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Hilfe bei Fibromyalgie-Schmerzen
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Hilfe bei Fibromyalgie-Schmerzen

Bei dieser rätselhaften Krankheit leiden die Patienten hauptsächlich unter hartnäckigen Muskelschmerzen.

Autor: Reader's Digest Book

Die Betroffenen schleppen sich durch den Tag, sind erschöpft und können trotzdem nicht schlafen. Morgens sind die Missempfindungen am schlimmsten. Als Fibromyalgie bezeichnet man Schmerzen in vielen Körperbereichen, die vor allem in tiefen Muskeln und im Bindegewebe zu spüren sind. Auch die Gelenke schmerzen, doch sie schwellen nicht an. Hinzu kommen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche und eine merkwürdige Vergesslichkeit, die als Fibro-Nebel bezeichnet wird.
Die Ursachen der Krankheit sind unbekannt. Es gibt beim Menschen viele mögliche Auslöser einer solchen Reaktion, darunter Organverletzungen, Infektionen oder psychisch traumatische Erlebnisse.

Das kann der Arzt tun

Da Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen keine Ergebnisse bringen, haben Ärzte jahrelang geglaubt, ihre Patienten hätten eine psychische Erkrankung – nicht zuletzt, weil ein Grossteil der Betroffenen traumatische Erlebnisse hinter sich hat. Heute sind viele Forscher überzeugt, dass es sich bei dem Syndrom um eine Störung des zentralen Nervensystems handelt. Diese Erkenntnis hat zur Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapien geführt.

Arzneimittel gegen neuropathische Schmerzen.

  • Pregabalin ist in der EU und in der Schweiz zur Behandlung von Fibromyalgie- Schmerzen zugelassen. Der Arzneistoff wurde primär als Antikonvulsivum und gegen Angststörungen entwickelt. Er dämpft im zentralen Nervensystem die Reizbarkeit von Nervenfasern, die an der Erzeugung von Schmerzen beteiligt sind. Darin scheint auch seine Wirksamkeit gegen Fibromyalgie zu bestehen.

 

  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Duloxetin gehört zu den Antidepressiva, die als SNRI bekannt sind. Es ist in der EU und der Schweiz zur Behandlung von Fibromyalgie- Schmerzen zugelassen. Duloxetin erhöht die Menge an Serotonin und Noradrenalin im Gehirn. Diese beiden Neurotransmitter sorgen dafür, dass Schmerzreize weniger stark wahrgenommen werden.

 

  • Opioide. Opioide wie Kodein und Morphin helfen bei Fibromyalgie nicht und können die Ganzkörperschmerzen sogar noch verschlimmern (Opioid-induzierte Hyperalgesie). Man hat allerdings festgestellt, dass das Opioid Tramadol in Verbindung mit Paracetamol wirksam ist. Tramadol wirkt auf mehrere Gehirnfunktionen ein, die an der Dämpfung von Schmerzen und einer Abschwächung von Niedergeschlagenheit und Angst beteiligt sind.

 

  • Cannabis. Als Schmerzmittel ist Cannabis in Deutschland seit 2017 zugelassen. Insbesondere bei Fibromyalgie-Schmerzen ist seine Wirksamkeit belegt.

 

  • Pramipexol. Pramipexol ist ein Mittel gegen die Parkinson-Krankheit und das Restless-Legs-Syndrom. Studien in den USA haben nachgewiesen, dass es auch die Schmerzen von Fibromyalgie-Patienten lindert. Deshalb ist das Mittel in den Vereinigten Staaten für diese Indikation seit wenigen Jahren zugelassen, in der EU und der Schweiz allerdings (2018) noch nicht.

 

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt über alle verfügbaren medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlungen, ihren Nutzen und ihre Risiken. Je mehr Sie über den heutigen Forschungsstand und die möglichen Therapien wissen, desto besser können Sie mit Ihrer Krankheit umgehen. Hilfreiche Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten:

  • www.fibromyalgie-fms.de (Deutsche Fibromyalgie Vereinigung)
  • www.suisse-fibromyalgie.ch (Schweizerische Fibromyalgie- Vereinigung)
  • www.rheumaliga.at (Ansprechpartner in Österreich auch für Fibromyalgie-Betroffene)

 

Die hier veröffentlichten medizinischen Informationen sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung. Wir empfehlen allen Patienten mit Krankheits- bzw. Schmerzsymptomen, sich an einen Arzt zu wenden.

 


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