie rau und löst Husten aus. Das stört Ihren Schlaf. Schaffen Sie mit Kissen eine aufrechtere Schlafhaltung. Das verringert „den Hustenreiz im hinteren Rachenraum“, sagt Dr. Lausier. Es lässt den Schleim zudem besser passieren und erleichtert das Atmen.
  7.  Eine Studie von 2009 an der University of Wisconsin-Madison ergab, dass Patienten, die ihren Ärzten bestes Einfühlungsvermögen bescheinigten, einen Tag früher gesund waren als Patienten mit weniger empathischen Ärzten. Und diejenigen mit den einfühlsamsten Ärzten zeigten doppelt so hohe Werte von IL-8 – eines Eiweissmoleküls, das der Körper zur Bekämpfung von Erkältungen freisetzt.

  8. Ruhe ist wichtig,
    doch Dr. Lausier hält leichtes Training für sinnvoll, um das Immunsystem anzuregen. Regelmässige leichte Bewegung unterstützt die Bekämpfung von Keimen. Eine Studie der University of Washington in Seattle zeigte, dass übergewichtige oder fettleibige Frauen nach der Menopause weniger Erkältungen bekamen, wenn sie Sport trieben, als inaktive Frauen. Eine Wiederholung der Untersuchung im Jahr 2014 zeigte, dass regelmässiges moderates Training Atemwegserkrankungen sogar vorbeugen kann. Hierzu sind jedoch weitere Studien nötig. Eine mögliche Erklärung ist: Beim Trainieren werden Keime aus den Lungen und Atemwegen ausgespült, so die U.S. National Library of Medicine im Bundesstaat Maryland.

  9. Hühnersuppe kann helfen
    – wie fast jede klare Suppe, da die warme Flüssigkeit die Verstop­fung der Nase löst und den Schleimfluss verstärkt. „Hühnersuppe ist gut als Flüssigkeitszufuhr, sie enthält Salz und Elektrolyte“, sagt Dr. Lausier.

  10. Verlassen Sie sich nicht auf Vitamin C.
    In einer 2013 durchgeführten Bewertung von 29 verschiedenen Tests konnte die regelmässige Einnahme von Vitamin C die Zahl der Atemwegserkrankungen allgemein nicht verringern. Hohe Dosen zur Linderung der Symptome hatten bei einigen – nicht bei allen – Studien geringe Auswirkungen.

  11. Zink kann die Symptome mildern.
    Laut Dr. Brent A. Bauer zeigen jüngste Untersuchungen, dass Zinkpräparate die Erkältungsdauer um einen Tag verkürzen. Besonders dann, wenn die Einnahme innerhalb 24 Stunden nach Einsetzen der Symptome erfolgt. „Das Immunsystem braucht Zink, daher können Sie die Dosis während einer Erkältung steigern“, sagt der Ernährungswissenschaftler Dr. Jonny Bowden. Wegen eventueller Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten Sie sich mit Ihrem Arzt besprechen.

  12. Das Erkältungsvirus kann mehr als 24 Stunden ausserhalb des Körpers überleben.
    Waschen Sie daher Ihre Hände gründlich, wenn Sie am Arbeitsplatz eine Türklinke oder einen Wasserhahn angefasst haben. Im Jahr 2011 ergab eine Studie, dass Menschen, die sich mit dem Rhinovirus infiziert hatten, dem häufigsten Auslöser von Erkältungen, 41 Prozent der Oberflächen in ihrem Zuhause kontaminiert hatten. Eine Stunde nach der Berührung dieser Oberflächen wurden die Fingerspitzen von fast 25 Prozent der Menschen noch immer positiv auf Erkältungsviren getestet.

  13. Gurgeln kann helfen, vielleicht sogar zur Vorbeugung.
    Bei einer Untersuchung in Japan bat man einige Teilnehmer, regelmässig mit Wasser zu gurgeln, während andere dies nicht taten. Nach 60 Tagen hatte die Gruppe der Gurgler 40 Prozent weniger Erkältungen im Vergleich zur anderen Gruppe. Um einen entzündeten Rachen zu beruhigen, empfehlen die Mayo-Kliniken das Gurgeln mit einem Viertel­liter warmem Wasser, in dem ein halber bis ganzer Teelöffel Salz aufgelöst ist. Das Salz entzieht dem Körper überschüssige Flüssigkeit.

 


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