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Warum uns das Gedächtnis oft trügt

Sie glauben, auf Ihr Gedächtnis sei Verlass? Machen Sie sich auf eine Überraschung gefasst!

Ausgabe: Februar 2020 Autor: Anna Walker

Das US-amerikanische Innocence Project (Unschuldsprojekt) ist eine Organisation, die unschuldig Verurteilte durch moderne DNA-Tests zu rehabilitieren versucht. Den Anwälten zufolge spielen falsche Erinnerungen bei mehr als 70 Prozent der Fehlurteile, die mit ihrer Hilfe aufgehoben werden, eine Rolle. In 10 Prozent dieser Fälle hatten ihre Mandanten auf schuldig plädiert und Haftstrafen von durchschnittlich 14 Jahren abgesessen. Dr. Julia Shaw ist Kriminalpsychologin an der London Southbank University und Autorin des Buchs "Das trügerische Gedächtnis". Sie erforscht, wie und warum das menschliche Gehirn diese komplexen falschen Erinnerungen bildet. Das Phänomen, so Dr. Shaw, käme wesentlich häufiger vor, als viele dächten.

„Wir glauben, wir könnten zwischen Vorstellung und realen Erlebnissen unterscheiden, aber tatsächlich gelingt es dem Gehirn nicht sehr gut. Auf jeden Fall nicht mehr, sobald Sie sich ausgemalt haben, wie eine Fantasie sich anfühlen, riechen oder schmecken würde. Denn damit fügen Sie jene Merkmale hinzu, mit denen Fakten und Fiktion normalerweise auseinandergehalten werden, wodurch beides nicht mehr zu unterscheiden ist“, sagt die Psychologin.

Im menschlichen Gehirn gibt es rund 86 Milliarden Neuronen. Jede dieser Nervenzellen besitzt verzweigte Dendriten (Zellfortsätze), über die Verbindungen zu anderen Zellen hergestellt werden. An den Dendriten befinden sich fingerähnliche Dornen, mit denen sie Signale über Synapsen hinweg übertragen können und so die Kommunikation mit anderen Zellen ermöglichen. Erinnerungen werden gebildet, wenn ganz bestimmte Verbindungen zwischen diesen Neuronen gestärkt werden.

Unglücklicherweise scheinen echte und falsche Erinnerungen mit demselben Mechanismus im Gehirn verankert zu werden. Man ist versucht, das Gedächtnis als persönliches Überwachungssystem zu betrachten, das alles aufzeichnet, was wir sehen oder tun. In Wirklichkeit, so Professor Elizabeth Loftus, die Begründerin der angewandten Gedächtnisforschung, gleiche es eher einer Seite der Online- Enzyklopädie Wikipedia. „Sie können diese jederzeit abrufen und ändern, aber andere Leute eben auch.“ (...)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Februar 2020-Ausgabe des Reader’s Digest Magazin. 

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