Alles Gute für Ihre Gelenke
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Ausgabe

Körper & Psyche

Alles Gute für Ihre Gelenke

Wenn es anfängt, im Knie oder im Kreuz zu zwicken, ist es höchste Zeit, etwas zu untenehmen. Wir sagen Ihnen, was Sie dagegen tun können.

Ausgabe: Mai 2015 Autor: Ute Wegner

Wo schmerzt es am häufigsten? Bei dem einen beginnt es mit einem Ziehen im Knie, dem anderen fährt der Schmerz plötzlich ins Kreuz und macht von einer Sekunde zur nächsten jede Bewegung zur Qual. Was wir an unseren Gelenken haben, merken wir meist erst, wenn sie wehtun und ihren Dienst versagen.

Besonders häufig lösen die kleinen Wirbelgelenke am Übergang von der Hals- und Brustwirbelsäule, der Brust- zur Lendenwirbelsäule Schmerzen aus, sowie das rechte und linke Kreuzdarmbein – auch Iliosakralgelenk genannt. Es ist das Bindeglied zwischen dem Kreuzbein, also dem dreieckigen unteren Teil der Wirbelsäule und dem Becken.

"Probleme mit dem Iliosakralgelenk haben vor allem Menschen, deren Rückenmuskeln durch langes Stehen oder Sitzen geschwächt sind", sagt Dr. Anett Reißhauer, Oberärztin an der Berliner Charit«. Ursache der Schmerzen ist oft eine Blockade des Gelenks, verursacht durch eine kleine Verschiebung seiner Teile. "Sie drehen sich zur Seite und heben etwas auf – und schon ist es passiert", beschreibt die Expertin den klassischen Auslöser.

Die Folge sind starke Schmerzen im Gesäß, die bis in den rechten oder linken Oberschenkel ausstrahlen können, je nachdem, welche Seite blockiert ist.

Neben dem Kreuz machen vor allem Knie-, Hüft- und auch die Sprunggelenke Beschwerden.

Was belastet die Gelenke am meisten

"Bewegungsmangel und die damit verbundene Muskelschwäche ist der größte Feind unserer Gelenke", sagt Oberärztin Reißhauer. Muskeln geben den Gelenken Halt und puffern beispielsweise im Knie die Stoßkräfte ab. "Bewegung ist also das A und O", betont die Expertin.

Allerdings nicht jede Form! Sport arten, die mit abrupten Richtungswechseln und Stoßbelastungen verbunden sind – wie Tennis, Squash, Volley-, Hand- und Fußball – belasten vorgeschädigte Gelenke. Kampfsport sowie Joggen mit Gewichten sind für Betroffene aus diesen Gründen ebenfalls nicht empfehlenswert. Gift für die Gelenke sind auch einseitige und falsche Belastungen beim Heben und Tragen sowie Übergewicht.

Kleine Gelenkkuren im Alltag

"Eine rasche Hilfe bei Blockaden bietet laufen, laufen, laufen", sagt Dr. Reißhauer. Eine Blockade erkennen Sie an den plötzlich einsetzenden heftigen Schmerzen. Bringen Hausmittel wie Eispackungen (bei akuten Beschwerden) und Wärmepackungen (bei chronischen Entzündungen der Gelenke) keine Linderung, kann für kurze Zeit die Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel ratsam sein. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. "Auch ein gezieltes Training der Muskeln kann Gelenkbeschwerden verringern," erklärt die Expertin.

Am besten jedoch lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Gestalten Sie Ihren Alltag gelenkschonend. Heben Sie beispielsweise eine Getränkekiste hoch, beugen Sie dazu die Knie und heben die Kiste dann mit geradem Rücken an, indem Sie die Knie wieder strecken. So entlasten Sie die Wirbelsäule. Achten Sie darauf beim Heben von Lasten, nicht über die Belastungsgrenze hinauszugehen.

Frauen tragen statt hoher Absätze besser weich gepolsterte Schuhe mit flachen Sohlen. Bei immer wieder auftretenden Schmerzen im Knie sollten Sie beim Facharzt klären lassen, ob eine Gelenkfehlstellung die Ursache ist. In diesem Fall könnten orthopädische Einlagen die Lösung sein.

Ganz wichtig aber in jedem Fall: Sorgen Sie regelmäßig für Bewegung! Täglich 30 bis 40 Minuten oder dreimal die Woche eineinhalb Stunden sollten es sein. "Das schaffen Sie, wenn Sie etwas wählen, das Ihnen Freude macht", meint Dr. Reißhauer.

Aquafitness und -jogging sind besonders wohltuend für die Gelenke. Denn im Wasser reduziert sich das Körpergewicht auf 10 Prozent. Auch Nordic Walking, Joggen mit gut gepolsterten Schuhen, Radfahren, Gerätetraining im Fitness-Studio unter fachgerechter Anleitung sowie Skilanglauf halten die Gelenke fit und stärken die Muskeln.

"Was vor allem zählt", betont die Expertin, "ist die Regelmäßigkeit." Am besten fangen Sie gleich heute an!


 

RD Abbinder
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