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Moskito-Alarm! Warum Mücken auf uns fliegen
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Moskito-Alarm! Warum Mücken auf uns fliegen

Warum Stechmücken manche Menschen eher piksen als andere.

Ausgabe: Juli 2017 Autor: Brandon Specktor

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Mücken den Geruch mancher Füße so anziehend finden wie den von Limburger Käse. Falls Sie zu den Betroffenen gehören, heißt das jedoch nicht, dass Sie Ihre Füße nicht genug waschen. Bestimmte DNA-Varianten wirken auf Mücken schlicht und einfach unwiderstehlich.

Unsere Anziehungskraft auf Mücken hängt mit den Genen zusammen

Ein Londoner Forscherteam untersuchte, inwiefern die menschlichen Gene den Appetit der Plagegeister beflügeln. Dazu prüften sie die verlockende Wirkung von 18 eineiigen und 19 zweieiigen Zwillingsschwestern. In mehreren Tests warteten 20 hungrige Stechmücken in einer Y-förmigen Röhre. Dann konnten sie – immer der eigenen Nase nach – die rechte oder linke Abzweigung wählen. Vor beide Ausgänge hielt eine Zwillingsschwester ihre Hand, die ihren natürlichen Duft in die Röhre verströmte, aber durch ein Netz vor Stichen geschützt war.

Nachdem sie die Testreihe abgeschlossen hatten, stellten die Wissenschaftler fest, dass die eineiigen Zwillingsschwestern deutlich häufiger ähnlich hohe Anziehungsraten aufwiesen als die zweieiigen. Konkret stand die Anziehungskraft einer Person auf die Mücken zu 67 Prozent im Zusammenhang mit ihren Genen.

Bedeutet das, dass die DNA „stinkt“?

Keineswegs. Doch die DNA sorgt dafür, dass sich ganz spezielle Arten von Mikrobakterien auf dem Körper ansiedeln, und diese sind es, denen Mücken nicht widerstehen können.

Auf dem menschlichen Körper tummeln sich rund 100 Billionen Mikroben – etwa das Zehnfache unserer eigenen DNA. Was noch erstaunlicher ist: Wissenschaftler vermuten, dass wir nur einen Bruchteil dieser Mikrobenarten mit anderen Menschen teilen. Unser Mikrobiom, also die spezielle Zusammensetzung der Bakterien, die in und auf uns leben, ist ebenso einzigartig wie ein Fingerabdruck. Das menschliche Mikrobiom produziert nicht nur viele der Vitamine und Stoffe in unserem Blut, es ist auch für die meisten körpereigenen Gerüche verantwortlich.

Jede Mückenart bevorzugt eigene menschliche Gerüche

Je nach Spezies bevorzugen die einzelnen Mücken unterschiedliche Gerüche von verschiedenen Körperteilen: Deshalb stechen Vertreter der Anopheles gambiae (die Gelbfiebermücke, die Malaria überträgt) vorwiegend in Hände und Füße, andere Mücken zieht es eher in die Achselhöhlen oder den Leistenbereich. Die anziehenden Gerüche stammen von den Stoffen, die unser Mikrobiom produziert.

Wenn sich also das nächste Mal ein Schwarm hungriger Mücken auf Ihre Cousine stürzt, Sie aber keinen Stich abbekommen, bedanken Sie sich bei Ihrer DNA für die Vielzahl mikroskopisch kleiner Kreaturen auf Ihrer Haut. Denn sie produzieren keinen Geruch, der die Blutsauger anlockt.

 

Tipps - so machen sie Ihr Mikrobiom weniger mückenfreundlich

■ Verwenden Sie Repellents: Greifen Sie zu Insektenschutz­mitteln mit DEET, Icaridin, EBAAP (auch als IR 3535 bezeichnet, Verwendung bei Babys und Kleinkindern meist nicht unbedenklich!) oder Citridiol.
■ Bedecken Sie Ihre Haut: Schützen Sie sich mit Kleidung, die mit dem synthetischen Insektizid Permethrin behandelt ist.
■ Halten Sie die Haut trocken: Stech­mücken lieben Kohlendioxid und Wärme – beides gibt der Körper bei sportlichen Aktivitäten verstärkt ab.
■ Meiden Sie Alkohol: Durch Bierkonsum ändert sich die Chemie der Haut, was bestimmte Mücken­arten anlockt. Trinken Sie Ihr Feierabendbier also lieber drinnen. RD


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