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Ab in die Ferien: So beladen Sie Ihr Auto richtig
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Ab in die Ferien: So beladen Sie Ihr Auto richtig

Wer sein Gepäck klug verstaut, fährt sicher(er) in die Ferien

Autor: Reinhard Otter

Im Laderaum des Kombis liegen Koffer, Taschen, Camping-Möbel und ein Sonnenschirm, die Rücksitz-Lehnen sind vorgeklappt. Die Beifahrerin hat ihre Füße lässig aufs Armaturenbrett gelegt. Dann endet die Fahrt abrupt: Blech scheppert, Scheiben bersten. Der Sonnenschirm schießt durch die Frontscheibe. Koffer und Kühlbox drücken die Sitzlehnen nach vorn, quetschen Fahrer und Beifahrerin ans Armaturenbrett. Bocciakugeln und Tennis-Schläger treffen sie mit voller Wucht. 

Doch zum Glück handelt es sich bei den Insassen nur um Dummies. Die Experten des Automobilclubs ADAC haben das Auto für einen Test bewusst nachlässig beladen und mit 50 Kilometern pro Stunde in eine Wand prallen lassen. Die Aufnahmen zeigen: Mit ungesicherter Ladung zu fahren ist lebensgefährlich.

So machen Sie es besser:

  • Nicht überladen: Im Fahrzeugausweis finden Sie im Feld 32 die Nutz-/Satellast. Diese entspricht der möglichen Zuladung für Gepäck und Passagiere. Meist liegt der Wert zwischen 350 bis 500 Kilo, wobei die Differenz zwischen Leergewicht und Gesamtgewicht auf der Grundausführung des Fahrzeugs (also ohne zusätzliche Ausstattung) basiert: Die effektiv mögliche Zuladung kann deshalb etwas kleiner ausfallen. „Wer mit Wohnwagen oder Anhänger reist, muss darüber hinaus deren Stützlast abziehen“, erläutert Patrick Berchtold, Leiter der Technik & Wirtschaft beim Touring Club Schweiz (TCS).

  • Eine Überschlagsrechnung hilft, die Beladung abzuschätzen: Nehmen Sie rund 20 Kilogramm pro Koffer oder Reisetasche an, zählen Sie weitere 25 Kilo für Kleinteile sowie das Gewicht der Passagiere dazu. Velos auf dem Dach- oder Heckträger und andere Zusatzgeräte müssen Sie ebenfalls einrechnen (die für Ihr Auto zulässige Dachlast finden Sie im Feld Nr. 55 des Fahrzeugausweises).

  • Gleichmäßig beladen: Auch wo das Gepäck untergebracht ist, spielt eine wichtige Rolle. Es gilt Vorder- und Hinterachse des Autos sind möglichst gleichmäßig zu belasten. Ruht das Hauptgewicht hinten, kommt weniger Gewicht auf die Vorderachse. „Dies kann erheblichen Einfluss auf die Fahrstabilität haben“, so Berchtold. Sein Rat: „Lagern Sie schwere Gegenstände möglichst in Richtung Fahrzeugmitte und möglichst tief unten.“ So sorgen Sie dafür, den Schwerpunkt des Autos tief zu halten. Je höher dieser liegt, desto schlechter lässt sich der Wagen beim Fahren beherrschen. In Dachboxen, die selbst auch schon etwas Gewicht auf die Waage bringen, gehört deshalb nur leichtes Gepäck.

Ladung sichern

  • "Nicht gesicherte Gegenstände entwickeln schon bei 50 Stundenkilometern Aufprallgeschwindigkeit eine Durchschlagkraft vom 30- bis 50-fachen ihres Eigengewichts“, rechnet der TCS-Experte vor. „Wenn bei einem Frontalaufprall das Tablet von der Hutablage nach vorn geschleudert wird und den Fahrer trifft, kann das tödlich ausgehen.“ Verstauen Sie größere Gepäckstücke immer im Kofferraum, Kleinteile gehören in Ablagefächer oder in Boxen, die befestigt werden können.

  • Zusätzliche Befestigung: Die Rückbank dient als Schutz vor der Ladung im Kofferraum. Sitzt dort niemand, schließen Sie die Sicherheitsgurte. Das gibt den Sitzen und damit der Ladung dahinter zusätzlichen Halt. Fahren Sie einen Kombi, dann decken Sie das Gepäck ab und fixieren Sie es mit Spanngurten im Kofferraum. „Nahezu alle neueren Autos haben im Kofferraum Ösen, um Gurte zu fixieren“, sagt Berchtold. Viele Autohersteller bieten auch Netze als Zubehör an, um lose Gegenstände am Kofferraumboden zu fixieren. Zusätzlichen Schutz bietet ein Gepäcknetz oberhalb der Rücksitze.

  • Tiere transportieren: Laut Straßenverkehrsgesetz sind Tiere Gepäck, besondere Vorschriften gelten für sie nicht. Am sichersten reisen Vierbeiner in einer Transportbox im Kofferraum. Für Hunde hält der Handel auch spezielle Geschirre bereit, mit denen Sie Ihren Liebling auf dem Rücksitz sichern können.

Vorausschauend fahren

Machen Sie sich vorsichtig mit den Fahreigenschaften des voll beladenen Fahrzeugs vertraut. „Der Bremsweg ist länger, das Anfahren behäbiger, in den Kurven drückt das Fahrzeug nach aussen“, erklärt TCS-Experte Pascal Berchtold die wichtigsten Änderungen im Fahrverhalten. Angepasste Geschwindigkeit und eine defensive Fahrweise sind deshalb besonders wichtig. 

Reifendruck anpassen

Damit die Reifen bei voller Ladung optimal auf der Straße haften, müssen Sie den Luftdruck erhöhen. „Ein voll beladenes Auto mit zu geringem Reifendruck hat zu wenig Kurvenstabilität“, erklärt Pascal Berchtold. Wie viel Druck bei unterschiedlichen Beladungen nötig ist, steht in der Bedienungs-Anleitung des Fahrzeugs, am Türholm bei der Fahrertür oder an der Tankklappe. „Nach der Reise muss der Reifendruck natürlich wieder an die normalen Verhältnisse angepasst werden“, erinnert der TCS-Experte. Dann steht einer sicheren und sorgenfreien Fahrt sprichwörtlich nichts mehr im Wege.

 

 


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RD Abbinder
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