Til Schweiger: Humor ist eben Geschmackssache!
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Til Schweiger: Humor ist eben Geschmackssache!

Er ist ein Star vor und hinter der Kamera. Til Schweiger über Humor – mit und ohne Tiefgang.

Ausgabe: September 2018 Autor: Dieter Oßwald

Begonnen hat er einst in der Lindenstraße. Mittlerweile gehört Til Schweiger zu den erfolgreichsten Filmschaffenden des Landes. Aber auch Hollywood klopft bisweilen an, etwa KultRegisseur Quentin Tarantino. Vor Kurzem verkündete der 54-Jährige seinen Einstieg ins Weingeschäft. Ein Restaurant in Hamburg sowie ein Hotel in Timmendorfer Strand gehören ihm schon länger. Für Kino bleibt dennoch genügend Zeit. Am 20. September läuft Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken an – eine Komödie mit Tiefgang, verspricht Schweiger.

Reader’s Digest: Herr Schweiger, Ihr „Klassentreffen“ ist als Trilogie angelegt, mit weiteren Startterminen 2019 und 2020. Was macht Sie so zuversichtlich, dass die Sache klappt?

Til Schweiger: Die dänische Vorlage war extrem erfolgreich und kam in ihrer Heimat gleichfalls als Trilogie in die Kinos. Wir haben die Highlights übernommen und eine eigene Geschichte daraus gemacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zuschauer auch unsere deutsche Version lieben werden. Mit dem Thema Klassentreffen kann jeder etwas anfangen. Zudem bietet der Stoff dramaturgisch die perfekte Basis für eine Verbindung von Komik mit Tragik. Da stellen sich sofort die elementaren Fragen: Wie schnell geht das Leben doch vorbei? Was hast du erreicht von deinen Träumen? Wie viel Zeit bleibt dir noch? Wozu bist du überhaupt auf der Welt? Bei aller Tiefe gerät die Sache vor allem wahnsinnig witzig.

Was sind die wichtigsten Elemente bei einer Komödie, damit sie funktioniert?
Das Timing muss stimmen, die Witze müssen witzig sein und gleichzeitig ernsthaft gespielt werden. Die Not der handelnden Figuren muss für den Zuschauer nachvollziehbar sein. Wenn der Held mit dem Kopf gegen die Laterne läuft oder eine Torte ins Gesicht bekommt, dann lachen die Leute immer. Entscheidend dabei ist allerdings, dass man die Szenen ernst nimmt und nicht auf Comedy spielt und nur die Augen rollt.

Wie flach darf Humor sein?
Ich bin ja nicht die Pointen-Polizei! Als Ben Stiller bei Verrückt nach Mary Sperma ins Haar bekommt, haben das alle gefeiert. Als Matthias Schweighöfer in Zweiohrküken in der fremden Wohnung verzweifelt auf dem Klo sitzt, weil kein Wasser im Spülkasten ist, klagten Kritiker über Fäkalhumor. Und der Kinosaal hat getobt. Umgekehrt fand ich persönlich beim Schuh des Manitu auch nicht alle Gags so genial komisch wie andere. Humor ist eben Geschmackssache.

Sie gehören zu den wenigen Kinostars hierzulande. Wie wird ein Star zum Star?
Um Star zu werden, braucht man abgesehen von Talent und Ausstrahlung ein gewisses Aussehen sowie das Glück, in einem Film zu spielen, der erfolgreich ist. Bei dem viele Zuschauer sagen: „Diesen Typen mögen wir!“ Das passierte mir mit Manta, Manta und Matthias Schweighöfer mit Keinohrhasen und Zweiohrküken.

Zur Person: Til Schweiger

Til Schweiger kam am 19. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau zur Welt. Ursprünglich wollte er Lehrer werden, begann dann aber eine Schauspiel-Ausbildung in Köln. Als Jo Zenker trat er in der Vorabendserie Lindenstraße auf. Sein Kino-Debüt gab er 1991 in der Ruhrpott-Komödie Manta, Manta. Zwei Jahre später erhielt Schweiger für seine Rolle in Ebbies Bluff den Max-Ophüls-Preis als Bester Nachwuchsschauspieler. Schweigers großer Durchbruch folgte 1994 mit der Komödie Der bewegte Mann. Zwei Jahre später gründete er mit zwei Freunden eine Produktionsfirma und übernahm 1998 erstmals auch selbst die Regie. Mit Komödien wie Keinohrhasen lockt er ein Millionenpublikum in die Kinos. Aus seiner 2014 geschiedenen Ehe mit Ex-Fotomodell Dana hat Schweiger drei Töchter und einen Sohn.

 


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RD Abbinder
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