Ein junger Mann erhält eine Impfung in den linken Oberarm.
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Körper & Psyche

Impfschutz für alle!

Höchste Zeit, wichtige Impfungen aufzufrischen!

Ausgabe: September 2020 Autor: Lisa Fields#

An einem Freitag­abend im vergangenen Sommer bemerkte María Menéndez einen Ausschlag an ihrem Körper, schenkte diesem aber kaum Beachtung. Am Samstag breitete sich der Ausschlag aus, und am Sonntag hatten sich schmerzhafte, juckende Bläschen gebildet. Trotz allem ging Menéndez montags zur Arbeit. In der Mittagspause musste sie wegen der Schmerzen jedoch eine Notaufnahme aufsuchen.„Der Arzt diagnostizierte sofort eine Gürtelrose“, erzählt die 57-Jährige aus Vigo, Spanien. In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe gegen Gürtelrose – Zostavax® und Shingrix® – für Erwachsene ab 50 Jahren zugelassen, doch Menéndez’ Ärzte hatten das nie erwähnt. Keiner der Impfstoffe steht auf der Liste der empfohlenen Impfungen der spanischen Gesundheitsbehörde. Anscheinend wussten Menéndez’ Ärzte nicht einmal, dass es sie gab. Mit Impfungen lassen sich viele Infektionskrankheiten verhindern, und das nicht nur bei Kindern. Für Erwachsene werden unter anderem Impfungen gegen Gürtelrose, Grippe und Pneumokokken empfohlen, doch je nach Land gibt es Unterschiede.
In diesem Jahr steht Covid-19 im Zentrum der Aufmerksamkeit, aber es wird noch einige Zeit dauern, bis es einen Impfstoff dagegen geben wird. (Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels geht man davon aus, dass er frühestens in etwa einem Jahr verfügbar sein wird.) Gegen zahlreiche andere Erkrankungen gibt es jedoch bereits Impfungen, von denen mehr Menschen profitieren könnten. Dass viele es nicht tun, könnte daran liegen, dass Impfempfehlungen ignoriert werden. Möglicherweise sind auch einige Ärzte nicht ausreichend darüber informiert. „Die meisten Erwachsenen kennen ihren eigenen Impfstatus nicht, sondern verlassen sich auf ihren Arzt“, sagt Dr. Katherine O’Brien, Leiterin der Abteilung für Immunisierung, Impfstoffe und Biopharmazeutika bei der Welt­gesundheitsorganisation (WHO). „Wenn der Arzt dies nicht erwähnt, nehmen sie an, dass er seine Gründe dafür hat und umfassend informiert ist.“
In den meisten EU-Ländern ist jeder selbst dafür verantwortlich, dass sein Impfschutz vollständig ist. „Es ist aber nicht ganz einfach, den Überblick darüber zu behalten, welche Impfungen man bekommen hat und wann. Viele Menschen ziehen häufig um und wechseln mehrmals ihren Arzt“, erklärt Dr. Kari Johansen, Expertin für impfpräventable Erkrankungen beim Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm, Schweden. Folgendes sollten Sie deshalb über Impfungen für Erwachsene wissen:


Gürtelrose

Wenn Sie als Kind Windpocken hatten, ist das Virus immer noch in Ihrem Körper und kann als Gürtelrose wieder in Erscheinung treten. Dabei werden Nerven angegriffen, die unter der Haut liegen, auf der dann Blasen entstehen. Die Folge sind starke Schmerzen. Obwohl Menéndez nach ihrer Diag­nose Medikamente einnahm, hatte sie mit unangenehmen Symptomen zu kämpfen. „Die ersten drei Tage waren sehr schmerzhaft. Ich konnte die Kleidung auf meiner Haut kaum ertragen“, berichtet sie. „Auch Monate nach der Genesung kann eine Gürtelrose noch Schmerzen bereiten“, erklärt Dr. William Schaffner, medizinischer Leiter der US-amerikanischen National Foundation for Infectious Diseases (NFID) und Professor für Präventivmedizin an der Vanderbilt University in Nashville, USA. „Die Gürtelrose-Impfung soll die Hautläsionen verhindern, die manchmal auch die Augen betreffen und die Sehkraft und/oder das Gehör schädigen können. Zudem werden durch eine Impfung die unangenehmen Nervenschmerzen vermieden.“
Im Jahr 2006 wurde der Gürtel­rosenimpfstoff Zostavax® von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen, 2018 dann auch das Mittel Shingrix®, das einen noch besseren Schutz bietet. Es ist allerdings weltweit nur begrenzt verfügbar, in Europa derzeit ausschliesslich in Deutschland. Zostavax® dagegen ist in vielen Ländern erhältlich.
Dennoch sind nur wenige Europäer geschützt. Nur sechs EU-Länder (Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Tschechien) und Grossbritannien sowie die Schweiz empfehlen eine Impfung gegen Gürtelrose. In Deutschland wird die Impfung ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen, in Österreich ab 50 und in der Schweiz für Erwachsene zwischen 65 und 79 Jahren.


Grippe

In der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum erkranken laut ECDC jedes Jahr zwischen vier und 50 Millionen Menschen an der Grippe, zwischen 15 000 und 70 000 sterben daran. Davon betroffen sind Menschen jeden Alters. Personen, die älter als 65 sind, müssen jedoch häufiger stationär behandelt werden oder erleiden Komplikationen. Aus diesem Grund empfehlen alle EU-Länder eine jährliche Grippeschutzimpfung für Erwachsene ab einem Alter von 65 Jahren, in einigen Ländern wird sie bereits ab 55 beziehungsweise 60 Jahren oder schon im Kindesalter angeboten. (...)

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der September 2020-Ausgabe des Reader’s Digest Magazin. 

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