Lächelnde Frauen und Männer essen und trinken mit Blick auf einen Weinberg.
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Praktische Tipps

Herzhafter Pfälzer Genuss

Wer es deftig mag, ist in der Pfalz gut bedient.

Ausgabe: daheim Autor: Kerstin Juchem
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Trotz seines wenig appetitlichen Namens hat ein Pfälzer Traditionsgericht Weltruhm erlangt: der Saumagen, ein gereinigter Magen vom Schwein, gefüllt mit einer Mischung aus Schweinefleisch, Brät, Kartoffeln und Gewürzen. Altkanzler Helmut Kohl liess seine Leibspeise gerne Staatsgästen servieren: Ronald Reagan, Michail Gorbatschow, François Mitterrand und der Queen. Aufgetischt wird der Saumagen meist mit Sauerkraut und Bauernbrot. Wer dem Braten nicht traut, aber mal kosten möchte (keine Sorge, den Magen isst man nicht mit), bestellt die Pfälzer Dreifaltigkeit: eine Scheibe Saumagen, eine Bratwurst und ein Leberknödel.

Neben Schweinefleisch spielen Kartoffeln eine zentrale Rolle in der Küche der Pfalz. Bescheidener Star ist die Kartoffelsuppe, die der Einheimische besonders in Verbindung mit Zwetschgenkuchen oder Dampfnudeln schätzt. Überhaupt, die Dampfnudel! Der Hefekloss hat einen salzigen Boden und taugt nicht nur als Nachspeise, sondern auch als Hauptgericht (mit Gemüse- oder Kartoffelsuppe). Im Örtchen Freckenfeld zieren steinerne Exemplare ein Tor, um das sich folgende Legende rankt: Im 30-jährigen Krieg besänftigten die Bürger Soldaten, die zu einer Plünderung angerückt waren, indem sie diese mit Dampfnudeln bewirteten. Wer einmal eine warme Dampfnudel aus der Hand und mit Weinsosse gegessen hat (gibt es auch auf Wochenmärkten), zweifelt nicht an der Begebenheit.

Mit beinahe mediterraner Leichtigkeit kocht man dagegen in der Südpfalz, wo dank des milden Klimas Mandeln, Kiwis, Zitrusfrüchte, Feigen und Spargel gedeihen. Fischfans kommen in den alten Fischerdörfern entlang des Rheins auf ihre Kosten. Aushängeschild der Pfalz ist aber der Wein, vor allem weisse Sorten wie Riesling, Müller-Thurgau, Kerner und Silvaner – aber auch rote, etwa Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder. Am besten schmecken sie auf einem der unzähligen Weinfeste. Denn dort kommt man immer auch in den Genuss von zwei weiteren Pfälzer Spezialitäten: Geselligkeit und Gastfreundschaft.

 


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