Eine Frau mit Sonnenbrille und weissem Neckholder-Bikini hat sich mit Sonnencreme eine kleine Sonne auf ihre linke Schulter gemalt.
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Gut geschützt in die Sonne

Welche Sonnencreme ist die richtige für Ihre Haut?

Ausgabe: Mai 2019 Autor: Stella Cornelius-Koch

Gel, Creme oder Spray?

Die Auswahl an Sonnencremes, Lotionen und Sprays ist riesig. Cremes eignen sich wegen des höheren Fettanteils fürs Gesicht und eher trockene Haut, Lotionen und Sprays für normale oder fettigere Haut. „Bei einer Neigung zu Allergien oder Mallorca-Akne sollten Sie besser zu Gels oder Sprays greifen, die ohne Fettzusatz auskommen“, rät Dr. Jens Tesmann, leitender Dermatologe am Hautzentrum Innenstadt in Stuttgart.
Gute Sonnencreme muss nicht teuer sein. Bei der Anwendung allerdings sollten Sie nicht sparen. Hautarzt Tesmann hält eine einfache Faustregel bereit: Erwachsene tragen vier Esslöffel Sonnencreme auf, bei Kindern sind zwei Esslöffel angemessen. Diese Menge reicht jeweils für den gesamten Körper. Sprays benötigen pro Körperteil zehn bis 15 Sprühstösse. Cremen oder sprühen Sie alle unbedeckten Körperstellen grosszügig ein – vor allem die sogenannten Sonnenterrassen Nase, Schultern, Dekolleté, Knie und Fussrücken. Denken Sie an die Seiten des Halses sowie – bei Männern – an kahle Stellen. Gönnen Sie sich jedes Jahr ein neues Mittel. Ist der Inhalt der Flasche am Strand zu warm geworden oder mehrere Jahre alt, kann sich nämlich seine chemische Zusammensetzung verändern. Womöglich schützt das Produkt Ihre Haut dann nicht mehr richtig oder reizt sie sogar.

Lichtschutzfaktor

Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF genannt, gibt Auskunft über die Verlängerung des persönlichen Eigenschutzes. Dies ist der Zeitraum, den Sie sich ungeschützt der UV-Strahlung aussetzen können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Bei fünf Minuten Eigenschutzzeit beispielsweise verlängert ein LSF 30 diesen Zeitraum auf 150 Minuten. „Um die Haut gut zu schützen, sollten Sie einen Lichtschutzfaktor nicht unter 30 bis 50 wählen“, rät Dr. Tesmann. Wichtig zu wissen: Nachcremen verlängert die Eigenschutzzeit nicht! „Auch wenn Ihre Haut beginnt, sich zu bräunen, wechseln Sie nicht zu einem Präparat mit niedrigerem LSF“, empfiehlt der Experte. „Keine Sorge: Sie werden auch mit Lichtschutzfaktor 50 braun. Es dauert zwar etwas, dafür hält die Bräune länger.“

UVA- und UVB-Schutz

Für die Entstehung von Hautschäden ist nicht allein der kurzwellige ultraviolette Anteil, UVB, verantwortlich, sondern auch die langwellige UVA-Strahlung. Der LSF bezieht sich jedoch ausschliesslich auf den Schutz vor Ersteren. Kaufen Sie daher möglichst Präparate, die sowohl UVA- als auch UVB-Filter aufweisen. Achten Sie auf entsprechende Hinweise auf der Verpackung. Manche Produkte versprechen einen Sofortschutz. Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. „Ein Sonnenschutzmittel benötigt immer etwas Zeit, um in die Haut einzuwirken. Tragen Sie daher die Sonnencreme am besten eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf, damit sie ihre Wirkung voll entfalten kann“, erklärt Dr. Tesmann. Meiden Sie darüber hinaus die Mittagssonne. Zwischen elf und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten. Am besten bedecken Sie Ihre Haut dann mit leichter Kleidung, die mit UV-Schutz ausgestattet ist.

Die Art des Filters

Produkte mit chemischem Lichtschutz enthalten Verbindungen, die in der Lage sind, UV-Strahlung einer bestimmten Wellenlänge aufzunehmen und sie so unschädlich zu machen. Diese Präparate dringen in die obere Hautschicht ein. Das Allergierisiko ist heute gering, einige chemische Filtersubstanzen wie Butyl Methoxydibenzoylmethane stehen jedoch im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. „Greifen Sie daher bei Kindern

sicherheitshalber zu Präparaten mit physikalischen Filtern. Dies hat auch den Vorteil, dass man sieht, wo das Kind bereits eingecremt ist“, erklärt Dr. Tesmann. Substanzen wie Titan,- Zink- oder Magnesiumoxid – auch mineralische UV-Filter genannt – legen sich als weisser Film auf die Haut und reflektieren die UV-Strahlung. Um diesen Weissfilm zu verhindern, verwenden manche Hersteller winzige Nanopartikel. Diese gelten zwar nach bisherigem Kenntnisstand als gesundheitlich unbedenklich, wenn sie auf unverletzte Haut aufgetragen werden. Der Umwelt zuliebe sollten Sie dennoch auf diese Produkte verzichten. Das gilt insbesondere, wenn Sie im Meer baden, da die winzigen Partikel ins Wasser gelangen und beispielsweise Korallen schädigen können.     

 


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