Leuchttürme, Glanzlichter der Meere
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Leuchttürme, Glanzlichter der Meere

Seit Jahrhunderten weisen Leuchttürme Schiffen den Weg. Jeder hat eine eigene Geschichte – und lohnt einen Besuch.

Ausgabe: daheim Autor: Bianca Winze
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Wangerooge

Die Februarflut im Jahr 1854 wurde dem einstigen Signal- und Westturm auf der
ostfriesischen Insel Wangerooge zum Verhängnis. Jahrzehnte umspülte ihn das Meer, ehe man den Turm 1914 sprengte, damit er feindlichen Schiffen nicht als gut sichtbare Tagesmarke diente. Zwischen 1932  und 1933 wurde 800 Meter weiter südlich nach Plänen des Originals der heutige Westturm errichtet. Heute dient er als Jugendherberge.

List auf Sylt

Nicht einmal zehn Meter hoch bis zur Laterne, und dennoch etwas Besonderes: Das Westfeuer List am Sylter Ellenbogen ist Deutschlands nördlichstes Gebäude. Der weiße Turm mit der roten Mütze schmiegt sich zwischen Dünen, die einen herrlichen Blick auf die Landschaft bieten. Das Westfeuer wurde zwischen 1856 und 1857
erbaut, als Sylt noch zu Dänemark gehörte. Bis heute sendet es sein Licht in den Nachthimmel.

Hörnum auf Sylt

Der Leuchtturm in Hörnum ist der einzige von insgesamt fünfen auf Sylt, den man besichtigen kann. Im Süden der Insel steht er stolz auf einer 16 Meter hohen Düne und ist noch voll im Einsatz. Originell: Von 1914 bis 1933 war im Turm Deutschlands kleinste Schule beheimatet, mit zwei bis fünf Schülern. Der Leuchtturm Hörnum hat übrigens drei baugleiche Brüder, nämlich auf Pellworm, in Büsum und Westerhever.

Deutsche Bucht

Kein anderer Leuchtturm ist so beliebt wie der Rote Sand. In der Deutschen Bucht zwischen Bremerhaven und Helgoland gelegen, trotz er den tosenden Wellen und jedem Sturm. Auf Postkarten, Bildern und unzähligen Andenken findet man ihn als Motiv – und wohl kein anderes Leuchtfeuer ziert so viele tätowierte Arme von Matrosen. Von 1885 an wies der Rote Sand Schiffen den Weg in die Wesermündung. Heute ist er zwar nicht mehr in Betrieb, bietet Gästen aber ein einzigartiges Erlebnis: übernachten auf hoher See.

Pilsum

Deutschlands skurrilster Leuchtturm steht im ostfriesischen Pilsum: Bekannt ist er aus Otto Waalkes’ Komödie „Otto – der Außerfriesische“, in der er dem Komiker als Wohnstätte dient. Seinen gelb-roten Anstrich erhielt der Leuchtturm 1973, als er bereits längst ausgedient hatte. Inzwischen kann man den elf Meter hohen Bau bei Führungen besichtigen, unter dem Dach ist ein Standesamtsstübchen eingerichtet.

Amrum

Auf das Wahrzeichen Amrums führen 172 Treppenstufen. An Sommervormittagen können Besucher den 41,8 Meter hohen Leuchtturm erklimmen und einen herrlichen Rundumblick über die Insel genießen. Romantisch geht es im Inneren zu: Hier geben sich Brautpaare das Ja-Wort. Der Amrumer Leuchtturm, im November 1874 fertiggestellt, ist der erste und höchste Schleswig-Holsteins.

Neuwerk

Ursprünglich hatte der Leuchtturm auf der Insel Neuwerk eine andere Funktion: Als Wehrturm sollte er die Elbmündung vor Piraten und Plünderen schützen. Erst ab 1815 wies sein Leuchtfeuer Schiffen den Weg. Heute bietet der Turm eine Aussichtsplattform in knapp 40 Metern Höhe, von der aus man bis aufs gegenüberliegende Festland nach Cuxhaven schauen kann, sowie eine gemütliche Pension.


 

RD Abbinder
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