Sängerin Bonnie Taylor
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Stars im Interview

Bonnie Tyler: Das Beste kommt noch

Die Pop-Ikone über Hits, schlechte Songs und das Singen unter der Dusche.

Ausgabe: Juni 2021 Autor: Marcel Anders

Sie steht für Welthits wie "Total Eclipse Of The Heart" oder "It’s A Heartache", für eine markante Reibeisenstimme und Stehauf-Qualitäten: Bonnie Tyler ist seit mehr als fünf Jahrzehnten im Showgeschäft, hat sämtliche Höhen und Tiefen erlebt. Ihr aktuelles Album trägt den viel­sagenden Titel The Best Is Yet To Come – das Beste kommt erst noch.

Reader,s Digest: Ist 70 das neue 40?
Bonnie Tyler: Ich fühle mich kein bisschen wie 70. Das bin ich ja auch noch nicht – das werde ich erst am 8. Juni.

Ist das Alter eine angenehme oder unangenehme Erfahrung?
Eine sehr angenehme!

Schmeißen Sie am 8. Juni eine Party?    
Das bezweifle ich. Ich arbeite bis kurz davor – und auch gleich danach. Von daher wird es eher etwas Ruhiges. Und ich bin eh kein Freund von großen Partys. Wobei ich auch nicht denke, dass der Corona-Spuk bis dahin vorbei sein wird.

Ist Ihre Reibeisenstimme eine natürliche Gabe oder Resultat einer Operation in den 1970er-Jahren?
Na ja, meinen ersten Hit, "Lost In France", hatte ich schon vor der Operation. Damals hat man mich mit Rod Stewart verglichen, und dies an meiner etwas heiseren Stimme festgemacht. Dann musste ich mir Knoten auf den Stimmbändern entfernen lassen, und nach einer solchen Ope­ration darf man nicht reden. Können Sie sich vorstellen, dass ich nicht rede? Als ich zur Nachuntersuchung musste, meinte mein Arzt: „Sie haben es tatsächlich geschafft – jetzt braucht die Heilung viel länger.“ Und als ich ins Studio bin, um "It’s A Heartache" einzusingen, hieß es: „Deine Stimme ist noch kratziger als vorher.“ Das Ergebnis war, dass ich einen Riesenhit in Amerika hatte.

Stimmt es, dass Sie es in den 1980er-Jahren abgelehnt haben, einen Bond-Song zu singen?
Es war der schlechteste Bond-Song aller Zeiten! Und darüber war ich umso enttäuschter, weil ich mich so über das Angebot gefreut hatte – bis zu dem Moment, da sie ihn mir vorspielten. Da dachte ich: „Was für ein Mist!“ – und habe abgelehnt. Es war ein bescheuertes Lied, von dem man nicht viel gehört hat.

„Total Eclipse Of The Heart“ ist Ihr größter Hit. Wie erklären Sie sich, dass er in so vielen Stilen und Ver­sionen aufgenommen wurde?
Er ist eben ein Evergreen – und der Grund, warum so viele Stars mit mir arbeiten wollen. Der Song hat mich genauso groß gemacht wie sie. (lacht) Das Video dazu zählt zu den teuersten der Musikgeschichte. Es hat ungefähr zwei Millionen britische Pfund gekostet, die ich selbst zahlen durfte. Egal: Es war ein tolles Video, das für einen Grammy nominiert wurde. Leider habe ich gegen Michael Jackson verloren – was ja keine Schande ist, oder?

Laut einer britischen Studie ist es der Song, den die Menschen am häufigsten unter der Dusche singen. Ehrt sie das?
(lacht) Und er ist der beliebteste Karaoke-Song der Welt.

Finanziell haben Sie wohl ausgesorgt? Angeblich besitzen Sie diverse Immobilien und einen Steinbruch.
Darum kümmert sich mein Mann. Er ist Bauunternehmer und besitzt nicht nur einen Steinbruch, sondern auch Pferde und Stallungen, zudem eine Farm in Neuseeland.


Bonnie Tyler

wurde am 8. Juni 1951 in Skewen, Großbritannien, geboren. Damals hieß die Tochter eines Bergarbeiters noch Gaynor Hopkins. 1969 belegte sie den zweiten Platz bei einem Gesangswettbewerb und änderte später ihren Namen in Bonnie Tyler. Mit Lost In France gelang ihr 1976 der erste Hit. Es folgten Welterfolge wie Total Eclipse Of The Heart oder Holding Out For A Hero. Mit ihrem Mann, Immobilienmogul Robert Sullivan, der als Judoka 1972 an den Olympischen Spielen teilnahm, lebt sie in Wales und Por­tugal. Das Paar ist kinderlos.


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RD Abbinder
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